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28/01/2017 08:39 CET | Aktualisiert 29/01/2018 06:12 CET

WESENTLICH: Wie unsere Städte wieder grüner werden

Sjale via Getty Images

Heike Boomgaarden ist Diplom-Ingenieurin für Gartenbau und Mutter von drei Kindern. Sie glaubt an den Generationsvertrag: unseren Kindern und Kindeskindern eine lebenswerte Welt zu erhalten, mit Ernährungsgerechtigkeit und sozialem Frieden. Seit 20 Jahren führt sie ein Ingenieurbüro, welches sich auf Mitmachprojekte im grünen Bereich konzentriert.

Sie arbeitet seit 14 Jahren als "Gartenfrau" für Fernsehen und Radio, hält Vorträge und schreibt Bücher. Als Pflanzenbotschafterin der Deutschen GartenbauGesellschaft 1822 e.V. wirbt sie bei Menschen und über Medien für "mehr Pflanzenvielfalt in Deutschlands Gärten". Ihr bisher größtes ganzheitliches Projekt ist die vielfach ausgezeichnete "Essbare Stadt Andernach".

Was macht WESENTLICH?

Wesentlich setzt den globalen Trend des „Urban Gardening" in eine strukturierte Dienstleistung für Kommunen, Unternehmen und Organisationen um. So wird aus der guten Idee ein planbares Konzept, mit dem in großem Stil urbane Grünflächen nachhaltig, kostengünstig, bürgernah und markenbildend umgestaltet werden. Die Vision der essbaren Stadt ist nicht auf Kommunen im engeren Sinn begrenzt. Sie umfasst alle Lebensräume.

Erzeugte Wirkungen für die Gesellschaft

• 49 erreichte Städte in Deutschland und über 100 weltweit

• 1/3 weniger Pflegekosten für öffentliches Grün innerhalb von fünf Jahren

• Erhalt der Biodiversität • Aktivierung verschiedenster Gruppen für bürgerschaftliches Engagement, z. B. Schulen, Kindergärten, Senioren, Flüchtlinge

• Umsicht und Empathie durch innerstädtische Naturerfahrung

• Stärkere Identifikation der Bürger mit ihrer Stadt, signifikant steigende Besucherzahlen; führt zu höherer Wertschöpfung im Einzelhandel

• Integration von gesellschaftlichen Randgruppen • Beheimatung von Flüchtlingen • Reduktion von Ghettobildung und Vandalismus und Sozialneid

Dazu gehören sowohl innerstädtische Grünflächen als auch Dachterrassen und Freiflächen in Firmen, Schulen und Kitas, Heimen, Krankenhäusern und Hospizen sowie im Einzelhandel, bei Banken und anderen Dienstleistern, außerdem Abriss- und Brachflächen.

Wesentlich erbringt alle relevanten Leistungen, von der individuellen Bestandserhebung über alle Planungsstufen bis zur Realisierung innovativer Pflanzkonzepte und ihrer dauerhaften Nutzung. All dies geschieht gemeinsam mit den Menschen, für die die grünen Lebens-Mittel-Punkte da sind.

Warum ist das wichtig?

Urbanisierung als Trend hält an. Damit verringert sich der Raum für Natur in Städten aller Größen - mit drastischen Folgen für die Biodiversität, aber auch die Lebensqualität und das Wissen der Bevölkerung um natürliche Zusammenhänge und den Umgang mit der Natur.

"Urban Gardening" als Gegenmodell ist ganzheitlich als Wertschöpfungskette für Natur, Ernährung, Stoffstrommanagement und CO2 zu sehen. Allerdings basieren die meisten lokalen Projekte im Bereich des Urban Gardening auf vereinzeltem freiwilligen Engagement.

Damit sich diese gute Idee dauerhaft als städtisches Gestaltungsprinzip durchsetzt, ist ein systematisches und ganzheitliches Planungskonzept erforderlich, das alle zentralen Themen des urbanen Lebens (ecosystem services) umfasst: Klimaschutz, Ressourcenschutz, Biodiversität, aktiver Naturschutz in der Stadt durch Stoppen der Generosion, multifunktionale Nutzung von Flächen in einem individuellen Stadtbild, ökonomische Entlastung der Städte und ökonomische Erträge (Vermarktung von Ernteerträgen, thermische Verwertung von Schnittgut), Aufbau neuer sozialer Lebensformen in der Bevölkerung, Bildung, Bindung und Integration.

Nur mit diesem ganzheitlichen Planungsverständnis, dem Gewinnen öffentlicher Institutionen sowie der emotionalen und interaktiven Einbeziehung der Menschen vor Ort kann der Sinnkontext von Produktivität, Versorgung, Zuwendung, Verantwortung und Lernen wiederhergestellt werden. Damit wird der Stadtgarten zum Ausgangspunkt einer neuen Gesellschaftspolitik.

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