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11/12/2015 07:37 CET | Aktualisiert 11/12/2016 06:12 CET

In Deutschland verändert sich etwas essentiell Wichtiges

Thinkstock

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In Deutschland verändert sich bereits seit einigen Jahren etwas essentiell Wichtiges: Der Wohnungsmarkt. Leider muss man sagen, dass diese Veränderung nicht zum Guten ist. Wohnen wird immer mehr zur Ware und Großinvestoren verdrängen kleinere Unternehmen. Renditeerwartungen haben oft Vorrang vor den Bedürfnissen von Mieterinnen und Mietern.

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Die Wohnungsnot nimmt zu. Gerade in begehrten Lagen in den Ballungsräumen sind kaum noch bezahlbare Wohnungen zu finden. Das merken z.B. die Menschen in meinem Wahlkreis in Tübingen ganz besonders. In der Studentenstadt sind günstige Wohnungen ein knappes Gut, viele Einwohner können sich die Innenstadtlagen nicht mehr leisten.

Auch im nächsten Jahr wird sich der Trend fortsetzen. Damit spiegelt sich im beschaulichen Tübingen der Trend auf den deutschen Wohnungsmärkten wider: Was die Wohnungspolitik angeht, geht es vielen Teilen von Deutschland momentan gar nicht gut.

Mehr in sozialen Wohnungsbau investieren


Das muss sich dringend ändern. Wir brauchen wieder eine Wohngemeinnützigkeit und mehr sozialen Wohnungsbau. Statt Gentrifizierung wünsche ich mir bunte und vielfältige Stadtviertel. Dafür sollte die Bundesregierung deutlich mehr in den sozialen Wohnungsbau und in lebenswerte Innenstädte investieren. Auch Infrastrukturen und öffentliche Mobilität müssen besser gefördert werden.

Den Herausforderungen durch den verstärkten Zuzug von Flüchtlingen und Zuwanderern könnte dadurch begegnet werden, dass man eine Willkommensarchitektur schafft. Statt diese Menschen in Satellitenstädten auszugrenzen, sollte man sie integrieren und ihnen Wohnen und Leben in der Mitte der Gesellschaft ermöglichen.

Das alles ist eine Aufgabe für die kommenden Jahre. Ein wichtiger Schritt ist aber die zweite Mietrechtsnovelle, die die Bundesregierung im Frühjahr 2016 beschließen will. Heiko Maas hat bereits einige sinnvolle Grundlinien präsentiert. Leider kommt vonseiten der Union aber scharfer Gegenwind. Die Bundesregierung streitet sich lieber, statt sich für Mieterschutz stark zu machen.

Soziale und faire Wohnungspolitik


Ich fordere, dass die zweite Mietrechtsnovelle nicht dieselben Fehler macht wie die erste: Die zerlöcherte Mietpreisbremse muss angeschärft, die Ausnahmen zurück genommen und ihre Gültigkeit unbegrenzt ausgeweitet werden. 2016 muss die Bundesregierung endlich vollständig aufwachen und soziale und faire Wohnungspolitik machen.

Großer Mietpreis-Check: So viel Wohnung bekommen Sie in anderen Ländern für 1000 Euro

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