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02/08/2015 14:36 CEST | Aktualisiert 02/08/2016 07:12 CEST

Das sorgt für Abkühlung: Surfen, Kiten & Paddeln in München

Warum in die Ferne schweifen, fragte Goethe einst. Wer keinen Resturlaub oder kein Geld mehr hat, bleibt im Sommer in München. Wasserratten verzweifeln allerdings ohne das geliebte Nass - doch in der bayerischen Hauptstadt gibt´s genügend Seen und Flüsse zum Surfen, Paddeln und Kiten.

München und Wassersport? Eisbach! Ist doch klar! Der Eisbach ist international bekannt und gilt als eine der anspruchsvollsten Flusswellen weltweit. Für fortgeschrittene Flusssurfer ist die Welle im Herzen von München ein Traum. Für Anfänger ist die eiskalte Welle eine ziemliche Herausforderung.

"Einfach mal versuchen", ist am Eisbach zu gefährlich. Mindestens ein Jahr Riversurf-Erfahrung sollte man vorher gesammelt haben und im Idealfall im Herbst oder Winter starten, wenn am wenigsten los ist. Ansonsten sind die Ortsansässigen schnell genervt, wenn Anfänger den Betrieb aufhalten.

Glücklicherweise gibt's in München jede Menge Alternativen für Flusswellen-Einsteiger, die Flosslände zum Beispiel. Wellenreiten klappt hier auch mit längeren Surf- oder SUP-Boards. Ob man an der Flosslände überhaupt aufs Wasser kommt, ist abhängig vom Wasserstand - aktuell sieht es gut aus. Zwischen 14 und 20 Uhr können Wellenreiter in diesem Sommer hier ihr Glück versuchen.

Wer sich in den Fluss wagt, sollte auf alle Fälle eine Boardleash verwenden. An der Flosslände wird empfohlen, die Leash am Handgelenk oder Oberarm festzumachen, so bekommt man sie schneller ab. Denn es besteht die Gefahr, dass sie sich verhängt und die Surfer unter Wasser fesselt.

Demnächst kann man auch als absoluter Beginner eine stehende Welle in München reiten, auf der normalerweise Europameister unterwegs sind. Beim Surf & Style am Münchner Flughafen wird ab 31. Juli für fast einen Monat eine künstliche Welle aufgebaut, auf der sich vom Anfänger bis zum Profi alle versuchen können. Los geht's mit dem Freien Surfen laut Plan am 1. August.

Die Teilnahme ist kostenlos, Lycras und Boards können gebührenfrei gegen die Vorlage eines Personalausweises geliehen werden. Wer mitmachen möchte, muss sich zwei Tage vorher für den entsprechenden Slot (Zeitabschnitt von 45 Minuten) im Internet anmelden. Für Anfänger gibt es eigene Slots, bei denen eine Hilfsstange angebracht wird. Vom 14. Bis 16. August findet auf dieser Welle übrigens die Europameisterschaft im "Stationary Wave Riding" statt.

Kitesurfen

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Die guten Nachrichten zuerst: Wer bereits Erfahrung im Kitesurfen hat und sicher Höhe halten kann, findet in und um München einige Kitereviere. Der Spot am Herrschinger Kreuz am Ammersee ist einer der Klassiker für Kitesurfer in der Gegend.

Kitesurfen funktioniert hier am besten bei West- ode Süd-West-Wind. Starten klappt nur aus dem Wasser, denn die Start- und Landezone liegt in einer Windabdeckung. Beim Landen knallen Kites einfach durch das Windloch auf den Boden - eine Herausforderung für die Landehelfer. Anfänger sind in Herrsching ausdrücklich unerwünscht, Höhehalten ist die Mindestanforderung.

Der Walchensee gehört sicher zu den schönsten Kitesurfspots in Deutschland. Dort ist man auf die Thermik angewiesen, verstärkt wird diese bei der Hauptwindrichtung Nordost. Wird im Wetterbericht „Blauthermik" angesagt, ist das ein guter Zeitpunkt, sich zum Walchensee aufzumachen.

Wer das Kitesurfen lernen möchte, ist an bayerischen Seen eher schlecht aufgehoben: Der Wind ist böig, das Wasser nicht immer flach und Stehreviere sind selten. Ein paar Dragging-Übungen sind für Anfänger möglich, zumindest wenn keine Badegäste im Wasser paddeln.

Ambach am Starnbergersee oder Eching am Ammersee eignen sich dafür ganz gut, denn hier ist in der Regel relativ wenig los. Eching funktioniert allerdings nur bei Ostwind, der ziemlich selten ist. Für einen Kitesurf-Kurs muss man in der Regel weiter fahren: Die nächste Gelegenheit ist der Brombachsee, der Einstieg ist hier auch für Anfänger machbar und eine Schule gibt es ebenfalls vor Ort, doch deutlich besser geeignet sind andere Spots, für die weitere Reisen nötig sind:

Ägypten, Marokko oder Fuerteventura zum Beispiel. Anfänger sollten unbedingt einen Kitesurf-Kurs besuchen und nicht auf eigene Faust mit diesem Sport anfangen. Wer Freunde hat, die erfahrene Kitesurfer sind und einem die Grundlagen beibringen können, ist klar im Vorteil.

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Wakeboarden

Der Wasserskipark in Aschheim ist die erste Adresse für Münchner, die Wakeboarden gehen möchten. Insgesamt gibt es dort zwei Liftanlagen, eine langsamere für Anfänger und eine für Fortgeschrittene, die 30km/h schnell ist. Boards, Schwimmwesten und Neos können vor Ort gegen Gebühr geliehen werden. Anfänger erhalten von den „Liftboys" jede Menge Tipps, die bei den ersten Versuchen weiterhelfen.

Einziges Manko: Die Wakeboardanlage ist relativ weit außerhalb und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln umständlich zu erreichen. Dafür trifft man in Aschheim jede Menge guter Wakeboarder und Profis, die für Inspiration sorgen, darunter beispielsweise den Wakeboard-Weltmeister Dominik Gührs. Hat man dann als Anfänger erstmal genug Wasser geschluckt, kann man sich an der Beachbar entspannen, die Zehen in den Sand stecken und den Profis auf dem Wasser zusehen.

Vom 30. Juli bis 23. August 2015 wird beim Sommerfestival "IMPARK" im Olympiapark ebenfalls eine kurze Wakeboardstrecke aufgebaut. Diese verläuft im Gegensatz zu dem normalen Cablepark gerade und ist aufgrund der Größe des Olympiasees natürlich deutlich kürzer als die Strecke in Aschheim.

Wakeboarden entstand in den 1980er Jahren, als Surfer auf Wellen warteten und sich aus Langeweile hinter einem Boot herziehen ließen. Genau dieses ursprüngliche Wakeboarden ist das, was vielen am besten gefällt. Wake Munich macht das rund eine Stunde von München entfernt bei Saal an der Donau möglich. Dort gibt es Kurse und Sessions hinter dem Boot.

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Stand Up Paddeln

Stand Up Paddeln auf einem See sorgt für Tiefenentspannung - fast wie Spazierengehen auf dem Wasser. Von polynesischen Fischern erfunden, wurde SUP zum Sport der Könige auf Hawaii. Heute hat sich das Paddeln zum Breitensport entwickelt, denn es ist einfach zu erlernen, dabei aber nie langweilig.

Anfänger können auf dem Starnberger See einen Stand Up Paddle Kurs belegen oder sich ein SUP ausleihen und es einfach selbst versuchen. Den Selbstversuch startet man am besten in der Nähe des Ufers oder mit Schwimmweste. Wichtig sind auch warme Temperaturen, denn wird es zu kalt droht - vor allem ohne Neo - Erfrierungsgefahr. Ohne Wellen ist diese Sportart nicht sonderlich kompliziert. Wer sich für den Kurs entscheidet, lernt neben den Grundlagen auch bestimmte Sicherheitsregeln, erfährt etwas über das Material, macht Balanceübungen und übt auch in tiefem Wasser aufzusteigen.

Mit einem eigenen SUP-Board hat man in und um München jede Menge Auswahl: Der Ammersee bietet zahlreiche idyllische Spots wie zum Beispiel Dießen, Wartaweil, Eching oder Utting. Perfekt geeignet ist auch die Regattastrecke im Münchner Norden. Sie ist zwei Kilometer lang, in Bahnen unterteilt und mit Kilometerangaben gekennzeichnet.

Geübte Paddler können bei einer Tour auf der Isar die Idylle Münchens bestaunen. Ein guter Einstieg für eine SUP-Tour an der Isar ist die Isarbrücke Nähe Puppling, dann fährt man rund 20 Kilometer und steigt in Thalkirchen in der Nähe des Zoos wieder aus. Durch die Fließgeschwindigkeit der Donau sind die 20 Kilometer nicht ganz so anstrengend, wie es sich zunächst anhört.

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