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12/12/2015 09:38 CET | Aktualisiert 12/12/2016 06:12 CET

"Solch breites Engagement so vieler Menschen habe ich nie erlebt"

Thomas Koehler via Getty Images

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Zum Ende eines Jahres blicken wir gern zurück auf das, was uns bewegt hat, was gut und was vielleicht auch nicht so gut gelaufen ist und mit welchen Erwartungen wir in das neue Jahr starten.

Mindestlohn: Ich denke im Rückblick beispielsweise an die Einführung des gesetzlichen flächendeckenden Mindestlohns zum 01. Januar 2015, für die wir Sozialdemokraten erfolgreich gestritten haben. Allen Unkenrufen zum Trotz ist der Mindestlohn bereits heute eine Erfolgsgeschichte.

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Bei uns hat der Mindestlohn eine volkswirtschaftliche Dimension

Allein in meinem Heimatland Sachsen-Anhalt profitieren mit über 30 Prozent der Beschäftigten rund 285.000 Menschen davon. Diese Quote ist übrigens um 14 Prozent höher als der Bundesdurchschnitt. Das heißt, bei uns hat der Mindestlohn eine volkswirtschaftliche Dimension, denn er entlastet die kommunalen Sozialleistungen, stärkt die Kaufkraft sowie die Einkommenssituation vieler Menschen und fördert reguläre Arbeitsverhältnisse.

Wie viele in der SPD verbinde ich den Mindestlohn nun mit der Hoffnung, dass im kommenden Jahr die Unternehmen in Sachsen-Anhalt auch die Löhne erhöhen und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fair bezahlen. Höchste Zeit wird es auch für ein einheitliches Rentensystem in Ost- und Westdeutschland.

Flüchtlinge: Ein weiteres Thema, das uns dieses Jahr stark beschäftigt hat und weiter beanspruchen wird, ist die hohe Zahl neuer Flüchtlinge in Deutschland. Das betrifft auch meinen Wahlkreis Magdeburg. Wie für viele Kommunen ist die Unterbringung, Versorgung und Integration der Flüchtlinge und Asylbewerber auch hier eine Herkulesaufgabe.

Ein solch breites Engagement so vieler Menschen habe ich bisher noch nicht erlebt.

Durchweg positiv ist dabei die breite Unterstützung vieler Magdeburgerinnen und Magdeburger. Es tut gut zu sehen, dass sowohl verschiedene Willkommensbündnisse als auch einzelne Bürgerinnen und Bürger Begegnungsmöglichkeiten und den Zugang zu Sportvereinen schaffen, Sprachkurse anbieten, gemeinsam mit Flüchtlingen kochen, ihnen die Stadt zeigen und bei Behördengängen helfen. Ein solch breites Engagement so vieler Menschen habe ich bisher noch nicht erlebt.

Demografischer Wandel: Die Bevölkerung in Deutschland wird zunehmend älter. Doch in Sachsen-Anhalt wirkt sich der demografische Wandel am stärksten aus. Schon in zehn Jahren wird hier jeder dritte Bewohner in Rente sein.

Das schafft Probleme vor allem im ländlichen Raum, etwa wenn die Fachkräfte in regionalen Unternehmen fehlen, wenn die Pflege von hilfsbedürftigen Menschen organisiert werden muss, wenn im Dorf die Schule und der letzte Supermarkt von Schließung bedroht sind. Diese Entwicklung treibt uns alle um. Das beschäftigt uns - Einwohner, Unternehmer und Politiker gleichermaßen.

Die Flut spülte alles weg

Hochwasser: Zweieinhalb Jahre ist das Hochwasser von Elbe und Saale in meinem Wahlkreis her. Ganze Ortsteile standen damals bis zu zwei Meter unter Wasser, die Flut spülte alles weg. Das Hochwasser beschäftigt die Menschen jedoch heute noch. Nicht alles konnte zwischenzeitlich wieder aufgebaut werden. Die Planungen und Genehmigungsverfahren dauern vielen Betroffenen zu lange.

Dritte Liga: Magdeburg ist endlich wieder im Profifußball. Ende Mai stand die ganze Elbestadt Kopf, als der 1. FC Magdeburg den verdienten Aufstieg in die Dritte Liga schaffte. Wir haben eine tolle Mannschaft und treue Fans, die unserem Traditionsverein auch in schwierigen Zeiten die Stange gehalten haben. Es lohnt sich wirklich, bei den Heimspielen live dabei zu sein. Im oft ausverkauften Stadion mit 27.000 Plätzen ist immer eine tolle Stimmung.

Sechs Fakten: Das bringen Flüchtlinge Deutschland wirklich

Dieser Text ist Teil der Reihe "Wie geht es uns?" Ein Jahr lang hat die Politik in Berlin, die Krise in Syrien und der Konflikt mit Moskau die Schlagzeilen beherrscht. Wie aber geht es Ende dieses irren Jahres den Menschen in Deutschland? Wie blicken die Menschen in unserem Land in die Zukunft? Das will die Huffington Post herausfinden - und hat alle Redakteure als Reporter durch das Land geschickt. Sie führen Interviews, besuchen Menschen, denen sonst niemand zuhört - und berichten über Menschen, die dabei helfen, die größten Probleme zu lösen.

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