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14/10/2015 09:22 CEST | Aktualisiert 14/10/2016 07:12 CEST

Lieber Pelzträger...wir müssen reden!

Lieber Pelzträger...

Gehen wir davon aus, dass Du es auch bei größtmöglicher Anstrengung nicht vermeiden konntest zu erfahren, unter welchen Bedingungen dein Kapuzenbesatz, deine Fellweste oder deine Mützenbommel produziert wurden.

Du weißt also, dass für deinen absolut verzichtbaren, durch Synthetik jederzeit ersetzbaren modischen Schnickschnack ein Hund, eine Katze, ein Fuchs, ein Waschbär oder ein Nerz sein elendes Leben in einem engen Drahtkäfig verbracht hat, bis er einen grausamen Tod erleiden musste. Sehr grausam.

Aber bleiben wir bei den am häufigsten verwendeten "Pelzwaren". Bleiben wir beim Hund. Denn vom Hund oder Fuchs stammt der Großteil der Pelzbesätze an den Kapuzen, die derzeit im Laden hängen. Sehr wahrscheinlich auch der, den Du gerade trägst.

Du weißt, das man die Tiere, ehe man sie bei lebendigem Leibe häutet...

...aus den Käfigen schleift, sie zu Boden wirft und dass die Arbeiter sie routinemäßig mit Metallrohren knüppeln oder sie mit Gewalt gegen harte Gegenstände knallen, was zu Knochenbrüchen und Krämpfen führt, aber nicht immer zum sofortigen Tod.

Du weißt, dass die Tiere mit ansehen müssen, wie all das ihren Leidensgenossen angetan wird, ehe sie selbst an der Reihe sind. Dass sie das Blut und die Exkremente riechen und vor Angst winseln und jaulen, während die Arbeiter sich in den Reihen vorarbeiten.

Du weißt von den vielen Undercover Ermittlern, die in den Pelzfarmen Chinas mit ansehen mussten, dass viele Tiere noch am Leben sind und verzweifelt kämpfen, während Arbeiter sie auf den Rücken schmeißen oder an den Beinen oder Schwänzen aufhängen, um sie zu häuten.

Du weißt bestimmt auch, dass wenn Arbeiter auf diesen Farmen den ersten Schnitt durch die Haut machen und den Pelz vom ersten Bein des Tieres abziehen, das andere Bein noch um sich tritt und dass die Arbeiter den Hunden, die sich zu sehr wehren, um einen sauberen Schnitt möglich zu machen, mit ihren schweren Arbeitsstiefeln brutal auf den Hals oder auf den Kopf treten.

Du bist sicher darüber informiert, dass nachdem die Haut ...ab jetzt DEIN PELZ, ...schließlich den Tieren über den Kopf abgezogen wurde, ihre nackten, blutenden Körper auf die Stapel zu all den anderen Leidensgenossen vor ihnen geworfen werden.

Dir ist klar, dass Einige von ihnen immer noch am Leben sind...

...dass sie noch atmen, gequält, in kurzen Stößen, denn ihr Herz schlägt oft noch ganze fünf bis 10 Minuten lang, nachdem sie lebendig gehäutet wurden.

Du kennst sicher die Aufnahme eines Ermittler, den lebendig gehäuteten Marderhund auf dem Leichenberg, der noch genug Kraft hatte, seinen blutigen Kopf zu heben und in die Kamera zu starren.

Weißt Du alles. Kennst Du alles ...Ist Dir egal, ich weiß.

Denn sonst würdest Du dieses unsägliche und absolut überflüssige Leiden nicht in Auftrag geben.

Du hast die Arbeiter bezahlt, Du hast diese Hunde zu einem grauenhaften Tod verurteilt, einzig mit Deiner Kaufentscheidung.

Und jetzt stehe ich vor Dir und überlege, ob ich so übersensibel bin und weltfremd oder Du so ein rücksichtsloses, egoistisches Arschloch.

Bitte hilf mir, zu verstehen, was für mich nicht zu verstehen ist.

Denn es will mir einfach nicht in den Kopf, wie jemand mit klarem Verstand und auch nur mittelmäßig ausgeprägtem Empfinden für Recht und Unrecht wollen kann, dass einem Hund, einem Tier das angetan wird ...für ein sinnloses, überflüssiges Stückchen Fell an der Kapuze.

Du bist kein egoistisches, rücksichtsloses Arschloch, da bin ich ganz sicher.

Also, lieber Pelzträger, dann verrate mir :

...Warum tust Du das???

Photo galleryPelztiere hinter Gittern See Gallery

Video: Furiose Katzenmutter schlägt zwei Tierquäler in die Flucht

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