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20/12/2016 11:47 CET | Aktualisiert 21/12/2017 06:12 CET

Der Tag nach der Tat: "Der weihnachtliche Glanz ist der Trauer gewichenl"

dpa

Die Stadt ist still, stiller als gestern früh. Wer heute, am Morgen nach dem schrecklichen Vorfall, durch Berlin läuft, ist in einer anderen Stadt. Über Nacht hat die Metropole ihr Gesicht verändert.

Weihnachtliche Geschäftigkeit, schnelle Schritte gestresster Menschen auf dem Weg zur Arbeit? Alles Fehlanzeige! Der weihnachtliche Glanz ist der Trauer gewichen. Auch das Wetter passt sich an, bleischwere Wolken verhängen den Himmel. Bis vorhin durchzog noch Nebel die Straßen.

Berlin muss einen schweren Schlag verkraften

Berlin trägt Trauer und immer deutlicher verdichten sich die Hinweise auf einen terroristischen Anschlag.

Die Stadt ist heute langsamer, fast vorsichtig in Gang gekommen. Berlin muss einen schweren Schlag verkraften, man kann es förmlich greifen. Ruhig ist es auch am Vormittag am Bahnhof Alexanderplatz, mitten in der Stadt.

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Weniger Menschen als sonst auf dem Weg zu U-, S- und Straßenbahnen, dazwischen Polizeibeamte mit Maschinenpistolen. Fast trotzig tun sie ihren Dienst. Konzentriert scannen Sie jeden, der vorbeigeht. Blickkontakte gibt es nicht. Kein Fußgänger schaut auf.

Auf einen Kaffee bei Starbucks am Fernsehturm. Sonst ist es voll, heute gibt es keine Warteschlangen. Das Thema der Stadt ist der blutige Vorfall, der gestern Berlin ins Mark getroffen hat.

Die Stadt taumelt

Ein Lastwagen ist gestern Abend in eine Menschenmenge auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz gefahren. Noch gibt es mehr Fragen als Antworten, von Terror ist die Rede. Am Vormittag versucht die Stadt, ihre Sprache wiederzufinden.

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An der Gedächtniskirche liegt seit 12 Uhr ein Kondolenzbuch. Heute Abend um 18 Uhr folgt ein Trauergottesdienst in der Gedächtniskirche. Dazwischen, am Mittag, eine Pressekonferenz mit Ermittlern und Politikern.

Die Stadt taumelt, sucht Halt in Ritualen. Aber Berlin fällt nicht, die Stadt hat schon so viel erlebt. Die Menschen stehen zusammen, um das Unfassbare zu überstehen.

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