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25/11/2015 09:30 CET | Aktualisiert 25/11/2016 06:12 CET

Aus diesen 5 Gründen hilft mir mein Baby beim Studium

Deux via Getty Images

Im Dezember 2013 ist mein Sohn zur Welt gekommen. Ich erinnere mich noch ganz genau, wie er seinen Papa und mich in den ersten Sekunden seines Lebens mit großen Augen musterte. Er war sehr ruhig, als ich ihn zum ersten Mal in den Händen hielt.

Dieser unvergessliche Augenblick war der schönste in meinem Leben. Ich wusste, dass sich ab diesem Augenblick mein ganzes Leben verändern wird.

Nach einer kurzen Babypause, hatte ich Angst, dass mein Studium unter der neuen Situation leiden würde. Aber dass mein Baby mir sogar dabei hilft, besser zu studieren, habe ich anfangs nicht gedacht.

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1. Besser organisieren und konkreter planen

Bevor mein Sohn auf die Welt kam, habe ich erst kurz vor einer Prüfung alle im Semester gelernten Inhalte zusammengefasst und gelernt. Es gab ja damals nichts, was mich einschränkte. Jetzt lerne ich über das ganze Semester.

Ich schaue mir jede Woche an, was ich lesen, vor- und nacharbeiten muss und teile mir die Lerninhalte unter den Tagen auf, an denen mein Sohn in der Betreuung ist. Ich erledige die Arbeiten dann auch wirklich, weil mir nur dieses bestimmte Zeitfenster zur Verfügung steht.

12-Stunden-Lerntage vor den Prüfungen kann ich mir nun nicht mehr erlauben. Ich habe gemerkt, dass ich seitdem auch viel konzentrierter und effizienter in einer kürzeren Zeit arbeiten kann.

Zwischendurch auf Facebook gehen oder Serien anschauen, kann ich mir nun zeitlich nicht mehr leisten. Genau um 14 Uhr muss Ali abgeholt werden und bis dahin muss alles auf dem Plan erledigt werden. Und so läuft es ab!

2. Bessere Prioritätensetzung

Durch meinen Sohn habe ich gelernt, sowohl im Studium als auch im Leben Prioritäten zu setzen. Vorher habe ich jeden Punkt und jedes Komma für die Prüfung gelernt. Nun suche ich mir die wichtigsten Aussagen heraus, verstehe sie und lerne sie dadurch automatisch.

Außerdem erkannte ich, wie wichtig mir meine Mutter ist, die während einer Prüfung ununterbrochen an mich dachte und auf meinen Anruf wartete, ob alles gut lief. Das schätze ich nun viel mehr.

3. Körperlicher und seelischer Ausgleich und Umgang mit Stress

Bevor ich Mutter wurde, habe ich manchmal den ganzen Tag gelernt und wurde durch das ständige Herumtrödeln nie richtig fertig. Man ist die ganze Zeit gestresst, weil man genau weiß, dass bestimmte Inhalte noch erarbeitet werden müssen. Heute ist es anders.

Denn ab 14 Uhr gehört die Zeit nur meiner kleinen Familie. Dadurch werde ich quasi gezwungen, mir nach 14 Uhr lerntechnisch eine „Auszeit" zu nehmen. Außerdem habe ich endlich wieder Wochenende.

Vorher war es die Zeit, um alles aus der Woche aufholen, jetzt erledige ich alle Verpflichtungen unter der Woche und erhole mich am Wochenende mit meinem Sohn und meinem Mann.

Das Wichtigste ist aber, dass es nur ein kleines Lächeln oder einen kleinen Fortschritt meines Sohnes bedarf, damit ich neue Kraft für das Studium schöpfen kann.

4. Regelmäßiger Tagesablauf

Bevor Ali geboren wurde, kam ich an normalen Tagen nie auf die Idee, um 7 Uhr aufzustehen, wenn ich erst um 10 oder um 12 Uhr eine Veranstaltung hatte. Heute ist es anders:

Jeden Tag muss ich um Punkt 7 Uhr aufstehen, damit ich pünktlich um 8 Uhr bei der Tagesmutter sein kann.

Die Zeit bis zur nächsten Veranstaltung nutze ich zum Lernen und zur Vorbereitung meiner Kurse. So ist auch der Tag länger und effizienter.

5. Intensiver an die Zukunft denken

Ich bin nun nicht mehr allein. Alles was ich mache, mache ich nicht nur für mich, sondern auch für meinen Sohn. Später wird er am meisten davon profitieren, wenn Mama einen guten Job hat und gebildet ist.

Er kann sich bei den Hausaufgaben immer auf mich verlassen. Wenn man sich das bewusst macht, nimmt man das Studium und sein Leben viel ernster und denkt bei jedem Schritt an die Zukunft.

Durchhaltevermögen, Umgang mit Doppelbelastung, Multitasking und Disziplin sind Fähigkeiten, die im Job äußerst gefragt sind. Genau diese habe ich meinem Sohn zu verdanken. Natürlich erreicht man nicht alles, wenn man keine Unterstützung vom Ehemann oder einem anderen Familienmitglied hätte.

Die Universitäten bemühen sich auch, an vielen Stellen finanziell und ideell zu helfen. Hätte ich die Wahl, alles rückgängig zu machen, würde ich mich noch einmal für ein Kind entscheiden, denn so viel Flexibilität wie im Studium, wird man im Beruf (leider) selten ohne Auswirkungen bekommen.

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