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13/11/2016 13:19 CET | Aktualisiert 14/11/2017 06:12 CET

Wohin mit Königsberg?

Yuri Gripas / Reuters

Brief an Larry H. Summers, den wohl bedeutendsten Menschen dieser Welt.

Lieber Larry H. Summers,

ich schreibe Ihnen diesen Brief, weil ich eine Vision habe. Nicht wegen mir, sondern, weil es etwas gibt, das uns verbindet. Über dieses etwas habe ich länger nachgedacht; und ich bin überzeugt, es wird auch Sie begeistern. Es geht um unsere Vergangenheit. Genauer gesagt um die gemeinsamen Wurzeln im alten Osteuropa und unsere Zukunft.

Die Region, die ich meine ist durch die militärischen Aktivitäten der USA in den Fokus gekommen. Israel benötigte Raketenschilde gegen den Iran. Einen davon wollen die Polen in Suwalki, einem alten Siedlungsgebiet auch ihrer Vorfahren errichten. Die Region gehört zum Baltikum. Schon immer war es ein Grenzgebiet zwischen Deutschen, Polen, Litauern, Letten und Russen. Hier lebten früher einmal unsere Völker zusammen, darunter auch Juden .Die gemeinsame Zeit sollte nicht ewig wären.

Das zwanzigste Jahrhundert war nicht gut für uns. Die Nazis und der zweite Weltkrieg hatten das Land verwüstet, die Völker entwurzelt und ermordet. Wir haben Vieles verloren, sind in alle Himmelsrichtungen vertrieben wurden. Das Leid von damals, sollte uns heute daran erinnern, den Ort des Grauens nicht noch einmal leichtherzig aufs Spiel zu setzen. Ich meine, wir müssen alles für die Entmilitarisierung dieser Region unternehmen.

Wir wollen die Zukunft sehr gewissenhaft planen. Das Alte wenn es gut war, muss sich im Neuen wiederfinden. Unter dem Eindruck unserer Vergangenheit, möchte ich in keiner Weise etwas erzwingen.

Ich kann nur dem Volke dienen, wenn ich selbstlos und ohne Stolz die notwendigen Schritte gehe.

Lieber Larry H. Summers, wie könnten Sie helfen?

Ich stelle mir ein gemeinsames Forum vor, mit einem Beschluss und einem General-Plan, mit fest vorgegebenen Grundsätzen und Finanzvolumen für eine Freihandelszone um die russische Exklave Kaliningrad.

Polen, Litauen, Letten und Esten sowie die EU müssten in jedem Fall einbezogen werden.

Damit das Ganze nicht eskaliert, sollten die Russen zuvor angemessen entschädigt werden. Das Geld hierfür könnten die Deutschen bezahlen. Das sind sie uns schuldig.

Den Abzug der Russen hatten sie schon einmal wunderbar organisiert. Möchte damit sagen, sie haben darin Erfahrung, wie man den Wolf satt kriegt und das Schaf dennoch am Leben lässt, wie die gesamte russische Armee mit all dem Waffenarsenal nach Hause geht und Putin dennoch sein Gesicht wahrt.

Für mehr, sind sie aber nicht zu gebrauchen. Deutsche Bürokratie gepaart mit Brüsseler Technokratie, dass ist das Letzte was wir brauchen. Die Deutschen sowie die Russen sind uns als zahlungsfähige Gäste immer willkommen, mehr auch nicht.

Dafür müssten wir die nötigen Voraussetzungen schaffen.

Verzeihen Sie mir, wenn ich Ihnen meine Gedanken im Anhang kurz darstelle.

Viele herzliche Grüße

Bruno Burzynski

Wie viel Realität braucht ein Gedanke?

Und er glaubte so sehr an diesen Gedanken, dass er ihm wie im Traum erschien!

Der Brief ist tatsächlich an Herrn Summers gegangen. Er hatte ihn unter der vielen Post zufällig herausgegriffen.

Sein Deutsch reichte gerade mal für die Überschrift. Es hatte sein Interesse geweckt und er ließ ihn Übersetzen.

Hiernach lief alles wie von selbst. Die Dinge hatten sich verselbstständigt. Die Eigendynamik trug sie bis ins Weiße Haus. Obama persönlich nahm sich der Sache an.

Die Amis hatten die Dinge erstaunlich ernst genommen. Es war genau der richtige Zeitpunkt.

Und wie Oft schon im Leben war eine Fügung im Spiel. Zwischen den beiden Supermächten herrschte eine immense Spannung. Russland hatte die Krim annektiert. Sie diente den Russen als Militärstützpunkt. Nur mit Gewalt war das Land einzunehmen.

Sie ignorierten den Freiheitswillen der Völker und setzte ihre Vasallen ein. Gleichwohl hatten sie dafür eine überwältigende Mehrheit der Einwohner dieser Region gefunden. Es waren die autochthonen Russen. Dennoch war die Welt empört. Das EU-Parlament Tagte. Merkel führte persönliche Gespräche mit Putin und Obama.

Die Engländer fühlten sich als die führende Militärnation der Europäer und drohten den Russen. Nie zuvor war Europa so Einig und man legte Putin Sanktionen auf. Sie Sperrten seine Geldhähne. Steinmeier reiste in das Donezbecken und beschwor die dort lebenden Kosaken in der Ukraine zu bleiben. Er versprach ihnen wie einstmals die Könige Geld und Waffen.

Die Ukraine war gespalten. Das Land befand sich ohnehin in stürmischen Zeiten. Die Regierung war gestürzt. Der Staat hatte nur mühsam die öffentliche Ordnung aufrecht erhalten können. Die Wirtschaft lag am Boden. Dieser Zustand hatte sich über Jahre aufgebaut. Warum es dazu gekommen war, lässt sich leicht erklären.

Schon immer lag die Ukraine im Spannungsfeld der Mächtigen. Ob Litauer, Polen, Russen oder die Türken alle hatten in ihrer Geschichte Ansprüche auf das Land. Zu letzt hatte die Ukraine Stalin in sein Vielvölkerimperium eingegliedert.

Die eigentlichen Uhreinwohner dieser Region, die Ruthenen versuchten schon immer der eine oder der andere Harscher zu unterdrücken, assimilieren oder zu vernichten.

Auch die Nazis hatten ihre blutige Spur hinterlassen. Sie vergriffen sich in der wohl bestialischsten Weise an den hiesigen Juden.

Auch Stalin hatte sich in verbrecherischer Art an den Völkern vergriffen. Die meisten Russen sind aufgrund seiner Vertreibungspolitik in die gesäuberten Räume der Ukraine eingeflossen. Zu erwähnen sind in jedem Fall die wohl bekanntesten Ukrainer, nämlich die Kosaken. Eigentlich sind sie kein Volk, sondern viel mehr eine Streitmacht. Sie standen im Sold des einen oder anderen Herrschers und waren eher zur Unterdrückung aller Völker da.

Als die Sowjetunion sich auflöste ergriffen clevere Politiker die politische und wirtschaftliche Macht. Die im Sowjetreich durch Eroberung geschaffenen Grenzen hatten auf einmal enorm an Bedeutung zugenommen. Das Land die Bodenschätze alles wurde neu bewertet und verteilt.

Es bildeten sich neue Zentren der wirtschaftlichen wie auch politischen Macht heraus. Sowohl das alte Mutterland Russland als auch die neuen Einflussländer vor allen die Amis und die Deutschen buhlten um Einflussnahme. Dennoch hatten Korruption und Kriminalität der Wirtschat enorm geschwächt. Nicht zu letzt war es Putin mit seiner instabilen Gaslieferung der dem Land großen wirtschaftlichen Schaden zugeführt hatte.

Das Land taumelte in eine Katastrophe hinein. Der Russe manövrierte den Ami in eine Pat Situation.

Einerseits wollte Putin nicht als kalter Krieger in der Öffentlichkeit dastehen und andererseits konnte Obama sich nicht als Taten loser Zuschauer bloßstellen lassen. Dieser Kampf hört nie auf, zuweilen wird er militärisch ausgetragen. Die Welt hatte schon viele Kriege gesehen. Die militärische Gewalt als Druckmittel hat zweifelsfrei zugenommen.

Es werden nicht nur mehr Waffen gebaut, es werden auch sehr viel mehr gebraucht. Die Staatsgewaltigen definieren sich zunehmend durch ihre Militärs. Sie erfanden dafür den Begriff eines Nichtlinearen Krieges. Eine Art vor den Augen der Weltöffentlichkeit verborgener Kriegskunst, ausgetragen auf dem Rücken der Völker mit allerlei heimtückischen sich selbst lenkenden Waffen und erkauften Söldnern.

Diese Art von Kriegskunst ist vom Prinzip nichts Neues. Schon die alten Römer hatten sie für die Einnahme Karthagos genutzt. Lügen, Bezichtigungen und das ganze Arsenal zum Völkerhass sind wie einst zum Instrumentarium der Politiker geworden.

Der Nationalismus mündet so wie von selbstverständlich im Militarismus. Die Kultur der Völker bleibt hiernach auf der Strecke. Größenwahn, Selbstüberschätzung und politische Verfolgung sind die Folge. Dieser Trend in den Ideologien der Mächtigen gewinnt in dramatischer Weise an Dynamik. Die Staaten bedienen sich wie einstmals imperialer Klischees. Man kann es kaum Glauben, der Rechtsextremismus schlägt neue Blüten.

Das birgt die große Gefahr eines Weltkrieges in sich. Die führenden Mächte, vor allen die Amis und auch die Russen, können im Falle eines Weltkrieges nur die Verlierer sein. Obama bezeichnet Russland als Regionalmacht und vergisst, dass wir alle längst im Zeitalter der Raumfahrt angekommen sind. Die globale Bedrohung scheint angesichts der vielen regionalen Kriege völlig verloren gegangen zu sein.

Die Schurkenstaaten bemächtigen sich der Raketentechnik und sind zunehmend zur globalen Gefahr mutiert. Ihre Raketen fliegen nicht nur viel weiter als früher, nein sie könnten auch schon mal nukleare Sprengköpfe tragen. Zunächst war es schick an nuklearen Waffen insgeheim zu basteln. Dies reicht heute bei weitem nicht mehr aus. Mittlerweile müssen es Interkontinentalraketen mit Atomsprengköpfen sein.

Um den Ernst der Dinge zu spüren, bedarf es unter Umständen einer so großen Herausforderung, wie es der derzeitige Krieg im mittleren Osten ist.

Die Lage ist zum Bersten aufgeladen und militärisch von den Kontrahenten nicht Lösbar. Der Irak zerfällt in ein Konglomerat sich erbarmungslos bekämpfender Interessen- Gruppierungen. Syrien verliert sich im Bürgerkrieg. Der Iran und Saudi-Arabien polarisieren die Völker. Die Türkei ertrinkt im Flüchtlingsstrom.

Da hilft es auch nicht eine Konfliktblase zu öffnen und die flüchtenden Menschen in den Westen zu lenken. Die hiernach ausgelöste Fluchtwelle überschwemmt ganz Westeuropa. Wenn die Amis und die Russen die Regionen nicht gemeinsam befriedigen, droht Europa eine noch viel größere Krise. Die Demokratie und die Freiheit der westlichen Völker stehen ernsthaft auf dem Spiel. Der Westen braucht Russland als Verbündeten.

Eine Ausgrenzungspolitik wie sie derzeit Obama gegenüber Putin betreibt, wird den Problemen weder in der Ukraine noch sonst irgendwo in der Welt gerecht. Dabei geht es nicht nur um militärische Stärke. Es muss klar sein, dass hier Werte der Demokratie auf dem Spiel stehen. Die Situation ist sehr ernst und verlangt eine ebenso entschlossene wie vor allem auch geschlossene Vorgehensweise.

Die westlichen Völker warten förmlich auf ein Zeichen. Sie wünschen sich nichts sehnlicher als eine gemeinsame Linie!

Und noch eine Fügung kam ins Spiel; die Wahlen zum neuen Präsidenten der USA hatte Trump gewonnen.

Trump war nach vielem hin und her am Ende klarer Sieger. Er erkannte den hohen Nutzen einer Aussöhnung mit Putin und er benutzte das Thema in seinen Wahlkampf.

Hillary Clinton hingegen blieb ihrer alten Linie treu. Sie war eine leidenschaftliche Verfechterin einer harten Sanktionskante gegen Putin und sie verlor nun mit den Wahlen auch diesen Anspruch.

Amerika musste Farbe bekennen.

Die Administration in Washington suchte fieberhaft nach neuen Gestaltungsräumen und plötzlich war wieder alles offen:

Putin zeigte Reue und reichte Trump die Hand. Sie beschlossen zur großen Freude aller Völker quasi als eine Geste der Freundschaft, gemeinsam die Fußball-WM 2018 ganz im Zeichen des Friedens auszutragen. Dazu sollte der baltische Raum als Ort des Friedens entmilitarisiert werden.

Bruno war begeistert. Diese Idee, eine Friedenszone mit Beteiligung Russlands und der NATO im Baltikum zu schaffen, war ganz nach seinem Geschmack. Es war ein Wunder geschehen. Er ahnte es nicht dass sein Brief an den mächtigsten Mann der Welt die Vorlage dafür war.

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Gleichwohl wunderte er sich über eine Vorladung zum Wirtschaftstreffen in Kaliningrad. Sie war vom Wirtschaftsminister der Oblast Kaliningrad persönlich abgezeichnet.

Wie sollte er vorgehen? War vielleicht eine Genehmigung von Schäuble oder sogar von Merkel notwendig, oder gar eine Genehmigung vom Berliner Senat erforderlich. Er wusste nicht einmal den Nahmen, Irgendeiner meinte es wäre die Gründer-Königen der Berliner Wirtschaft, Die CDU-Frau Yzer.

Eine Senatorin für Bildung, Wirtschaft und Stadtentwickelung so ganz ohne öffentliche Titel. Irgendwie merkwürdig!

Anscheinend hatte man den Titel wohl aus Angst fortgelassen. In der Vergangenheit hatte schon so manches Mal die Opposition eine Plagiataffäre um Titelvergaben geführt und so manchen Politiker wegen falscher Federn zum Straucheln gebracht. Wahrscheinlich hatte man es deshalb bei Königen belassen, das konnte ohnehin keiner für ernst nehmen.

Berlin als größtes boomendes Gründerzentrum Deutschlands zu bezeichnen war der größte Witz. Kurz um, er beschloss, wie einstmals zur Wende, einen Alleingang zu riskieren. Damals hatte er die DDR-Mächtigen einfach abgehängt. Es war genau das Richtige gewesen. Es hatte ihm vor allem Selbstvertrauen gebracht.

Er packte seinen alten Reisekoffer, den er schon so oft für den Urlaub in Sardinien genutzt hatte und flog zum Wirtschaftsgipfel. Der Flug führte über eine südliche Rute, so dass er aus dem Fenster die Wälder und Seen Masurens erblicken konnte. Er war fasziniert, als Kind hatte er so oft die Flugzeuge so hoch oben am Himmel in die Wolken bestaunt. Nun saß er selbst darin.

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