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19/03/2016 04:40 CET | Aktualisiert 20/03/2017 06:12 CET

Satirischer Rückblick: Merkel, Lisicki, Madonna

Die abgelaufene Woche war durchrüttelnd.

Bei den Landtagswahlen in drei Doppelländern hat der Demokratische Block gewonnen, die Wähler haben zu achtzig Prozent Merkels Kurs bestätigt. Dafür hatten die Wähler drei Gründe, erstens wollen sie Merkel behalten, zweitens wollten sie es sich nicht mit der Presse verderben, und drittens wären sie sonst bei Facebook gesperrt worden.

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Das Wahlergebnis insgesamt bietet aber auch Grund zur Sorge. Unser Grundgesetz gewährt den Parteien eine vorrangige Stellung bei der politischen Willensbildung, das kann logischerweise aber nur Parteien betreffen, die bei Inkrafttreten des Grundgesetzes schon bestanden.

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Von Tennisspielerin Sabine Lisicki gab es eine Meldung, die so zu verstehen war, dass sie sich einem Schönheitseingriff unterzogen hat und sich ein hässliches kleines Ding entfernen ließ.

Erdogan hat verkündet, die Pressefreiheit und die Meinungsfreiheit müssten in der Türkei aus Sicherheitsgründen eingeschränkt werden. Das ist zweifellos EU-kompatibel. Dass er damit recht hat, sieht man daran, dass man darüber früher verschiedener Meinung sein konnte, aber jetzt wäre das zu gefährlich.

Der Deal mit der Türkei sieht vor, dass Illegale in Legale umgetauscht werden in einer höhe, die von der Türkei festgelegt wird. Unklar ist, wie das sein soll, wenn die Illegalen immer wieder dieselben sind, ob dann auch genauso viele Legale genommen werden müssen oder ob dann die bisherigen verrechnet werden.

Mutter Theresa wird im September heiliggesprochen. So lange muss sie sich noch gedulden. Dann darf sie Wunder vollbringen oder genauer gesagt sich für erbetene Wunder einsetzen. Die Heiligsprechung bekommt sie für den Satz „Wir schaffen das."

In Leipzig ist Buchmesse. Aber eben nur die Leipziger. Da treffen die Verlage auf leseinteressierte, statt auf wichtige Geschäftspartner.

Frauke Petry, Madonna, Horst Seehofer


Alle Politiker würden von ihren ehemaligen Lehrern gern wiedergesehen werden, außer Frauke Petry. Ihr Lehrer ist froh, dass er sie nicht mehr als Schülerin hat, und möchte sie nicht treffen. Das sind solche Sachen, die wir nie erfahren hätten, wenn sie nicht jemand mit einer journalistischen Nase für heiße Storys recherchiert hätte.

Madonna fiel in einem Auftritt vermutlich betrunken vom Dreirad. So ist das, wenn sich niemand traut, ihr zu sagen, dass sie für etwas vielleicht doch zu alt sein könnte.

Horst Seehofer gibt Merkel die Schuld am schlechten Abschneiden der CDU bei den Wahlen. Damit riskiert er viel, denn laut Presse verlieren diejenigen, die sich von Merkel distanzieren. Aber in Bayern sind erst einmal keine Wahlen. Es kann auch gar nicht stimmen, denn bei den Landtagswahlen ist Merkel gar nicht angetreten. Man sieht daran nur, wie rückwärtsgewandt er ist; er lebt noch in einer Zeit, in der ein Parteichef die Politische Verantwortung für Wahldebakel übernommen hat.

Die internationale Presse ging ebenfalls hart mit Merkel um. Da ist es nun wieder gut, dass unsere Presse noch national ist und nicht in der europäischen Lösung aufgegangen.

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