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15/08/2015 07:43 CEST | Aktualisiert 15/08/2016 07:12 CEST

Satirischer Rückblick: Hyperaktivität, Schlagbarkeit, Abweichler

Die abgelaufene Woche war wieder rückblickswert.

Der neue Generalbundesanwalt hat das Verfahren gegen zwei Onlinejournalisten wegen des Verdachts auf Landesverrat eingestellt, und zwar, ohne extra dazu aufgefordert worden zu sein. Das ist natürlich schade, denn viele hätten es doch gern gesehen, dass der Staat sein wahres Gesicht zeigt.

Jetzt ist wieder alles im Konsens untergegangen, und manche halten das für eine Bestätigung der Rechtsstaatlichkeit. Den beiden reicht dies natürlich nicht, sie fordern, dass auch der gesamte Verfassungsschutz zurücktritt oder sich an den Kosten ihres V-Mannes im geheimen Kontrollgremium des Bundestages beteiligt, der mit den Ermittlungen enttarnt werden sollte.

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CDU-Fraktionschef Kauder ist so verstanden worden, dass er Abweichler bei der Abstimmung für die nächste Griechenlandrettung dem Entzug wichtiger Posten in den Ausschüssen bestrafen wolle. Das ist zu hart interpretiert, er meinte damit, dass der Fraktionschef das Gewissen ist, dem die Abgeordneten verpflichtet sind.

Eine Missachtung des Wählerwillens kann man darin nicht sehen; die Abgeordneten werden ja nicht in bestimmte Ausschüsse gewählt, sondern nur auf ihren Platz im Parlament. Und wie sie dann abstimmen, ist Sache der Parteien.

Für die Geschichtsbücher reicht es auch nicht, wenn es einmal heißt, die Abweichler haben mit ihren Ausschussposten bezahlt, dass sie die Griechenlandrettung auch nicht gestoppt haben.

Flugzeuge haben aufgrund immer schwererer Passagiere eine geringere Reichweite mit ihrem knapp bemessenen Treibstoff. Das kann dazu führen, dass Flüge nach Berlin auf dem BER landen müssen, wenn sie es nicht mehr nach Tegel schaffen.

Trotz Abkühlung bleibt es heiß. Die Hitze ist so drückend, die Gewerkschaft ver.di hat dem Kompromiss im Tarifstreit bei den Kindertagesstätten nicht zugestimmt, damit die Erzieher mal wieder streiken können.

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Vizekanzler Gabriel hat die Kanzlerin Merkel als schlagbar bezeichnet. Er ging dabei deduktiv vor und schlussfolgerte auf Merkel, weil niemand unschlagbar ist.

Allerdings hat bisher niemand daran gezweifelt, dass Merkel geschlagen werden kann, nur eben nicht von der SPD.

Im Iran müssen Frauen auch beim Autofahren Kopftuch tragen, weil das Auto nicht zum Heim, sondern zur Öffentlichkeit gehört. Das wird bei uns begrüßt, denn das Kopftuch ist Ausdruck von Freiheit und Identität, und die benötigt man auch beim Autofahren.

Der Suchmaschinenkonzern Google gehört nun zum Überkonzern Alphabet. Das hat Analysten sehr überrascht, denn man hätte eher mit der Nachricht gerechnet: Google übernimmt Alphabet.

Als hyperaktiv diagnostizierte Kinder sind oft einfach nur früh eingeschult und jünger als die anderen, fanden Mediziner heraus. Immerhin ist es schön zu erfahren, dass es nicht daran liegt, was die Kids eingeworfen haben.

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