BLOG
11/12/2015 07:17 CET | Aktualisiert 11/12/2016 06:12 CET

Was passiert eigentlich wenn diese niedlichen Autos über Leben und Tod entscheiden müssen?

Thinkstock

Gestern kam ich mit ein paar Forschern auf ein Thema, dass alle verunsichert: was, wenn ein Auto das selber fährt in einer kritischen Situation die Frage entscheiden muss: wessen Leben ist mehr wert...

Das Schreckensszenario sieht so aus...


Wie geht es Deutschland? Es gibt da ein paar Zukunftsängste, auch bei den Profis... Dieses Zukunfts-Szenario zum Beispiel. Eine junge Familie mit zwei kleinen Kindern im selbstfahrenden Auto. In der Stadt. Ihnen kommt ein LKW entgegen der plötzlich von der Spur abkommt und leicht entflammbares Gut geladen hat.

2015-11-12-1447332656-6784274-Facebook2.jpg

Es gibt keine Chance mehr auszuweichen oder zu bremsen. Der einzige Ausweg: der Gehweg. Aber da ist eine 80-jährige Frau unterwegs, die überfahren werden würde. Die Alternative: den Crash zulassen - aber LKW gegen Auto heißt: schlechte Überlebenschance für die Familie. Auf jeden Fall schwerste Verletzungen. Und das System hat nur Bruchteile von Sekunden, um das zu entschieden.

Die Kosten von Leben und Tod kann man ausrechnen...


Man kann das wirklich alles in Zahlen fassen, in Werte und Kosten - und dann kann eine mathematische Formel, ein Algorithmus in Sekundenbruchteilen entscheiden. Nur die Ethik, die ist da schwer rein zu packen in die Formel. Lediglich die Fakten sind klar - denn in einer mobilen Zukunft wissen die Fahrzeuge über alles Bescheid.

Car to car und car to infrastructure heißt das. Sprich: Auto weiß, was der LKW geladen hat. Es weiß, wer die alte Frau ist, die auf dem Gehweg unterwegs ist. Es weiß, dass das kleine Auto vollbesetzt ist und kann ausrechnen, welche Kräfte wirken, wenn der Crash ansteht. Eine dramatische Entscheidung. Eine Wahl zwischen Pest und Cholera.

Wie geht es Deutschland? Das ist heute und wird morgen von der Qualität unserer Forscher und Entwickler abhängen. Nicht nur in diesem Bereich. Aber es gibt noch eine Gruppe, die wichtig ist: die, die man meist nicht mag. Die Nervensägen, Bedenkenträger, Angsthasen... Braucht man die? Ich habe eine extrem gute Antwort darauf gehört.

Ein Hoch auf die Nervensägen!


Ich sitze mit einigen Experten und Forschern zusammen. Und einer lenkt meinen Blick auf den immer schon währenden Kampf bei Technologie und Innovation zwischen denen, die nach vorne streben und denen die eher bremsen.

„Es geht um den Kompromiss zwischen den beiden Kräften. Die müssen sich auf eine Geschwindigkeit einigen. Für erfolgreiche Innovation war immer schon dieser erfolgreiche Kompromiss entscheidend..." Also: ein Hoch auf die Nervensägen?

Auf eine Art: Ja. Das was man den Deutschen - gerade bei Forschung und Entwicklung - im Gegensatz zu anderen Ländern oft vorwirft, ist die „Behäbigkeit". Das Gründliche immer wieder abwägen, bevor sie entscheiden.

Aber wenn es um mehr geht, als die vernetzte Kaffeemaschine, dann ist das genauso wichtig, wie der Mut zu radikal anderen Ideen, zu Innovationen. Oder der Mut einfach mal anzufangen, auch wenn man noch nicht alles im Griff hat.

Wenn also einer das völlig autonome Fahrzeug entwickeln will, dann sollte er auf die Balance achten. Denn im Zweifelsfall ist der eine Moment Nachdenken wichtiger, als das schnelle auf den Markt kommen. Einfach weil es schnell um Leben und Tod gehen kann. Und darum, glaube ich, geht es Deutschland gar nicht so schlecht in Sachen Forschung und Entwicklung.

Was sagt Ihr? Ich brauche Meinungen...

Ich will zu diesem Thema für einen Artikel auf www.digisaurier.de noch einiges recherchieren - wo stehen wir, wo geht es hin? Aber für so einen Text interessiert mich auch vor allem eure Meinung zu dem Thema.

Wollt ihr selbstfahrende Autos? Ist das eine völlig bescheuerte Idee? Dürfen Fahrzeuge oder Systeme solche wichtigen Dinge wirklich „entscheiden"? Ist die mathematische Entscheidung vielleicht sogar die bessere? Kommentare, Vorschläge? Lesetipps? Ich bin gespannt...

Video: Autovermietung freut sich: So fies schießt Sixt gegen GDL und Deutsche Bahn

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.