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07/08/2015 13:03 CEST | Aktualisiert 07/08/2016 07:12 CEST

Wir sind keine Rivalinnen

An die Mutter, die ihr Kind gestillt hat, bis es das nicht mehr gebraucht hat; Ich kenne das unglaubliche Gefühl, das dir das Wissen gibt, dass dein kleines Baby alles was es braucht, von dir bekommt. Dein Körper ist unglaublich. Ich kenne auch die schiere Erschöpfung, die du empfindest, wenn du völlig fertig bist, deine Brustwarzen ganz rissig sind und du keine Pause bekommst. Wir sind keine Rivalinnen.

An die Mutter, die ihr Baby mit Milchpulver gesäugt hat; Ich kenne die unglaubliche Liebe, die dich durchströmt hat, als du deinem Mann beim Füttern eures Babys zugesehen hast. Und deiner Mutter beim Füttern ihres Enkelkindes, so wie sie es vor vielen Jahren auch schon mit dir gemacht hat. Ich kenne auch das Gefühl der Schuld und den Druck und die Vorurteile, die dir von der Außenwelt entgegengebracht werden. Ich weiß, wie du dich davor gesträubt hast, der Gesundheitsschwester deine Gründe zu nennen. Wir sind keine Rivalinnen.

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Image: Bloggers Own (c)lifeloveanddirtydishes.com

An die Mutter, die jeden Brei selbst und ohne Fertigprodukte zubereitet hat; Ich kenne das gute Gefühl, das es dir gibt, zu wissen, was dein Baby da genau isst. Ich kenne auch das Gefühl der totalen Enttäuschung, wenn dein Baby deine harte Arbeit wieder ausspuckt. Vollkommen abgesehen davon, wie unfassbar anstrengend es ist, einen Butternut Kürbis in Würfel zu schneiden. Wir sind keine Rivalinnen.

An die Mutter, die Babybrei aus dem Supermarkt hortet; Ich weiß, dass Zeit wichtig und Luxus ist, den du dir nicht immer leisten kannst. Ebensowenig wie ein größeres Gefrierfach. Ich weiß auch, dass der Preis auf deinem Kassenzettel im Supermarkt sich verdoppelt hat und dass das Zeug ekelhaft riecht. Wir sind keine Rivalinnen.

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An die Mutter, die ihre Kinder bei sich im Bett schlafen lässt; Ich kenne das Glück, das du empfindest, wenn du ihnen beim Schlafen in deinen Armen zusiehst. Ich kenne auch die Momente, in denen du fast aus dem Bett fällst, weil dein Kind sich Seestern-förmig ausbreitet und du dir ein Queensize-Bett wünschst. Wir sind keine Rivalinnen.

An die Mutter, die ihr Baby nach zwölf Wochen in eine Krippe gelegt hat; Ich kenne deine Sorge, dich aus Versehen auf dein Baby zu rollen. Ich weiß, dass du den Platz in deinem eigenen Bett genießt. Ich kenne auch die Momente der Panik, die dich überkommen, wenn du deinen Kopf in das Bettchen deines Kindes steckst, um zu kontrollieren, ob auch alles in Ordnung ist. Wir sind keine Rivalinnen.

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An die Mutter, die ihr Baby jedes Mal, wenn es weint, auf den Arm nimmt; Ich weiß, sie bleiben nicht lange so klein und diese Zärtlichkeiten sind wichtig. Ich kenne auch die Verzweiflung eines Kindes, das nicht schläft, wenn es nicht deine Nähe spürt. Wir sind keine Rivalinnen.

An die Mutter, die ihrem Baby beibringt, sich in den Schlaf zu weinen; Ich weiß, wie gerne du dein Baby auf den Arm nehmen würdest, wenn es weint und wie viele Fragen du dir stellst, egal, welche Technik du anwendest. Ich weiß auch, dass dein Baby am nächsten Morgen aufwachen und dich anlächeln und dich kein bisschen weniger lieben wird. Wir sind keine Rivalinnen.

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An die Mutter, die wieder arbeiten geht; Ich kenne die Freude, die du empfindest, endlich wieder mit Erwachsenen zu sprechen und du selbst sein zu können. Ich kenne auch die Schuldgefühle und die Traurigkeit, die du empfindest, wenn du deinem Kind einen Abschiedskuss gibst. Wir sind keine Rivalinnen.

Und die Mutter, die zu Hause bleibt; Ich kenne die Freude eines Tages, der nur aus gemeinsamer Zeit und Kichern besteht. Ich kenne auch die Unerbittlichkeit der Ansprüche, die du zu erfüllen hast. Ich weiß, wie du dich für deine Entscheidung in unserer Gesellschaft rechtfertigen musst. Wir sind keine Rivalinnen.

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Es gibt keinen falschen Weg. Es gibt nur deinen Weg. Manchmal ist er eine Wahl, die du getroffen hast, manchmal ist er ein Umstand, mit dem du zurecht kommst. Wir sind alle unterschiedliche Mütter. Aber wir sind darin gleich, dass wir alle unser Bestes geben.

Wir zermartern uns alle das Hirn über die Entscheidungen, die wir treffen. Wir erleben alle die Schuldgefühle, die das Elternsein nunmal mit sich bringen. Wir wünschen uns alle ab und zu, ein kleineres Päckchen zu tragen zu haben. Wir lieben unsere Kinder alle mit einer Leidenschaft, von der wir nicht geahnt haben, dass sie in uns steckt. Wir weinen alle am ersten Schultag.

Wir sind keine Rivalinnen. Wir sind Mütter.

Claire bloggt auf Life Love and Dirty Dishes. Folgt ihr hier auf Facebook.

Dieser Blog erschien ursprünglich bei der Huffington Post UK und wurde von Franca Lavinia Meyerhöfer aus dem Englischen übersetzt.


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