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31/01/2017 13:37 CET | Aktualisiert 01/02/2018 06:12 CET

Arbeiten 4.0: Wie wir den Anforderungen an eine digitalisierte Arbeitswelt gerecht werden

PeopleImages via Getty Images

Arbeitswelt 4.0 - sicherlich ist dies eines der Schlagwörter der letzten Jahre. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft diskutieren heiß und innig darüber, wie Menschen die Vorteile einer vernetzten Welt besser nutzen können.

Gleichzeitig finden spannende Gespräche darüber statt, welche Gefahren die digitalisierte Arbeitswelt birgt. Schließlich sind wir dank E-Mail, Smartphone und W-LAN permanent erreichbar, was durchaus belastend sein kann. Ist daher wirklich alles sinnvoll, was digital möglich ist oder sollten wir die Digitalisierung unseres Lebens begrenzen?

Die Digitalisierung verändert unser Leben und unsere Arbeitswelt gleichermaßen

Die Digitalisierung macht nahezu vor keinem Arbeitsbereich halt, sodass sich jeder im Laufe der Zeit damit befassen muss. Natürlich gibt je nach Beruf und Tätigkeitsfeld eine unterschiedliche Komplexität und Intensität der Digitalisierung.

Gerade im Fach- und Führungskräftebereich macht sich die zunehmende Digitalisierung besonders stark bemerkbar. Dies betrifft unter anderem die allgemeine Arbeitsorganisation oder die Strukturierung von einzelnen Arbeitsprozessen. Ein gutes Beispiel hierfür ist sicherlich das papierlose Büro. Auch die Anforderungen an den Arbeitnehmer selbst steigen.

Dies fängt bereits bei der Ausbildung an und setzt sich im Laufe des Berufslebens fort. Eine permanente Fort- und Weiterbildung ist daher in vielen Arbeitsbereichen unabdingbar. Der Begriff des lebenslangen Lernens hat durch die Digitalisierung in der Arbeitswelt eine ganz neue Bedeutung bekommen.

Im Homeoffice arbeiten - darauf sollte jeder achten

Von zu Hause aus arbeiten ist dank des digitalen Fortschritts heutzutage in vielen Bereichen selbstverständlich. Es spart nicht nur Kosten ein, sondern bietet auch die Möglichkeit, Familie und Beruf besser miteinander zu vereinen. Nicht nur Selbstständige ergreifen zunehmend die Initiative und richten sich in den eigenen vier Wänden ein eigenes Büro ein.

Vielmehr ist gerade im Fachkräfte- und Führungsbereich zu merken, dass dieser Personenkreis gezielt diejenigen Stellenangebote auswählt, die eine Homeoffice Tätigkeit zulassen. Allerdings ist auch hier zu beachten, dass Beruf und Privatleben sich nicht zu sehr miteinander vermischen dürfen. Vielmehr ist eine inhaltliche, zeitliche und räumliche Abgrenzung sinnvoll.

Nur so ist gewährleistet, dass bei der arbeitenden Person keine dauerhafte Überforderung eintritt. Klare Arbeitszeiten und eine möglichst störungsarme Arbeitsumgebung sind daher absolut erforderlich. Darüber hinaus spielt die Büroausstattung ebenfalls eine sehr wichtige Rolle.

Einfach mal so am Küchentisch arbeiten, sollte da eher die Ausnahme bleiben. Vielmehr lohnt es sich, in hochwertige und ergonomische Büromöbel zu investieren. Dies gilt ebenfalls für das technische Equipment.

Ständige Erreichbarkeit birgt enorme Risiken

Besonders deutlich macht sich die Digitalisierung sicherlich bei der internen und externen Kommunikation bemerkbar. Netzwerke sorgen dafür, dass Mitarbeiter und Kunden schneller beziehungsweise einfacher erreichbar sind. Gerade Fach- und Führungskräfte wissen, dass sie heutzutage keinen klassischen Nine-to-Five-Job mehr haben.

Vielmehr ist ihre Arbeitswelt durch ein hohes Maß an Flexibilität gekennzeichnet, woran die Digitalisierung einen großen Anteil hat. Die Flexibilität hört aber nicht mit dem Verlassen des Arbeitsplatzes auf, sondern beeinflusst zunehmend auch das Privatleben. Auf Dauer kann dies sehr belastend sein.

Schließlich soll sich die Arbeitsperson in seiner Freizeit von seiner Tätigkeit erholen und nicht um betriebliche Belange kümmern. Diverse Unternehmen haben bereits auf diesen Umstand reagiert und zum Beispiel eine Weiterleitung von E-Mails während der Freizeit unterbunden. Gleiches gilt für die Erreichbarkeit der Mitarbeiter via Mobiltelefon.

Digitalisierte Arbeitswelt im Zeichen des Datenschutzes

Die Digitalisierung der Arbeitswelt produziert Unmengen an Daten, die zum Teil sehr sensible und persönliche Informationen enthalten. Diese gilt es besonders vor dem Zugriff Dritter zu schützen. Deshalb spielen der Datenschutz und die Sicherung von Daten für Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler eine immer wichtigere Rolle.

Wer zum Beispiel von zu Hause aus arbeitet, muss dementsprechend die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen ergreifen, um die eigenen sensiblen Daten und die der Kunden zu schützen. Auch hier zeigt sich, dass die Digitalisierung kein Selbstläufer ist, sondern eine permanente Obacht und aktuelle Informationen benötigt.

Alles digital oder doch lieber nicht?

Wir alle profitieren beruflich und privat von der voranschreitenden Digitalisierung. Sie macht uns das Leben in vielen Bereichen deutlich einfacher, schneller und auch günstiger. Allerdings sollten wir alle aufpassen, dass uns die digitale Lebens- und Arbeitswelt nicht überfordert.

Die klare Trennung zwischen Beruf und Privatleben darf nicht durch eine permanente Erreichbarkeit aufgehoben werden. Fehlen Freizeit- und Erholungsphasen beziehungsweise werden diese permanent unterbrochen, kann dies auf Dauer der Gesundheit extrem schaden.

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