BLOG
11/03/2016 11:51 CET | Aktualisiert 12/03/2017 06:12 CET

Warum provinzielle Köpfe keine internationale Politik vertragen

dpa

Der AfD-Bayern Vorsitzende fordert von Griechenland, dass sie sich alleine um die EU-Außengrenze kümmern sollen. Jegliche Verhandlungen mit der Türkei seien pervers und alle Schuld liege bei Angela Merkel. Ein kleiner Ausflug in internationale Diplomatie und räumliches Vermögen.

Wie sagte unsere Kanzlerin neulich so schön:

"Wir müssen für unsere Werte einstehen", betonte Angela Merkel in einem Interview mit Mitteldeutsche Zeitung.

Posted by CDU on Friday, March 11, 2016

Wir können stolz sein auf unsere Bundesrepublik. Wir können uns auch glücklich schätzen, auf diesem Fleck der Erde zu leben. Und wir können daran arbeiten, dass Deutschland weiterhin stark und attraktiv bleibt.

Oder aber man nimmt sich entschieden vor, Deutschland abzuschaffen - dann heißt man Petr Bystron und ist Chef der AfD in Bayern.

2015-11-12-1447332656-6784274-Facebook2.jpg

Wir können nicht alle Flüchtlinge der Welt aufnehmen, so viel steht fest. Wir können aber genau so wenig unsere Augen und Grenzen verschließen und die schreienden Menschen an den Grenzen mit „Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt" übertönen.

Wer einer europäischen Lösung der europäischen Gemeinschaft wegen schon ihre Legitimität abspricht, hat nichts von der Welt im 21. Jahrhundert verstanden.

Globale Probleme werden nicht mit provinziellen Methoden gelöst - und schon drei Mal nicht ohne die EU.

Darüber hinaus fordert Herr Bystron Griechenland auf, die Grenzsicherung vorzunehmen - gefälligst ohne die Türkei! Auch hier wird sein räumliches Unvermögen eindeutig.

Eine Grenze hat per Definition zwei Seiten - sich nur um eine Seite zu kümmern ist auch nur die halbe Miete. In diesem Fall ist der Nachbar die Türkei und je enger wir mit den Türken arbeiten, desto näher sind wir an der Lösung.

Apropos Türkei. Fordern wir nicht immer europäische Werte ein von den Freunden vom Bosporus? Ja. Warum echauffieren sich dann gerade diese Leute darüber, dass der eingeschlafene Beitrittsprozess wiederbelebt wird?

Dieser Blog bezieht sich auf einen Blog-Beitrag von Petr Bystron (AfD Bayern):EU-Gipfel mit der Türkei: Gipfel der Perversion

Ob es auf eine Vollmitgliedschaft hinaus läuft oder nicht, der Weg ist das Ziel.

Ein aktiver Beitrittsprozess mit der Türkei bedeutet mehr Dialog, mehr Austausch, eine noch engere Zusammenarbeit, noch engere Kooperation und mit viel Mühen auch mehr belastbare Lösungen für beide Seiten.

Internationale Diplomatie ist kein Kuhhandel. Internationale Diplomatie ist auch kein kurzer Sprint. Wir befinden uns just im Jahre 2016 in einem langen Marathon mit dem Ziel, unser Gesicht in der Welt und in den Geschichtsbüchern zu wahren.

Einer Europäischen Union steht es zu Gesicht, ihre eigenen Werte von ihren Partnern einzufordern - aber ihr gebietet es auch, diese Werte selbst vorzuleben.

Militärischen Grenzschutz aufbauen und die Menschen auf der anderen Seite bluten lassen ist nichts weiter als ein Schmerzmittel, das die eigentlichen Probleme benebeln soll. Die Ursache wird nicht bekämpft, der Problem wächst - und die Menschen hinter den Grenzen lauter.

Auch auf HuffPost:

EU-Türkei-Gipfel: An diesen vier Problemen kann das Abkommen mit der Türkei scheitern

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.