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01/06/2015 10:01 CEST | Aktualisiert 01/06/2016 07:12 CEST

Die besten Heilkräuter vom Wegesrand

An vielen Pflanzen gehen wir achtlos vorbei, ohne zu ahnen, dass sie für unsere Gesundheit wichtig sein können. Ich stelle Ihnen diese stillen Helden vor und gebe Tipps für die Anwendung.

Unkraut? Gibt es für den Botaniker nicht. Zwar würden Gärtner Klee, Brennnessel oder Löwenzahn eher nicht auswählen, um ein Beet mit ihnen zu bestücken. Dafür haben diese Pflanzen aber andere Qualitäten - sie können gesundheitliche Beschwerden lindern.

Naturheilkunde und Volksmedizin kennen zahlreiche Rezepte für die Anwendung von Pflanzen, die heute weitgehend unbeachtet am Wegesrand wachsen. Halten Sie beim nächsten Spaziergang Ausschau und Sie werden vor allem diese hier finden.

Spitzwegerich

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Das kann er: Schleim- und Gerbstoffe wirken wohltuend bei Atemwegserkrankungen. Spitzwegerich hat adstringierende, fiebersenkende und auswurffördernde Eigenschaften. Die Sammelzeit ist von Mai bis September.

Anwendungs-Tipp: Frische, gewaschene Blätter zerkleinern. 3 TL davon mit 3 EL Zucker oder Honig vermischen. Bei Heiserkeit oder Halsweh mehrmals täglich 1 TL einnehmen. Oder 2 TL Kraut mit ¼ Liter Wasser überbrühen, nach 10 Minuten abseihen.

Vogelmiere

Pfarrer Sebastian Kneipp schwor auf die schleimlösenden, beruhigenden und entzündungshemmenden Eigenschaften der Vogelmiere. Sie steckt voller Vitamin C, ätherischer Öle und sekundärer Pflanzenstoffe. Die Sammelzeit ist das ganze Jahr über.

Anwendungs-Tipp: 10 g Kraut auf ¼ l siedendem Wasser ergeben einen Tee, der bei Husten und verschleimten Luftwegen Linderung verschafft.

Gänseblümchen

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Dessen stoffwechselanregenden Eigenschaften fördern Heilungsprozesse von Wunden und lindern Gliederschmerzen. Sammelzeit ist von Februar bis November.

Anwendungs-Tipps: Vaseline langsam erwärmen. Beliebig viele Gänseblümchen-Blüten untermischen und 3-4 Tage an einem kühlen Ort ziehen lassen. Wieder verflüssigen, abseihen und erneut aushärten lassen. Fertig ist die Gänseblümchen-Salbe für frische oder verschorfte Wunden.

Wiesenklee

Mit seinen ätherischen Ölen und Gerbstoffen eignet sich Klee zur Behandlung von Schwellungen, Knoten und Entzündungen. Ideal bei Rheuma und Gicht. Sammelzeit von Mai-September

Anwendungs-Tipp: 2 TL getrocknete Blüten in eine Tasse siedendes Wasser geben und 10 Minuten ziehen lassen. Bei Bedarf ein mit diesem Aufguss getränktes Leinentuch als warmen Wickel oder Umschlag auflegen.

Quecke

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Vor allem in dem Wurzelstock der Quecke steckt die Heilkraft, die den Stoffwechsel anregt und das Blut reinigt, Harn und Schweiß austreibt. Das macht sie so wertvoll bei Hautausschlägen. Sammelzeit von August bis November.

Anwendungs-Tipps: 5g Queckenwurzel mit ¼ Liter Wasser 5 Minuten lang aufkochen. Den Absud süßen und täglich höchstens zwei Tassen davon trinken.

Hirtentäschel

Die Hauptwirkstoffe des unscheinbaren Krautes sind Cholin und Acetylcholin. Sie regen die Darmbewegungen an und haben blutstillende Eigenschaften. Sammelzeit von Juni bis August.

Anwendungs-Tipps: Um die Verdauung anzukurbeln, je 1 Tasse Hirtentäschel-Tee morgens und abends trinken. Dazu 1 EL getrocknete Pflanzenteile mit 200 ml siedendem Wasser übergießen. Die Ziehzeit beträgt 10 Minuten.

Gänsediestel

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Die Inhaltsstoffe der Blätter sind wohltuend bei Menstruationsbeschwerden. Äußerlich angewendet kann ein Bad in Gänsedistelzusatz gegen Hämorrhoiden helfen. Sammelzeit ist von Juni-Oktober.

Anwendungs-Tipp: Einen Aufguss aus 2 g getrockneter Gänsedistel und 1 Tasse siedendem Wasser zubereiten. Etwa 8 Minuten ziehen lassen. Den Tee abseihen und langsam in kleinen Schlucken trinken.

Brennnessel

Bei Harnwegserkrankungen ist die entwässernde Wirkung der Brennnessel sehr hilfreich. Sammelzeit von Juni bis September.

Anwendungs-Tipp: Eine Handvoll getrocknetes Brennnessel-Kraut mit ½ L Wasser aufbrühen und nach 10 Minuten abseihen.

Beinwell

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Klassisch ist die Verwendung der Heilpflanze bei Quetschungen, Prellungen und Wunden. Aber auch bei Erkältungssymptomen ist die allantoinhaltige Pflanze hilfreich. Sammelzeit von September bis Oktober.

Anwendungs-Tipp: Frische oder getrocknete Wurzeln entweder als Brei oder in Schweineschmalz aufgekocht als Salbe auftragen.

Löwenzahn

In Löwenzahn stecken reichlich Bitterstoffe und ätherische Öle. Die verdauungsfördernden Inhaltsstoffe regen Magen, Darm, Leber und Nieren an. Sammelzeit ist von April bis August. Die Wurzel September bis November.

Anwendungs-Tipp: Blätter und Wurzel trocknen. 4 EL davon mit 1 L siedendem Wasser ansetzen und 20 Minuten ziehen lassen. Innerhalb von 24 Stunden tassenweise austrinken.

Vogelknöterich

In der Volksmedizin ist die innerliche Anwendung als Tee vor allem bei Durchfallerkrankungen erste Wahl. Auch in vielen Bronchial-Teemischungen ist Vogelknöterichkraut enthalten. Sammelzeit von Mai bis Oktober.

Anwendungs-Tipp: 15 g des getrockneten Krautes mit ¼ L siedendem Wasser aufgießen und 10 Minuten ziehen lassen. Bei akutem Durchfall stündlich eine Tasse dieses Tee-Aufgusses in kleinen Schlucken trinken.

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