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16/08/2015 08:50 CEST | Aktualisiert 16/08/2016 07:12 CEST

Depot wechseln oder Handel aufgeben? So gehen Anleger vor

Thinkstock

Der Aktienhandel ist je nach Situation am Markt ziemlich stressig. Besonders schwer ist das Leben eines Aktionärs, wenn sie sehr ambitionierte Ziele verfolgen und hohe Renditen realisieren möchten. Denn nicht immer gelingt das, was man sich vorgenommen hat. Im Ernstfall müssen sich Händler auch mal mit einem Totalverlust abfinden.

Gut organisierte Händler erkennen gute Gelegenheiten

Wer nicht unvorbereitet in den Alltag startet, hat jedoch Mittel und Wege, um das Minus auf dem Konto zu begrenzen oder gar gänzlich zu vermeiden. wie bei allen Investments gilt die Regel: Wissen ist Macht. Und gute Vorbereitung alles, um das selbst definierte Ergebnis zu erreichen. Dazu gehört immer wieder die erneute Analyse des erhofften Gewinns und auch die Leistungen des Brokers sollten in regelmäßigen Abständen hinterfragt werden. Mitunter steht am Ende der Leistungs-Hinterfragung der Wunsch, lieber nochmals den Anbieter für den Aktienhandel zu wechseln.

Anfänger bevorzugen oft andere Depotarten als Profis

Diese Momente kennt mancher Anleger auch aus dem Bereich des Derivat-Handels mit binären Optionen, Futures oder Differenzkontrakten. Es kann dazu kommen, dass sich das eigene Verhalten verändert hat. Andererseits können Broker ihre Konditionen in einem oder mehreren Punkten anpassen. Und nach diesem Korrekturen des Gebühren- und Leistungsmodells kann die Einsicht stehen, dass es Zeit fürs Umdenken ist. Und dann trennen sich nun einmal die Wege, da der bisherige Anbieter nach der Umstellung vielleicht besser für andere Kunden geeignet ist. Vielfach ergeben sich solche Situationen, wenn Händler eine neue Erfahrungsstufe erreichen und zum Beispiel vom Anfänger zum Fortgeschrittenen werden. Dann nämlich steigt oftmals die Investitionsbereitschaft oder Anleger möchten allgemein ein höheres Risiko eingehen und aktiver mit Wertpapieren traden.

Hohe Provisionen guter Grund für Kündigung des Aktiendepots

Neben den eigentlichen Funktionen für den Aktienhandel und den Bedürfnissen der Anleger können auch andere Ursachen zu einer Kündigung führen. Erst im Frühjahr etwa war die Sparkasse Coburg-Lichtenfels laut Stiftung Warentest ein gutes Beispiel dafür, dass auch Provisionszahlungen dazu führen können, dass sich Anleger entscheiden, ihr aktuelles Depot zugunsten eines günstigeren Angebots aufzugeben. Der betreffende Anbieter hatte versucht, eine neue Klausel durchzusetzen, um den eigenen Umsatz über Provisionen aufzubessern. Gut für die Bank, schlecht für die Aktionäre, deren Gewinne schrumpfen durch derartige zusätzliche Entgelte.

Einfach gelingt die Aufgabe des Depots, wobei etwaige geltende Kündigungsfristen natürlich weiterhin berücksichtigt werden müssen. Diese aber sucht man zum Wohle der Anleger inzwischen weitgehend eher selten. Nur in Ausnahmefällen sehen Broker und Banken bei ihren Depot-Angeboten heute langfristige Vertragsbindungen vor. Auch dies ist das Ergebnis des stärkeren Wettbewerbs.

Experten weisen auf erhebliche Spar-Chancen durch Depotwechsel hin

Dass eben nicht allein der zukünftige Verzicht auf ein Engagement am Aktienmarkt Auslöser des Kündigungswunsches sein kann, stellt auch focus.de mit Nachdruck fest. Dort wird erläutert, dass Kunden durch einen Wechsel immer wieder die Chance haben, ihre laufenden Kosten in mehr oder weniger deutlicher Weise zu reduzieren. Was dieses Vorgehen bringt, ist offensichtlich. Je weniger Provisionen und Gebühren Broker auf ihre Kunden umschlagen, desto mehr bleibt vom realisierten Gewinn an der Börse übrig. Zumal Gebühren auch bei ausbleibender Rendite fällig werden, so dass die Entgelte letztlich auch einen Anstieg der Handelskosten bedeuten können.

Von mehreren hundert Euro sprechen Analysten als Einsparungspotenzial, wenn Anleger von einem eher teurem Anbieter zu einem der billigen Diskount-Broker zu wechseln bereit sind. Natürlich: Die Konditionen und Handlungsspielräume müssen den Vorstellungen der Händler auch weiterhin gerecht werden. Oft aber kann der Wechsel sogar zu einer Erweiterung des eigenen Horizonts führen, wenn auf einmal neue Märkte zugänglich werden oder andere Orderarten zur Verfügung stehen nach der Kündigung des alten und der Eröffnung des neuen Depots.

Unterlagen des alten Depots nicht direkt entsorgen

Der Aktienhandel an sich ist vor allem für Einsteiger oft schon kompliziert genug, da sollte das Depot in allen Bereichen möglichst verständlich sein. Diese Aussage bezieht sich nicht zuletzt auf die Handelsplattformen und Software-Angebote für den webbasierten oder gar mobilen Aktienhandel übers Depot. Die Kontoauszüge, aus denen Gewinne und Verluste hervorgehen, sollten Aktionäre unbedingt aufheben - auch wenn das alte Depot längst durch ein neues ersetzt wurde und das Portfolio übertragen wurde. In der Frankfurter Rundschau zum Beispiel erfahren Leser, wie wichtig es ist, über Depot- und Kontounterlagen sowie Steuerbelege und Versicherungsverträge die Übersicht zu behalten.

Spätestens wenn die Steuererklärung nicht mehr länger aufgeschoben werden kann, freuen sich Anleger, wenn sie von Anfang an alles akribisch archiviert haben, was den Sachbearbeiter beim Finanzamt mit hoher Wahrscheinlichkeit interessieren wird. Denn: Aktiengewinne sind steuerpflichtig, können im Falle von Verlusten aber ebenso zur Senkung der Steuerlast führen. Ratsam ist es, wenn sich Verbraucher ohnehin alle wichtigen Fristen auf einer übersichtlichen Liste zusammenstellen. So wissen Kunden jederzeit, wann Kündigungsfristen ablaufen, wann die Steuererklärung fällig und wann Versicherungs-, Depot- und Kontoentgelte abgebucht werden.

Bei vorübergehender Inaktivität Aktien verkaufen und Depot auflösen?

Oft kündigen Broker- und Bankkunden ihr Depot aber auch, wenn sie erkennen, dass für sie erst einmal die Zeit für den Aktienhandel abgelaufen ist. Die Redewendung vom Ende mit Schrecken statt eines Schreckens ohne Ende hat auch für Aktionäre ihre Berechtigung. Verluste gehören zum Leben, einen Totalverlust aber braucht niemand.

Wer nicht die Zeit hat, um sich mit den Möglichkeiten zur Absicherung von Spekulationen an der Börse zu befassen, wie es unter anderem die WirtschaftsWoche dringend empfiehlt, tut in der Tat gut daran, das Depot zu kündigen, wenn selbige mit Fixkosten verbunden ist. Auch sollten die Inhalte des Depots zum geeigneten Zeitpunkt verkauft werden - am besten plant man den Ausstieg also mit etwas Vorlauf. Eine Rückkehr zum Handel mit Aktien ist schließlich jederzeit ohne großen Aufwand möglich.

Zwischenzeitliches Pausieren bietet Chance zur Neuorientierung

Vielleicht ist es erst einmal an der Zeit, ein wenig Abstand von den eigenen Erfolgen und Fehlentscheidungen zu gewinnen, bevor man später mit dem günstigen und besten Depot wieder mit neuem Elan in Aktien aus dem Inland oder von ausländischen Handelsplätzen investiert. Manchmal müssen sich auch die Märkte erst einmal bereinigen, wenn Aktien in vielen Bereichen über einen langen Zeitraum in einem Höhenflug befanden, für den Analysten eigentlichen keinen Grund sahen.

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