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18/12/2016 17:19 CET | Aktualisiert 19/12/2017 06:12 CET

Vielfalt der Religionen

Stephan Senzel via Getty Images

Religionen haben eines gemeinsam, sie basieren auf dem was wir Glauben. Der Glaube entspringt, unserer Seele. Die Seele ist in ständiger Wechselwirkung zwischen dem was wir Glauben und dem was wir in Wirklichkeit erleben. Sie bedient sich quasi zum einen der Sinne, um das Wirkliche zu erkennen, oder aber sie greift in den Riesigen Schatz an gespeicherten Erfahrungen, um das richtige zu wählen. Damit gewinnt sie Macht über den Körper.

Wir haben das Gefühl, das Richtige oder das Falsche getan zu haben und wir sind uns der Tragweite unseres Handelns bewusst. Das Bewusstsein ist bemüht das Verhalten zu reflektieren. Das heißt, wir benötigen auch immer einen Raum, mit einem Nachbarn oder mehreren, um sich austauschen und das Richtige zu beschließen.

Nun ist das Bewusstsein ein fiktiver Raum, in unseren Köpfen und je mehr Köpfe zusammen kommen, umso vielfältiger wird dieser Raum. Gott hatte uns den Sinn für die Vernunft gegeben und damit kann dieser Raum gestaltet werden. Der Mannigfaltigkeit sind jedoch Grenzen gesetzt. Der Mensch hatte im Zuge seiner Entwicklungsgeschichte zusätzliche Sinne erlangt, dazu zählt seine erhöhte Kommunikationsfähigkeit.

Was war neu? Zunächst der Ausdruck der Gefühle über die Sprache. Das sicherte ihm die Kommandostellung in der Welt. Seine Andersartigkeit brachte ihm ungeheure Entwicklungschancen. Im Nu eroberte seine Zivilisation die Erde. Gleichsam mit der technischen Revolution ging der allseitige Ausbau von Kommunikationsleistungen einher.

Wie kein anderes Wesen zuvor veränderte er das Aussehen der Erde. Er schuf blühende Landschaften wunderschöne Städte mit fantastischen Häusern, Straßen und Plätzen bei deren Anblick uns der Atem stockt und wieder und wieder ein Schauer voller Bewunderung und Ehrfurcht über den Rücken läuft. Seine Großartigkeit drückt doch sehr deutlich die tiefe liebe und Verbundenheit seines Wesens mit Gott aus.

Mit dieser rasanten Entwicklung konnte die menschliche Vernunft leider nicht Schritt halten. Der Übermacht in der materiellen Welt folgte nur zögerlich seine Intelligenz. Sie führte ihn zunächst zur Einführung von Vereinfachungen, wie einheitlichen Normen und Standards. In deren Folge, die Schriftzeichen entstanden sind, wofür die vor allem bis heute als heilig geltenden religiösen Schriften stehen.

Sie bündeln quasi den großen Schatz an Ritualen zu einem großen Ganzen. Die alten Völker brachten sie in ihren Tänzen und Liedern zum Ausdruck. Vereinfacht gesagt, glichen die Religionen schon immer einem Schauspiel auf einer großartigen Bühne. Das Stück wurde regelmäßig nach festgelegten Mustern wiederholt und das Volk huldigt einer ganzen Schar von Göttern den nötigen Respekt.

Es gab auch keine richtige Trennung zwischen dem was erlebt wurde und dem was den Glaube betraf. So gesehen ist die Religion auch ein Gewerbe, bei dem die materiellen und ideellen Güter einen Preis haben und die Kirche ein Monopol darauf besitzt. Über die vielen Jahrtausende ihrer Herschafft, konnten die verschiedensten Kirchen damit ungeheuere Reichtümer anhäufen.

Ab und an gesellte sich zu den Göttern, ein weltlicher oder auch ein geistlicher Herrscher hinzu, um gleichsam einen hohen Platz auf der göttlichen Bühne zu beanspruchen. Leider waren es nicht selten, die vom Wahnsinn befallen, machtgeile alte Männer. Sie verführten die Völker zu Kriegen mit furchtbaren Zerstörungen und Vernichtungen. Seine Macht diente schon immer als Mittel zur Unterwerfung insbesondere in der vom Staat zentralisierten Gesellschaft.

Heutzutage fehlt uns der Sinn für so manches Ritual. Rituale waren und sind wenn sie ideologisch geprägt sind massive Eingriffen in die persönliche Freiheit und die Würde des Menschen und egal ob sie wissenschaftliche Weltanschauung heißen oder einen religiösen Namen tragen, es sind Verbrechen an der Menschheit und sie gehören auf den Müllhaufen der Geschichte dieser Welt.

Gegenwärtig stehen wir wieder vor der Frage, wollen wir die Vielfalt oder aber eine wie auch immer geprägte Ideologie?

Wir sollten uns in Anbetracht unserer neueren Vergangenheit sehr klar und unmissverständlich äußern. Ein Verbot oder die Ächtung dogmatischer Rituale religiöser Gruppierungen muss es in jedem Fall geben. Wir müssen die alten religiösen Reißzähne der Urzeit entfernen können. Dies Fordert der Respekt vor unseren bürgerlichen Grundrechten.

Das ist der alles bestimmende Maßstab. Damit ist eine Basis gegeben. Die Einhaltung demokratischer Grundsätze verhindert geradezu die Vereinnahme anders gearteter Gläubiger, oder aber die Ausgrenzung derjenigen, die gar keinen Glauben haben, oder homosexuell, oder lesbisch veranlagt sind. Dazu gehört zweifelsfrei ein würdevoller Umgang mit anderen Kulturen, was auch den Islam einschließt.

Vielen Menschen unserer Gesellschaft erschließt sich der Glaube an Gott seit langem nicht mehr. Sie finden den Bezug vom alt Hergebrachten zur Moderne nicht. Das Weihnachtsfest wird beispielsweise vielerorts zum riesigen Einkaufsrummel gemacht. Das ganze hat weder etwas mit einer weltoffenen pluralistischen Gesellschaftsordnung, denn mit Gott zu tun. Es ist schlicht und ergreifend einfachster Kommerz.

Wenngleich wir die Freude beim Begehen von Feiertagen, als religiösen Aufhänger beibehalten sollten. Denn schließlich möchte der Mensch auch seine Freude, an dem was er tut fühlen und diese Freude ist nun mal bei allen Lebewesen, wie auch beim Menschen gleicher Maßen am größten, an einem Festtage.

Es kann durchaus auch ein Rummel, aber bitte dann mit netten Schaustellern, oder aber ein Fußballspiel, es kommt auf die Akteure an, oder ein Konzert, meinethalben auch ein poppiges, oder aber auch ein Kunstwerk entsprungen der Phantasie eines Bildhauers, Malers, Musikers oder Fotografen oder dem Wunder der Natur sein.

Alle diese Dinge berühren unsere Seele und den Glauben an Gott. Wir müssen die Gemeinsamkeiten aller in den Fokus rücken. Das gehört auch zur Kultur! Es muss uns berühren unsere Gefühle ansprechen. Es wird uns bereichern und je älter wir werden, um so mehr, denn der Glaube an Gott wächst gleichsam einer reifenden Frucht.

„Im Übrigen, hat ein jeder seinen eigenen Zugang zu Gott, denn der Schlüssel liegt in Deinem Kopf." Etwas Neues ist gegenwärtig noch hinzu gekommen. Mit den modernen Kommunikationscomputern, sprich Handys haben wir geradezu einen Quantensprung beim Austausch von Gefühlen vollbracht. Diese Systeme entwickelten fortwährend neue Netzwerke, die um die ganze Welt gehen.

Die Macht von Herrschern wird hinterfragt, ihre Verbrechen an den Völkern verurteilt. Ja sogar die über Jahrzehnte verfilzten und verfestigten Establishments um den parasitären Speckgürtel der Staaten werden abgewählt. Es ist eine spannende Zeit angebrochen, wo vieles neu entschieden wird.

Und wir sind da angekommen, wo eigentlich alles einmal begonnen hatte, nämlich bei unserer Seele.

Aus kybernetischer Sicht könnte man es als gemeinsame Schnittmenge aller Informationen auf der Lebenden Speicheroberfläche betrachten. Es betrifft damit alle Lebewesen und sie unterliegt Gottes Willen. Über hunderte Millionen von Jahren entwickelte das Leben diese Speicher. Sie stecken voller Informationen, es sind wahre Wunderwerke des Lebens. Ihre Muster bestimmen unser ganzes Dasein und wir geben sie an die Kinder weiter.

Diese Speicher zu analysieren bedeutet auch Grundlagenforschung. Es ist auch eine große Verantwortung darin, denn unsere Zukunft hängt davon ab. Wir suchen nach der Handschrift Gottes und vielleicht gelingt es uns auch seine Vernunft anzunehmen. In erster Linie wollen wir die Krankheiten des Körpers analysieren und heilen.

Gewiss hatten auch unsere Ahnen die liebe zu Gott im Glauben kultiviert und ihn in ihren Ritualen gelebt. Wir haben diese Verhaltensmuster schon immer in unserer spirituellen Welt gespürt, ja unsere Träume basieren darauf. Sie beeinflussen in einer natürlichen Weise den Körper und der Glaube vermochte uns vor Feinden und Krankheiten zu schützen. Auf diesen Schatz können wir bauen.

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