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02/10/2015 10:14 CEST | Aktualisiert 02/10/2016 07:12 CEST

Merkel: „Nun sind sie halt da!"

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Dass Bundeskanzlerin Angela Merkel einen pragmatischen Politikstil pflegt, ist kein Geheimnis. Und so verwundert es auch nicht, dass sie erst die europäischen Grenzregeln und die Identität ihres Landes mal eben mit einem simplen Anruf außer Kraft setzt und zu den Folgen dann sagt: "Nun sind sie halt da!", die Asylbegehrenden.

Hugo Müller-Vogg hat Merkel geoutet

Publik gemacht hat diese entlarvende Äußerung der renommierte Journalist Hugo Müller-Vogg auf Twitter. Die Flut der Asylbegehrenden als Naturereignis, an dem sie, die Kanzlerin, keinen Anteil hat. Ups, ist halt passiert.

Alternativlos, wie alles unter Merkel - und in gedanklicher Kontinuität ihrer Aussage: „Ich muß ganz ehrlich sagen: Wenn wir jetzt anfangen, uns noch entschuldigen zu müssen dafür, daß wir in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen, dann ist das nicht mein Land."

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Da mag der Zustrom noch so ungebrochen sein, Gewalt in den Aufnahmelagern herrschen, Frauen in Not geraten, die politische Landschaft Europas nach rechts wegkippen, Menschen für Flüchtlinge aus ihren Wohnungen gekündigt, private Immobilien beschlagnahmt und noch so viele Unterschriften für Merkels Abwahl gesammelt werden. Es scheint ihr alles egal zu sein.

Und dann auch noch obskure Berichte über Fluchtrouten über den Polarkreis, die man nicht glauben würde, wenn sie nicht die altehrwürdige ARD selbst berichten würde. Die Dinge geraten aus den Fugen. Frau Dr. Merkel macht weiter wie gehabt. Vielleicht weil sie sich inzwischen selbst für alternativlos hält?

Immer wildere Ideen

Nachdem es anfangs hieß, es ginge um syrische Familien, stellt sich jetzt heraus, die Asylbegehrenden seien zu 80% männlich aus 22 Nationen.

Dennoch wird über den Bau von Reihenhäuser für sie schwadroniert, während normale Arbeitnehmer - gleich welcher Herkunft - sich ein solches gerade in den Ballungszentren auch nach Jahren harter Arbeit nicht leisten können. Selbst für eine Eigentumswohnung reicht es bei vielen Familien nicht mehr. Was sollen diese Steuerzahler nun denken?

Ein Tritt in die Magengrube der alten Einwanderer

Nicht zuletzt grenzt diese Politik aber an eine Verhöhnung all jener Menschen, die auf ordentlichem Wege in den vergangenen sechzig Jahren nach Deutschland eingewandert sind. Die mit äußersten Schwierigkeiten um Visa und Aufenthaltserlaubnisse gekämpft haben.

Die bei jeder Unsicherheit am Arbeitsplatz fürchten mussten, keine Verlängerung der Arbeits- und Aufenhaltserlaubnis mehr zu bekommen. Deutschland schickt sogar nach aktuell geltender Rechtslage jene Ausländern "heim", die hierzulande auf Steuerkosten einen Universitätsabschluss erworben haben und nicht sofort einen "adäquaten" Job nachweisen können.

Dafür sind jetzt irgendwelche neue Menschen "nun mal da", wie die Kanzlerin sagt. Leute, denen die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) attestiert, über ein Drittel habe keinerlei Bildung oder nur Grundschulbildung.

Ist dies schon Wahnsinn, so hat es doch Methode

William Shakespeare schrieb seinerzeit einen Satz, der heute auf die Merkelsche Politik passt wie kein anderer: "Ist dies schon Wahnsinn, so hat es doch Methode."

Es wäre der CDU, dem Land und der EU zu wünschen, dass Frau Dr. Merkel zur Besinnung kommt oder das Steuer aus der Hand gibt. Denn so, wie es derzeit läuft, geht es nicht mehr lange gut. "Das war's halt für Sie, Frau Merkel", wird ihr die eigene CDU bald sagen. Und das ist dann auch gut so.

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