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06/08/2015 12:38 CEST | Aktualisiert 06/08/2016 07:12 CEST

Bossing - Mobbing von oben: Warum es oft lohnt, zu gehen

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Systematischer Psychoterror im Beruf ist kein Ausnahmephänomen. Je nach Studie, haben 10 - 25% aller Arbeitnehmer bereits Mobbingsituationen erlebt. Die Dunkelziffer dürfte hoch sein. Aus Scham, wird längst nicht jeder Fall öffentlich. Die Folgen sind massiv und reichen bei vielen Betroffen weit über den Beruf hinaus, bis ins Privatleben.

Rund 70 - 75% aller Mobbingfälle erfolgen durch - oder zumindest mit Beteiligung - von Führungskräften. Was bereits unter Gleichgestellten für die Betroffenen schwer wiegt, hat bei hierarchiebedingter Machtungleichheit oft besonders fatale Folgen. Bei Mobbing, durch die Hierarchie nach unten, werden meist alle Verteidigungsmöglichkeiten der Opfer ausgehebelt. Der Begriff, den die Forschung dafür gefunden hat: Bossing

ERKENNEN: ANZEICHEN FÜR BOSSING

Gleich vorweg: Bossing und Mobbing im engeren Sinne sind systematisch und längerfristig angelegt. Es geht also nicht um den Chef, der einmal im Jahr seine „wilden Tage" hat, oder ab und an zu cholerischen Anfällen neigt. Das sind unangenehme Situationen, manchmal auch belastende Erfahrungen, die aber vorbei gehen, sich meist nicht auf einzelne Personen konzentrieren und vor allem nicht zum Ziel haben, Opfer systematisch zu schädigen.

Echtes Bossing kann sich auf vielfältige Weise äußern. Nachfolgend neun Beispiele für Bossingverhalten. Typisch, aber ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

  • Aufgaben werden willkürlich zugewiesen, oder entzogen. Das vernünftigen Einarbeiten, Durchführen und Abschließen der Aufgaben ist Zeit oder Schwierigkeitsbedingt unmöglich. Trotzdem werden Sie für Erfolge/Misserfolge verantwortlich gemacht. Gerne auch lautstark und öffentlichkeitswirksam. Die Ursachen für Ihr Versagen werden ausschließlich Ihnen und Ihren mangelnden Fähigkeiten zugeschrieben.
  • Sie werden vor Publikum demontiert, vorgeführt und in Frage gestellt. Bspw. werden Präsentationen und Inputs in Meetings oder Teambesprechungen, übermäßig und herablassend kritisiert.
  • Fehler werden gesucht, gefunden und permanent vorgehalten. So erhalten Sie und andere den Eindruck, dass Sie permanent Ihre Inkompetenz unter Beweis stellen. Einmalige Fehler werden zu einem stetigen Problem umgewandelt.
  • Sie erhalten für Ihre Arbeit falsche oder uneindeutige Informationen bzw. Aufträge. Ihr „schlechtes" Arbeitsergebnis wird dann aber auf Ihr Versagen und Ihre Unfähigkeit zurückgeführt. Über die Ursachen des Arbeitsergebnisses ist kein Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten möglich bzw. die Verantwortung wird immer wieder auf Sie zurückgeführt.
  • Sie erhalten ungerechtfertigte Abmahnungen. Werden schlechte Resultate durch eine (bewusst) fehlerhafte Informationspolitik des Vorgesetzten erzielt, wird dies gerne zum Anlass für disziplinarische Maßnahmen genommen. Da die Anweisungen im Arbeitsalltag meist mündlich erfolgen, haben Sie kaum eine Möglichkeit das Gegenteil zu beweisen.
  • Durch falsche Behauptungen wird gezielt Zwietracht im Unternehmen und unter Kollegen gestreut. Bspw. werden Kollegen zum Chef gebeten mit der Behauptung, Sie hätten gesagt, er/sie würde schlechte Arbeit leisten.
  • Ihnen wird immer wieder gezeigt, wie klein und unbedeutend Sie sind. Ihr Chef ist für Sie nicht erreichbar. Vereinbarte Termine werden im letzten Moment verlegt. Sie dürfen Stunden, bevorzugt an exponierter Stelle, darauf warten, ins Chefzimmer gebeten zu werden. Sie und jeder andere Kollege soll mitbekommen, wie weit unten Sie stehen. Zu wichtigen Terminen werden Sie ein und wieder ausgeladen, oder dürfen nur am unbedeutenden Teil der Besprechung teilnehmen. Wenn es wirklich wichtig wird, bittet man Sie hinaus.
  • „Dringliche Arbeitsaufgaben" werden bewusst zu ungünstigen Zeitpunkten erteilt. Gerne genommen sind z.B. familiäre Termine, kurz vor Feierabend, am Wochenende oder im Urlaub. Wenn Sie sich wehren oder beschweren, werden Ihnen Faulheit und mangelndes Engagement für das Unternehmen unterstellt.
  • Sie werden permanent kontrolliert und müssen über Ihre Arbeit „berichten". Um zu demonstrieren wie unfähig Sie sind, werden - auch wieder gern öffentlichkeitswirksam - „nur für Sie" Kontrollmechanismen eingeführt. Listen führen, Ihren Vorgesetzten anrufen, tägliche Arbeitsstandsberichte abgeben. So zeigt Ihr Chef allen, dass man Ihnen in Sachen Fleiß und Qualität nicht trauen kann. Das Ganze dann unter dem Deckmäntelchen guten Willens. Schließlich will man Ihnen ja nur helfen, ein besserer Mitarbeiter zu werden.

KONSEQUENZEN: FOLGEN VON BOSSING

Verletzt, erniedrigt, demontiert, hilflos...und das auf lange Sicht. Die systematische Misshandlung und Entmachtung von Menschen zerstört die Motivation, den Glauben an sich selbst und steigert die Wahrscheinlichkeit psychischer und körperlicher Erkrankungen.

  • Auch wenn Sie es - eigentlich - besser wissen: Das Bild von Ihnen, welches Ihnen der Bosser vermittelt, wird früher oder später verinnerlicht. Sie beginnen an sich selbst, Ihren Fähigkeiten und Ihrer Lebenstüchtigkeit zu zweifeln. Ihre Selbstsicherheit geht sukzessive in die Brüche.
  • Die erste Konsequenz die Sie vielleicht wahrnehmen ist, dass Sie im Arbeitsalltag ängstlicher, unsicherer und wachsamer werden. Die Leichtigkeit geht verloren. Wenn Sie an Ihren Aufgaben arbeiten, zweifeln Sie zunehmend an Ihrem Tun. Sie brauchen länger als früher und machen u.U. wirklich zunehmend Fehler, die vom Bosser wieder als Anlass für weitere Drangsalierungen herhalten werden.
  • Der Strudel der Hilflosigkeit beginnt sich zu drehen. Spannende Aufgaben, die Ihnen früher Freude bereitet haben, werden zur Last. Erfolgserlebnisse werden weniger. Sie lernen, dass jede Ihrer Handlungen aussichtslos ist. Negative Konsequenzen warten an jeder Ecke. Ein Gefühl von Hoffnungslosigkeit und Sinnlosigkeit breitet sich aus.
  • Der Gedanke an Ihre Arbeit wird zur Last. Spätestens am Sonntag-Abend stellt sich ein Unwohlsein ein. Aber eigentlich können Sie sowieso kaum abschalten. Gedanken an die Arbeit, den nächsten Tag, die kommende Woche, die Zeit nach dem Urlaub sind eigentlich immer da.
  • Vielleicht schlafen Sie schlecht, fühlen sich zunehmend ausgelaugt und angespannt. Vielleicht bemerken Sie langsam erste körperliche Symptome. Kopfschmerzen, Magenscherzen, oder der Rücken meldet sich.
  • Langsam schwappen die Folgen in Ihr Privatleben. Mit Freunden und Familie reden Sie nicht, oder nur beschönigend über Ihre Situation. Sie möchten niemand belasten und auch nicht als Jammerlappen dastehen.
  • Aus privaten Aktivitäten ziehen Sie sich zunehmend zurück. Dafür haben Sie keine Energie und schon gar nicht den Kopf. Streitereien mit dem Lebenspartner werden häufiger. Vielleicht reagieren Sie aggressiver als früher und versuchen - unbewusst - den Kontrollverlust im Berufsleben durch das Dominieren Ihres Partners auszugleichen.
  • Vielleicht trinken Sie mehr als früher. Sie lernen Alkohol als Entspannungshelfer und Instrument zur Abschirmung negativer Empfindungen schätzen. Kaffee- und Zigarettenkonsum ziehen an. Sie brauchen stimulierende Substanzen, um sich überhaupt noch aktiv zu halten.
  • Sie sind emotional und körperlich am Limit. Ihr soziales Leben bröckelt. Ein Gefühl der Leichtigkeit und Unbeschwertheit haben Sie schon lange nicht mehr. Eigentlich können Sie sich auch nicht mehr erinnern wie sich das so anfühlt, unbelastet zu sein.
  • Sie machen weiter. Schleppen sich zur Arbeit, nehmen die Einschläge hin. Sie werden häufiger krank. Körperlich und psychisch. Ein Burnout oder eine Depression macht klar: Nichts geht mehr.
  • Früher oder später kündigen Sie. Krankheitsbedingt. Vielleicht noch aus dem Krankenstand heraus, oder am ersten Arbeitstag nach einem Klinikaufenthalt. Oder Ihr Arbeitgeber setzt Sie vor die Tür. Wäre ja ohnehin schon länger fällig gewesen. Sie können ja nichts.

Klingt extrem? Eine übertriebene Beschreibung? Schön wäre es. Die Wahrheit sieht leider ganz anders aus.

Der Mobbingreport der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin von 2002 hat folgende Daten ermittelt:

SYMPTOME VON MOBBINGOPFERN

SymptomAnteil der Betroffenen
Demotivation 71,9 %
Misstrauen gegenüber anderen Menschen 67,9 %
Nervosität 60,9 %
Verunsicherung 60 %
Sozialer Rückzug 58,9 %
Ohnmachtsgefühl 57,7 %
Innere Kündigung 57,3 %
Leistungs- und Denkblockaden 57 %
Angstzustände53,2 %
Unkonzentriertheit51,5 %
Gereiztheit/Aggressivität41,2 %
Vermehrte Fehler33,5 %
Schuldgefühle25 %



FOLGEN VON MOBBING

FolgeAnteil der Betroffenen
Krankschreibung43,9 %
Krankschreibung über 6 Wochen20,1 %
Freiwilliger Arbeitsplatzwechsel im Betrieb30,8 %
Eigene Kündigung22,5 %
Kündigung durch Arbeitgeber14,8 %
Arbeitslosigkeit11,4 %
Erwerbsunfähigkeit oder Frührente6,9 %
Zwangsversetzung5,6 %

HANDELN: WAS SIE TUN KÖNNEN

Richtige Prioritäten setzen

Die Eigenkündigung als „Notausgang" hat einen durchwachsenen Ruf. Sie gilt als letztes Mittel und zieht einiges an Erklärungsbedarf bei potentiellen Arbeitgebern nach sich. Ganz besonders dann, wenn Sie ohne eine neue Stelle den Hut nehmen.

Also aussitzen, bis sich Sie ein anderes Angebot haben? Durchhalten? Sich die Sache schön reden? Besser nicht.

Der Schaden, den Sie durch Mobbing/Bossing nehmen, wird sich auf Ihre Chancen eine andere Beschäftigung zu finden schnell auswirken. Mit jedem Tag, den Sie bleiben, werden Sie demotivierter, hoffnungsloser und ein Stück kleiner. Denkbar schlechte Voraussetzungen, um eine Bewerbungsphase erfolgreich durchzustehen.

Sorgen Sie dafür, dass Sie - und nur Sie - die Fäden in der Hand halten. Sie treffen die Entscheidung, dem Opferdasein den Kampf an zu sagen.

Sie mögen Angst haben, dass nach einer Eigenkündigung im Bewerbungsgespräch unangenehme Fragen auftauchen. Und Sie liegen damit vermutlich richtig. Leicht ist es oft nicht. Zudem tragen Sie u.U. Verantwortung für andere Menschen. Ihre Familie, die auf Ihr Einkommen angewiesen ist. Das macht einen solchen Schritt nicht einfacher.

Warten Sie dennoch nicht auf den Punkt des totalen Zusammenbruchs. Oder darauf, dass Sie gekündigt werden. Sie werden Ihre Motivation, Ihren Glauben an sich und Ihre Fähigkeiten noch brauchen, um beruflich neu durchzustarten.

Es mag sein, dass danach schwierige Zeiten auf Sie zukommen. Finanziell, beruflich, familiär. Aber noch haben Sie gute Chancen diesen Knick in Ihrer Biographie zu meistern. Sich selbst zu beweisen, dass Sie auch in der Krise die Kontrolle behalten.

Die absolute Mehrheit der Mobbing/Bossing-Opfer gibt an, dass Sie schneller und konsequenter hätten reagieren müssen. Etwa 25% sagen, dass Sie früher hätten kündigen müssen. Auch ohne Anschlussbeschäftigung.

Merken Sie sich: Durchhalten um jeden Preis ist der falsche Weg. Ihre Gesundheit und Ihre Motivation sind Ihr Kapital für die Zukunft. Verteidigen Sie dieses Kapital. Ohne Kompromisse.

Hören Sie auf, Gründe zu suchen

Weit über 70% der Mobbingopfer geben an, sich klar darüber zu sein, dass sie keinen Einfluss auf die Situation hatten. Eine entscheidende Einsicht.

Begreifen Sie, dass die Gründe für Mobbing vielfältig sind und sich in der Regel Ihrem Einfluss entziehen. Damit ist es beinah egal, ob hier gruppendynamische Entwicklungen, Neid oder krankhafte Persönlichkeitsmerkmale beim Mobber bzw. Bosser der Auslöser sind.

Vergessen Sie die Vorstellung, dass in jedem ein guter Kern steckt, der ihn zugänglich für Argumente und Empathie macht. Es gibt genug Menschen die sich nur dann gut fühlen, wenn Sie jemanden erniedrigen und klein machen können. Nicht jeder spielt nach anerkannten sozialen Konventionen. Nicht jeder teilt Ihre Vorstellung von einem guten Miteinander.

Sie tragen keine Schuld an der Situation. Streichen Sie also den Gedanken, dass Sie die Ursache des Psychoterrors sind.

Das Einzige was in Ihrer Macht liegt, ist, die Situation zu beenden. So oder so. Nutzen Sie diese Chance.

Bewerten Sie Ihre Einflussmöglichkeiten realistisch

Zugegeben, wer schon Schäden am Selbstwertgefühl kassiert hat, dem fällt es schwer einzuschätzen, welche realistischen Möglichkeiten vorhanden sind, um das Problem ohne Eigenkündigung zu lösen.

Gerade Bossing stellt durch das Machtgefälle zwischen Opfer und Täter eine schwierige Konstellation dar. Je kleiner das Unternehmen, umso problematischer. Es fehlen neutrale Instanzen, wie im Falle von Arbeitgebern mit vier, fünf oder mehr Führungsebenen, oder ein schlagkräftiger Betriebsrat.

Wenn der Bosser selber Vorgesetzte hat

  • Suchen Sie sich Zeugen für das Verhalten Ihres Vorgesetzten. Wenn möglich dokumentieren Sie die Vorfälle und eskalieren Sie das Thema an die nächste Führungsebene oder die Geschäftsführung. Wenn Sie Glück haben, werden Sie von hier aktive Hilfe erhalten.

  • Suchen Sie den Kontakt zur nächsten Ebene nicht im Zustand höchster Emotionalität. Schnell wird Ihnen hysterisches oder weinerliches Verhalten unterstellt und Ihre Reaktion als übertrieben abgetan.

Wann es keinen Sinn hat:

  • Vergegenwärtigen Sie sich die Beziehung Ihres Vorgesetzten zur nächsten Führungsebene. Bestehen hier enge persönliche Bindungen, oder hat er es geschafft, sich als beliebter Macher zu profilieren? Gerade im letzteren Fall gilt leider häufig, dass Geschäftsleitungen über Führungsdefizite gern hinweg sehen, solang die Zahlen stimmen.

  • Gerade Bosser mit narzisstischen oder psychopathischen Persönlichkeitszügen haben oft exzellente Fähigkeiten sich bei den richtigen Leuten einzuschmeicheln. Sie können überaus überzeugend und einnehmend auftreten.

In diesen Fällen ist die Wahrscheinlichkeit, den Kampf zu verlieren sehr hoch. Überlegen Sie sich, ob Sie sich weitere Blessuren einfangen möchten, oder lieber gleich den Ausgang suchen.

Wenn der Bosser auf der Geschäftsführungsebene sitzt

Vergessen Sie wohlgemeinte Ratschläge, wie die Situation zu thematisieren ist. Es gibt keine Lösung, um sich sinnvoll gegen Machtmissbrauch von ganz oben zu wehren. Versuchen Sie nicht, es dem Bosser Recht zu machen. Sie haben keine Chance, etwas grundsätzlich zu ändern.

Gehen Sie. Bald. Punkt.

Nicht ohne Vorbereitung kündigen

Wenn die Eigenkündigung zur Option wird, gehen Sie planvoll vor:

  • Holen Sie sich sozialen Rückhalt. Klären Sie Freunde und Familie über Ihre Situation auf. Und nennen Sie das Kind beim Namen. Sie werden terrorisiert.
  • Setzen Sie sich einen klaren Termin, zu dem Sie aussteigen werden. Und ziehen Sie es durch.
  • Gehen Sie zu einem Arzt oder psychologischen Psychotherapeuten. Lassen Sie sich bescheinigen, dass eine weitere Beschäftigung aus medizinischer Perspektive unzumutbar ist. Entscheidend, wenn es um den Bezug von Arbeitslosengeld geht.
  • Gewinnen Sie Zeit für Abstand und Erholung. Lassen Sie sich krankschreiben. Nutzen Sie die ersten Wochen, um sich etwas zu regenerieren. Erst dann nehmen Sie Ihre Bewerbungsaktivitäten mit klarem Kopf auf.
  • Lassen Sie das Arbeitsverhältnis mit Ihrem noch Arbeitgeber nicht zu lange in der Schwebe. Kündigen Sie zum Ende Lohnfortzahlung. Sie brauchen diesen Ballast nicht.

VERMEIDEN: WAS SIE NICHT TUN SOLLTEN

Das amerikanische Workplace Bullying Institute (Bullying = Mobbing) hat Regeln für Mobbingopfer aufgestellt, die im Kontrast zu den üblichen Empfehlungen von Personalern, Coaches und Karriereexperten stehen.

Einiges davon ist auch unter deutschen Verhältnissen sinnvoll anwendbar:

  • Fühlen Sie sich nicht schuldig, wenn Sie Ihren Mobber nicht mit seinem Verhalten konfrontieren. Wenn Sie könnten, hätten Sie es bereits getan. Es ist nun mal nicht Ihre Art.
  • Opfern Sie Ihre Gesundheit und persönliche Integrität nicht für ein gutes Gehalt. Solche Überlebensstrategien allein vergrößern gesundheitliche und berufliche Probleme. Wenn sich nichts ändert, planen Sie Ihre Flucht.
  • Warten Sie nicht darauf, dass das Mobbing mit der Zeit nachlässt. Es muss aufhören. Sofort.
  • Ihr Arbeitgeber ist für Ihre Arbeitssituation verantwortlich. Sie sind Opfer, nicht Täter und damit nicht dafür verantwortlich das Mobbingproblem zu lösen.
  • Versuchen Sie sich nicht neu zu erfinden und die Situation über Intrigen und politische Spiele zu lösen. Imitieren Sie nicht das unethische Verhalten des Täters.
  • Vertrauen Sie nicht darauf, dass Ihnen das Personalwesen hilft. Personaler sind Manager und Teil des Managements.
  • Erwarten Sie keine Hilfe vom Vorgesetzten des Mobbers. Das ist die Person, die ihn am meisten liebt. Und wenn Ihr Vorgesetzter den Mobber nicht liebt, so hat er wahrscheinlich Angst vor ihm und wird ihn nicht aufhalten.
  • Erzählen Sie Ihre Geschichte nicht aus einem rein emotionalen Blickwinkel. Sie werden potentielle Helfer verschrecken.
  • Wenn Sie Vorkommnisse dokumentieren, teilen Sie Ihre Aufzeichnungen mit niemand bei der Arbeit. Es könnte gegen Sie verwendet werden.
  • Lassen Sie sich von keinem Arzt oder Therapeuten behandeln der Ihnen nicht glaubt und Sie so verändern möchte, dass Sie nicht wieder mit Mobbing konfrontiert werden. (Das Problem sind nicht Sie!)
  • Vertrauen Sie sich niemand bei der Arbeit an, der seine Loyalität mit Ihnen nicht offen demonstriert hat.


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