BLOG
29/12/2016 11:11 CET | Aktualisiert 30/12/2017 06:12 CET

Was ist dran, an der „aufgeklärten Gesellschaft"?

iStock

Was ist eigentlich schlimmer? Den eigenen Eltern eine ungewollte Schwangerschaft zu beichten - oder eine sexuell übertragbare Krankheit? Ich persönlich möchte beides niemals machen müssen.

Und dennoch: Auf die Frage, warum sie beim Sex ein Kondom benutzen, antworteten 77 Prozent im Rahmen der Umfrage, dass sie in erster Linie eine Schwangerschaft vermeiden wollen. Nur 66 Prozent verwenden ein Kondom, um sich vor sexuell übertragbaren Krankheiten zu schützen. Demnach ist das Kondom nach wie vor das Symbol der Schwangerschaftsverhütung - obwohl Krankheiten wie Syphilis, Herpes, Chlamydien oder Hepatitis alles andere als ein Spaziergang sind.

Ähnlich verhält es sich mit der allgemeinen Aufklärung: Nur 77 Prozent fühlen sich umfassend aufgeklärt. Das liegt zum Teil daran, dass ein Viertel der Befragten unsicher im Umgang mit Kondomen ist. Die klassischen Trockenübungen mit Bananen sind bei vielen in der Schule zu kurz gekommen. Ebenso wie das Wissen, wie man sich in der Praxis wirklich vor Viren schützt.

„Wär' schon cool, wenn man das ein oder andere verändern könnte."

Doch Jugendliche befassen sich nicht nur mit dem anderen Geschlecht, sondern natürlich auch mit ihrem eigenen Spiegelbild. Auf die Frage, wie zufrieden sie mit dem eigenen Körper sind, entgegnete fast die Hälfte der Befragten, dass sie nicht happy sind. Jeder Achte würde gern etwas am eigenen Körper verändern. Sind es falsche Leitbilder, die hier in den Medien vorgelebt werden und festlegen, was „perfekt" ist? Es zeigt sich einmal mehr, dass Aufklärung mehr umfasst, als nur sexuelle Verhütung. Und das in diesem Bereich Nachholbedarf besteht!

„Ach, das war doch der Biounterricht, bei dem wir diesen Comicfilm gesehen haben, oder?!"

Ein Thema waren auch das Selbstbewusstsein und der Umgang mit Dating-Apps. Dabei zeigte sich, dass lediglich 68 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen durch ihre sexuelle Aufklärung selbstbewusster geworden sind. Ganze 32 Prozente verneinten diese Frage. 59 Prozent gaben allerdings an, durch die Nutzung einer Dating-App wie LOVOO auch außerhalb der App potenziellen Partner/-innen gegenüber selbstbewusster aufzutreten.

Trotzdem: Die Kommunikation über Verhütung kommt speziell beim Online-Dating oft zu kurz. Das gaben mit 57 Prozent mehr als die Hälfte der Befragten an. Und auch ich bin ehrlich: Wer spricht mit seinem potenziellen Date schon darüber, wie beim ersten Mal verhütet wird? Meist passiert es dann spontan und hat keiner von beiden an ein Kondom gedacht, überwiegen meist Scham - oder Geilheit. Dabei ist es absolut nicht schlimm, auch als Frau, immer ein Kondom einstecken zu haben.

Do what you want. Do it with love, respect and condoms.

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.