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06/10/2015 11:36 CEST | Aktualisiert 06/10/2016 07:12 CEST

Karriere oder lieber doch nicht? So ticken junge Deutsche

macgyverhh via Getty Images

Wie ist es um die Karrierelust der Deutschen bestellt? Sind wir bereits ein Volk von Karriere-Verweigerern? Oder wünschen wir uns vor allem einen schnellen Aufstieg auf der Karriere-Leiter? Onlineumfrage zu den Karrieretrends 2016.

Die Work-Life-Balance ist lange kein öffentliches Diskussionsthema mehr und hat sich inzwischen als geschicktes Marketing-Instrument der Arbeitgeber entpuppt, Mehrarbeit als Flexibilität zu verkaufen. Wer auf Teufel komm raus Karriere machen will, ackert weiter 80 Stunden pro Woche. Wer es nicht aus dem Hamsterrad heraus schafft, läuft bis zum Umfallen.

Einmal jährlich rütteln uns die Berichte der Krankenkassen über weiter gestiegene Fehltage infolge psychischer Erkrankungen am Arbeitsplatz kurz wach und Arbeitgeber präsentieren als Reaktion einen bunten Strauß an neuen Maßnahmen ihres betrieblichen Gesundheitsmanagements. Alles business as usual in Sachen Karriere - oder noch viel schlimmer?

So denkt die Generation Y

Die Generation Burnout ist mittlerweile in die Jahre gekommen und von der medialen Bildfläche verschwunden. Stattdessen machen ihre Kinder, die Generation Y und neuerdings auch die GenZ immer mehr von sich reden.

Es heißt, Karriere sei ihnen heute nicht mehr so wichtig. Sie wollen unabhängig und flexibel sein. Geld verdienen ja, aber bitte nicht um jeden Preis. Haben sie von ihren Eltern gelernt und heute eine völlig andere, vielleicht auch gesündere Haltung zu Beruf und Karriere entwickelt?

In weiten Teilen altgedienter, deutscher Führungsriegen scheint es jedoch immer noch um persönliche Macht, Denken in Hierarchien und gesellschaftlichen Status zu gehen, und am Ende auch um einen Wettbewerb der Köpfe. Kann so überhaupt eine neue Karrierekultur in unseren Unternehmen Einzug halten?

Arbeiten 4.0

Junge Bewerber fühlen sich heute nicht mehr als Bittsteller, sondern als selbstbewusste Anbieter auf dem Markt der knappen Human-Ressourcen. Der Fachkräftemangel ist nun doch keiner, zumindest nicht in dem Ausmaß, wie noch vor 2 Jahren angenommen.

Personalabteilungen werden zu strategischen HR-Service-Partnern umgetauft und basteln emsig an einem glänzenden Arbeitgeber-Image. Arbeiten 4.0. Ein neuer Anstrich für die neue Arbeitswelt von morgen für glückliche und gesunde Mitarbeiter - auch für ein neues Verständnis von Karriere?

Die Bindung zum eigenen Arbeitgeber hängt heute schon für viele Angestellte nur noch am seidenen Faden, sowohl für die Karriere Getriebenen als auch für die im Job Frustrierten. Sie wechseln, wenn sie keine Entwicklung sehen oder es ihnen zu langweilig wird.

Der Arbeitsmarkt gibt es ja her. Dazwischen eine breite Masse emsiger Bienchen und sicherheitsfixierter Lohnempfänger, die einen guten Job machen und sich mehr oder weniger glücklich zurücklehnen.

Karriere als Auslaufmodell?

Was ist heute aus der alten Karriere im Sinne von Aufstieg, Macht und Geld geworden? Steigt etwa die Anzahl derer, die sagen: „Karriere - Nein Danke!" und wird Karriere so bald zum Auslaufmodell?

Als Karriere-Coach treffe ich in meiner Praxis in den letzten zwei Jahren schon verstärkt auf Menschen, denen die klassische Karriere nicht mehr wichtig zu sein scheint. Dies sind nicht nur junge Berufseinsteiger, sondern vor allem erfahrene Führungskräfte und Manager.

Einige suchen nach Wegen, im Job bewusst einen Gang runter zu schalten, um damit andere persönliche Ziele stärker in den Fokus zu rücken. Und dies selbst dann, wenn sie auf einen Teil ihres Gehalts verzichten müssen.

Trend oder Einzelfall?

Sind es alles Einzelfälle, die zum Coach gehen, um in ihrer beruflichen Entwicklung einen anderen Drive zu geben? Brauchen die erfolgreichen Karriere-Denker keinen Coach und gehen ihren Weg auf der Leiter einfach weiter steil nach oben?

Oder handelt es sich doch um einen gesellschaftlichen Trend und verändert sich die Haltung der Deutschen zu Beruf und Karriere?

Dies möchte ich mit einer Onlineumfrage herausfinden, an der Sie noch bis zum 15. November teilnehmen können. Anonymität und Datenschutz sicherere ich Ihnen dabei zu: Hier geht's zur Onlineumfrage.

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