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13/08/2015 08:13 CEST | Aktualisiert 13/08/2016 07:12 CEST

Streuung der deutschen Geldanlagen - Anleger bleiben Aktien treu

Viele deutsche Bürger haben aufgrund zu geringer Einkommen gar nicht erst die Chance, Erspartes auf die hohe Kante zu legen, um für später über die gesetzliche Rente hinaus vorzusorgen. Sparer, die es sich leisten können, zumindest einen gewissen Teil von ihren Einkünften zurückzulegen, müssen sich seit einigen Jahren zunehmend die Frage stellen, in welchem Bereich ihre Ersparnisse am besten aufgehoben sind.

Freude am Sparen bleibt „typisch deutsche" Eigenschaft

Deutsche Anleger gelten gemeinhin als gute Sparer, die weniger auf Konsum als auf Absicherung setzen. Immobilien, Aktien, Anleihen oder klassische Investitions-Modelle wie Tages- und Festgeld? In einigen Fällen zeigt sich sehr schnell, ob die Anlageklassen in der momentanen Phase einen Nutzen haben. Bei anderen Geldanlagen spielt eher das eigene Investitionsverhalten die zentrale Rolle bei der Gegenüberstellung der Risiken und Chancen.

Staatsanleihen - Anleger bei Angeboten aus dem Ausland vorsichtig

Eines kann schon an dieser Stelle gesagt werden: Einige Anlageklassen, die bei Anlegern im Ausland bzw. vor allem bei institutionellen Investoren weiterhin beliebt sind, stoßen bei Anlegern aus Deutschland nicht unbedingt auf Gegenliebe. So zeigt sich, dass gerade Geldmarktfonds sowie geschlossene Immobilienfonds nur auf geringes Interesse stoßen. Im Falle der geschlossenen Fonds lässt sich dies mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem großen Teil damit erklären, welche schlechte Erfahrungen viele Investoren im Zuge der Finanzmarktkrise ab dem Jahr 2006 mit derlei Produkten des Marktes sammeln mussten.

Denn trotz vermeintlich hoher Renditen waren es am Ende vor allem die Anleger, die die Krise ausbaden und mit ansehen mussten, wie ihr Kapital schwand, ohne dass sie ihre Gelder vor dem vollständigen Ausfall abrufen konnten. Das in der besagten Grafik erwähnte fehlende Interesse an ausländischen Staatsanleihen hat ihrerseits ihren Grund in der wirtschaftlichen Krise innerhalb Europas. Anleger wissen längst, was sehr hohe jährliche Anleihen-Zinsen in puncto Ausfallgefahr bedeutet. Nur extrem risikofreudige Anleger setzen auf solche Anlagemodelle, während deutsche Staatsanleihen bei zwar recht geringer Verzinsung, dafür aber dank vorbildlicher Bonität hoher Sicherheit konstante Gewinne einbringen.

Immobilien - wohnen und vermieten kann sich lohnen

Auch die Ursache für die recht geringe Nachfrage nach Tagesgeld- und Festgeldkonten lässt sich leicht erklären. Die Leitzinssätze innerhalb Europas sanken immer weiter und mit ihnen die Zinssätze bei den Angeboten aus den Sparten Tagesgeld und Festgeld. Und das obwohl Bankkunden bei Krediten nach wie vor deutlich höhere Zinssätze zahlen. In der Grafik bringen es Immobilien in der Streuung der deutschen Geldanlagen bis heute in die Top 3. Interessant ist dabei, dass das Nachrichtenportal faz.net erst kürzlich berichtete, dass nicht nur heimisches Wohneigentum gefragt ist. Viele deutsche Anleger entdecken inzwischen wieder den Investitionsnutzen, den der Kauf von Domizilen an hoch frequentierten Ferienorten bieten können. Wer es sich leisten kann, kann gerade mit Wohnungen oder Häusern in Küstennähe in Deutschland - beispielsweise auf Inseln wie Rügen oder Sylt - mit Immobilien Geld verdienen. Und das natürlich in doppelter Hinsicht, denn über die Wertsteigerung hinaus winken regelmäßige Mieteinkünfte, denn nur die wenigsten Anleger ziehen selbst in die neu erworbenen Immobilien.

Staatliche Kontrollen am Anlagemarkt nach der Krise strenger

Tatsächlich können ganz allmählich auch über die Landesgrenzen hinaus Chancen genutzt werden, wie sueddeutsche.de informiert. Viele Anleger waren in der Vergangenheit übervorsichtig - nicht zuletzt wegen des Themas Einlagensicherung und Regulierung durch staatliche Aufsichten scheute mancher deutsche Anleger den Weg zu einem Anlage-Anbieter im Ausland. Neue bzw. verbesserte Einlagensicherungsvorgaben aber machen zumindest Investitionen im Bereich der Europäischen Union verstärkt beliebt. Risiken existieren durchaus, wer jedoch hohe Renditen sucht, kann hier goldrichtig sein.

Zumal auch Verbraucherschützer bestätigen, dass in den direkten Nachbarländern wie den Niederlanden, Frankreich oder Großbritannien interessante Produkte in der Bankenlandschaft lauern. Empfohlen wird Anlegern dabei, dass die bevorzugten Institute im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) angesiedelt sein sollten. Vor allem die mittlerweile engere Zusammenarbeit der Finanzaufsichtsbehörden soll im Wirtschaftsraum für schnelle Problemlösungen sorgen, falls Banken in eine wirtschaftliche Schieflage geraten.

Spekulations-Kapital sollte nicht anderweitig benötigt werden

Wie deutlich die Zinssätze bei den einstmals rentablen Staatsanleihen gesunken sind, zeigt ein Bericht der WirtschaftsWoche. Im selben Artikel geht es in aller Ausführlichkeit um die Erklärung, dass Anleger gerade am Aktienmarkt sehr genau wissen sollten, welche Möglichkeiten sie haben, um eine Begrenzung des Verlustrisikos vorzunehmen. Viele Märkte können Aktionären staatliche Gewinne aufs Aktiendepot bringen, zugleich aber führen unüberlegte Entscheidungen schnell zu dramatischen Verlusten. Und genau solche Verluste können sich insbesondere private Anleger in der Regel eher nicht leisten. Schließlich spekulieren sie mit Geld, das für den Vermögensaufbau und vielfach die Altersvorsorge benötigt wird. Jeder üppige Verlust bedeutet also erst einmal einen Rückschlag bei den Reserven.

Andererseits: Nicht jeder Sparer verfügt über das nötige Kapital, um wie Großanleger aus der Statistik zur Streuung der deutschen Geldanlagen auf Betongeld setzen zu können. Anlage-Experten betonen immer wieder, dass Anleger bei Aktien-Spekulationen oder bei Investitionen mit den verschiedenen Derivat-Modellen wie binären Optionen, Futures oder Differenzkontrakten (CFDs) nicht mit Geld „spielen" sollten, dessen dauerhaften Verlust sie sich eigentlich nicht leisten können. Kapital, das ich schon bald an anderer Stelle ausgeben muss, sollte niemals in Aktien und ähnliche Anlageprodukte investiert werden. Selbst dann nicht, wenn sich private Anleger sichern sind, dass sie im Grunde gar nicht verlieren können.

Zusammenhang zwischen Risiken und erhofften Gewinnen

Wer sich ein wenig mit dem Aktienthema auskennt, einen guten Broker an seiner Seite weiß und das nötige Fingerspitzengefühl mitbringt, hat bereits den wichtigen Grundstein bereits gelegt. Als Alternative zu den Aktien, die im Ranking Platz 2 belegen, können auch Unternehmensanleihen ausgesprochen lukrativ sein. Dabei müssen Anleger für Zinserträge in vergleichbarer Höhe mit denen von Tages- und Festgeld nicht zwingend ein sehr hohes Risiko eingehen. Trotzdem gilt natürlich, dass höhere Gewinnziele automatisch mit Gefahren einhergehen. Auf der anderen Seite sind es weiterhin sowohl im Bereich der Aktien wie der Anleihen in vielen Fällen die Klassiker unter den deutschen Aktien, mit denen Anleger - auch und gerade über die jährliche Ausschüttung von Dividendenzahlungen - gutes Geld verdienen können, ohne Nachts nicht in den Schlaf zu finden. Allerdings locken hohe Dividenden oft doch eher nicht dort, wo sie vor allem unerfahrene Anleger vielfach vermuten, sondern eher in Nischen des Aktienmarktes.

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