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22/04/2016 09:56 CEST | Aktualisiert 23/04/2017 07:12 CEST

Snapchat's Bob Marley Filter löst "Blackface"-Debatte im Netz aus

Für alle die es nicht mitbekommen haben, am 20. April fand der jährlich wiederkehrende (inoffizilelle) Welt-Kiffertag statt. Freunde der Cannabis Kultur zelebrieren diesen Tag weltweit indem Sie den ganzen Tag Weed rauchen. So weit so gut. Es sei den Stonern gegönnt ihren Lifestyle zu feiern.

Wer zu besagtem Tag unter Twitter oder Instagram vorbeigeschaut hat, konnte unter dem entsprechenden Hashtag #420 die in Rauch aufgehenden Feierlichkeiten live mitverfolgen. Und wer Snapchat öffnete fand darin gar einen, (zumindest wenn es nach Snapchat) einen den Feierlichkeiten angemessenen, Bob Marley Filter.

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Snapchat Bob Marley Filter

Snapchat dachte wohl es hätte mit dem Bob Marley Filter einen unterhaltsamen Weg gefunden sich den social media freundlichen Welt-Kiffertag zu Nutze zu machen. Das fanden einige User jedoch gar nicht so witzig. Vor allem auf Twitter wurde Snapchat Respektlosigkeit gegenüber dem Künstler Bob Marley vorgeworfen, der nach deren Meinung mit diesem Filter auf seinen Cannabis Konsum reduziert wurde.

Was jedoch für viel größere Entrüstung bei den Nutzern geführt hat, war die Tatsache, dass der Filter die Hautfarbe der Nutzer verdunkelte, Augen- und Nasenform änderte und ihnen Rastazöpfe verpasste. Viele Nutzer erinnerte dies, an eine in den USA des 19. Jahrhunderts weit verbreitete und als "Blackface" bekannte Theater- und Unterhaltungsmaskerade, bei der sich weiße Darsteller das Gesicht dunkel anmalten und einen dunkelhäutigen Menschen spielten. Was damals unter den Begriff Unterhaltung fiel, wird heutzutage, verständlicherweise, von vielen als blanker Rassismus verstanden.

Das Statement von Snapchat dazu das dem Forbes Magazine per E-Mail zugesendet wurde:

"The lens we launched today was created in partnership with the Bob Marley Estate, and gives people a new way to share their appreciation for Bob Marley and his music. Millions of Snapchatters have enjoyed Bob Marley's music, and we respect his life and achievements,"

Die Kritik an der Darstellungsweise von Bob Marley unterschreibe ich gerne. Man kann dieser Musiklegende und großen Persönlichkeit sicherlich auf angebrachtere Art und Weise Respekt und Tribut zollen als ihr einen Filter am Welt-Kiffertag zu widmen.

Man kann Snapchat in dieser Debatte sicherlich eine gewisse Ignoranz sowie fehlendes kulturelles Fingerspitzengefühl und Sensibilität vorwerfen. Aber Snapchat und seine Mitarbeiter nun als überzeugte Rassisten abzustempeln geht dann natürlich für mich doch zu weit. Ich bin mir sicher, dass Snapchat aus dieser Erfahrung lernt und das nächste Mal vorsichtiger ist.

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