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06/12/2016 05:51 CET | Aktualisiert 07/12/2017 06:12 CET

In Deutschland haben über eine Million Kinder keine Zukunft - Meinrad Armbruster will das ändern

dpa

Rund 1,1 Millionen Kinder in Deutschland leben über viele Jahre in Armut, so eine UNICEF-Studie (2013). Die Folge: Wer aus wirtschaftlich schwierigen Verhältnissen stammt, vielleicht noch einen Migrationshintergrund mitbringt und nicht auf das akademische Bildungserbe seiner Eltern und Großeltern zurückgreifen kann, hat oft schlechtere Chancen auf einen höheren Bildungsabschluss und eine bessere Zukunft.

Die Bertelsmann Stiftung kommt in ihrem Programm zu wirksamen Bildungsinvestitionen zu dem Schluss, dass sich die Folgekosten unzureichender Bildung innerhalb der kommenden 80 Jahre - der Lebensspanne heute geborener Kinder - auf rund 2,8 Billionen Euro summieren werden. Investitionen in frühe Bildung, speziell für diese Zielgruppe, sind daher nicht nur ethisch, sondern auch volkswirtschaftlich unabdingbar.

Mehr zum Thema: Statistik belegt: Kinder sind in Deutschland ein Armutsrisiko

Meinrad Armbruster, Professor für Pädagogische Psychologie in Magdeburg, stammt selbst aus einfachen Verhältnissen und verstand schon früh, dass Bildung der Schlüssel zur Welt ist. Seit vielen Jahren setzt er sich für Chancengleichheit von Kindern und Jugendlichen ein.

Im Jahr 2003 entwickelte er gemeinsam mit seinem Team das speziell auf die Bedürfnisse sozial benachteiligter Familien abgestimmte Konzept der ELTERN-AG. Seit 2007 ist das Programm Teil der neugegründeten gemeinnützigen MAPP-Empowerment gGmbH.

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Wir bieten benachteiligten Familien Elternkurse an

ELTERN-AG ist ein besonderer Elternkurs - speziell für sozial benachteiligte Familien. Das Programm richtet sich an Eltern von Kindern zwischen Geburt und Einschulung. In der Regel kämpfen diese Eltern mit mehreren Herausforderungen gleichzeitig: Arbeitslosigkeit, niedrigem Bildungsabschluss, Alleinerziehendenstatus, Überschuldung, Migrationshintergrund, chronischen Krankheiten oder Süchten.

Mütter und Väter werden Methoden an die Hand gegeben, mit denen sie ihre Elternrolle verstehen und besser handhaben können. So werden sie dabei unterstützt, ihre Stärken in der Erziehung auszubauen und effektiver zu nutzen. Die Eltern werden dazu motiviert, sich mit anderen Eltern zu vernetzen und passende Unterstützungsangebote anzunehmen.

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Die Ausgangsbedingungen für eine gute Bildungs- und Gesundheitsförderung der Kinder werden so verbessert, genauso wie die emotionale Entwicklung der Kinder und die damit einhergehende Unterstützung eines positiven Sozialverhaltens und altersgerechtes Lernens. Auch die familiäre Harmonie und die Eltern-Kind Bindung verbessert sich.

Bis Dezember 2015 wurden 3.082 Eltern mit 6.987 Kindern erreicht und 271 MentorInnen ausgebildet. Die ELTERN-AG hat 60 Standorte in 14 Bundesländern. Die Kurse sind für Eltern kostenlos.

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Jedes Kind braucht die Chance auf Bildung

Egal wo auf der Welt: Ohne Bildung haben Kinder aus armen Familien in der Regel keine Chance. Doch die ist mitunter teuer - und so vergrößert sich vielerorts das Ungleichgewicht. Dieses Problem versuchen Organisationen in aller Welt zu lösen.

Eine ebenso simple wie geniale Idee steckt hinter dem Projekt World Bicycle Relief. Diese nämlich lautet: "Fahrrad = Mobilität = Bildung". So einfach kann Hilfe tatsächlich sein.

World Bicycle Relief stellt Menschen in Entwicklungsländern Fahrräder zur Verfügung, damit sie ihr Leben aus eigener Kraft verändern können. Denn in ländlichen Regionen Afrikas bedeutet ein Fahrrad ein großes Maß an Lebensqualität: Es verkürzt die Transportwege und erleichtert seinem Besitzer den Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung.

Mit über 200.000 Fahrrädern, die in Afrika montiert werden, und 1000 ausgebildeten Mechanikern hilft WorldBicycleRelief vor Ort dabei, Armut zu bekämpfen und fördert Bildung und die wirtschaftliche Entwicklung in Gegenden, die sonst von der Infrastruktur abgeschnitten wären.

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