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13/04/2016 09:08 CEST | Aktualisiert 14/04/2017 07:12 CEST

"Ohne Moos nichts los": So erhält man finanzielle Unterstützung als Student mit Kind

Shestock via Getty Images

Jeder kennt es wahrscheinlich, dass die Mühlen der Ämter sehr langsam mahlen, die eine Hand nicht weiß was die andere macht oder es schlichtweg an Informationen fehlt. Da ich bereits des öfteren die Frage nach dem Finanziellen erhalten habe, möchte ich hier nun eine kleine Aufstellung der Anlaufstellen für werdende Mütter-Studentinnen geben bzw. auch Studentinnen die bereits Mutter sind.

Vorab jedoch: Alle Informationen obliegen meiner Erfahrung und sind nicht überall anwendbar bzw. gebe ich keine Garantie!

Wichtig: Alle Anträge für finanzielle Unterstützung, auch die nach der Geburt, sollten am besten bereits während der Schwangerschaft weitestgehend ausgefüllt bzw. fertiggestellt werden.

Vor der Geburt:

1. Jobcenter

Vor der Geburt kann (auch ohne Urlaubssemester) bereits ein Mehrbedarf ab der 13. SSW beantragt werden. Außerdem gibt es die Möglichkeit eine sogenannte Erstausstattung zu beantragen. Formulare für beides erhaltet ihr online oder vor Ort. Wichtig bei der Erstausstattung ist, dass ihr soviel wie möglich benötigte Dinge aufschreibt. Leider gibt es keine Liste hierfür.

Ich musste die Erfahrung machen, dass selbst Mitarbeiter nicht wussten, was genau darauf stehen muss. Tipp: Macht alles so früh wie möglich, die Zeit der Bearbeitung ist enorm lange. Nach der Geburt: Auch Studenten haben Anrecht auf ALG 2. Sie müssen sich jedoch im Urlaubssemester befinden!

2. Bafög

Dies kann nur beantragen, wer eingeschriebener Student ist. Weiterhin darf sich derjenige nicht im Urlaubssemester befinden. Man erhält zum normalen Bafög einen Kinderbetreuungszuschlag. Der Betrag ist online nachzulesen. Weiterhin gibt es eine Förderung über die Förderungshöchstdauer.

3. Geld von Stiftungen

Eine weitere Möglichkeit ist es Geld bei Stiftungen, wie beispielsweise der Caritas, zu beantragen. Hier empfehle ich euch, ein Termin mit der zuständigen Beraterin auszumachen. Diese hilft euch beim ausfüllen der Formulare.

4. Geld von der Kirche

Hierzu kann ich keine genauen Angaben machen, da ich selbst dort kein Geld beantragt habe. Es ist jedoch unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

5. Mutterschaftsgeld

Wichtig: Das bekommt man nur, wenn man vorher einer Beschäftigung nachgegangen ist. Hier hatte auch ich das Problem, dass der eine Betreuer bei der KK ja sagte, der nächste nein. Fazit: Ich hatte einen Werksstudentenjob und eine Studentenversicherung. Ich habe Mutterschaftsgeld erhalten. Nur wer vorher keinen Job hatte, hat keinen Anspruch.

6. Geld von der Uni

Viele Universitäten bieten schwangeren Studentinnen finanzielle Unterstützung an. Bei Informationen wendet euch einfach an die zuständige Mitarbeiterin.

7. Wohngeld

Wer kein Bafög erhält, kann mit seiner Absage Wohngeld beantragen. Jedoch ist ein gleichzeitiger Bezug von Wohngeld und ALG 2 nicht möglich.

Eine große Hilfe für werdende Mütter ist die zuständige Mitarbeiterin des Studentenamtes! Sie gibt euch Tipps wo die Anlaufstellen sind und welche Unterstützung ihr beantragen könnt.

Nach der Geburt:

1. Kindergeld

Anträge hierfür findet ihr bei eurem jeweiligen Jugendamt.

2. Elterngeld

Hier gilt dasselbe wie für das Kindergeld.

3. ALG 2

Wie bereits oben erwähnt, kann ein ALG2 Antrag auch als Student unter bestimmten Voraussetzungen beantragt werden.

4. Landeserziehungsgeld

Dieses Geld, kann nach dem Elterngeld beantragt werden. Wichtig ist jedoch, dass man nicht das Mindesteinkommen übersteigt.

5. Kitazuschuss

Bei zu geringem Einkommen, kann eine komplette oder eine Teilübernahme für die Kindergartenkosten beantragt werden.

So. Bestimmt gibt es noch andere Möglichkeiten. Dies hier ist nur ein Auszug aus meinen Erfahrungen.

Viel Erfolg!

Eure Cathleen

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