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20/01/2016 07:59 CET | Aktualisiert 20/01/2017 06:12 CET

Gewaltlegitimierende Männlichkeitsnormen jetzt auch in der ostdeutschen Kultur?

dpa

Vergangenen Sonntagmorgen haben in Chemnitz drei Rechtsradikale zwei Tunesier angegriffen. Nach kurzer Diskussion im Döner-Imbiss kommt ein anderer rein und schlägt wahllos zu, auch auf den Angestellten.

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Obwohl Zeugenaussagen klar bestätigen, dass die Typen auch "Scheiß Ausländer" riefen und "die Tunesier aufmischen" wollten, will die Polizei einen rechtsradikalen Hintergrund noch prüfen. So weit so schlecht.

Folgende Fragen stellen sich jetzt:

Wann wird über die Konfession der Täter berichtet? Werden wir in der Öffentlichkeit einen Zusammenhang zwischen evangelisch oder katholischer Zugehörigkeit und Gewaltbereitschaft ziehen? Welche Rolle spielt die vermutlich ostdeutsche Sozialisation der Täter?

Kommen jetzt Diskussionrunden im TV a la "Welche Gefahr geht von Ostdeutschen aus?"

Kommen jetzt Diskussionrunden im TV a la "Welche Gefahr geht von Ostdeutschen aus?" Wann kommen die Küchentischpyschologie-Politiker und philosophieren "gewaltlegitimierende Männlichkeitsnormen" in der Kultur herbei (Kristina Schröder)? Werden wir erforschen, ob die Täter getauft waren? Waren sie zu bibelfest? Was kommt als nächstes?

Spielt das alles eine Rolle? Nein. Warum stelle ich dann diese Fragen? Weil sie bei Muslimen diskursvorgebend sind.

Denken Sie mal drüber nach.

Vergangenen Sonntagmorgen haben in Chemnitz drei Rechtsradikale zwei Tunesier angegriffen. Nach kurzer Diskussion im Döner-Imbiss kommt ein anderer rein und schlägt wahllos zu, auch auf den Angestellten.Obwohl Zeugenaussagen klar bestätigen, dass die Typen auch "Scheiss Ausländer" riefen und "die Tunesier aufmischen" wollten, will die Polizei einen rechtsradikalen Hintergrund noch prüfen.So weit so schlecht. Folgende Fragen stellen sich jetzt:Wann wird über die Konfession der Täter berichtet? Werden wir in der Öffentlichkeit einen Zusammenhang zwischen evangelisch oder katholischer Zugehörigkeit und Gewaltbereitschaft ziehen? Welche Rolle spielt die vermutlich ostdeutsche Sozialisation der Täter? Kommen jetzt Diskussionrunden im TV a la "Welche Gefahr geht von Ostdeutschen aus?" Wann kommen die Küchentischpyschologie-Politiker und philosophieren "gewaltlegitimierende Männlichkeitsnormen" in der Kultur herbei (Kristina Schröder)? Werden wir erforschen, ob die Täter getauft waren? Waren sie zu bibelfest? Was kommt als nächstes? Spielt das alles eine Rolle? Nein. Warum stelle ich dann diese Fragen? Weil sie bei Muslimen diskursvorgebend sind.#denkmaldrübernach

Posted by Cihan Sügür on Dienstag, 19. Januar 2016

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