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13/04/2016 13:03 CEST | Aktualisiert 14/04/2017 07:12 CEST

Genialer Focus-Bericht über die Tempelreinigung

Don Stevenson via Getty Images

Im Jahr 2012 brachte der FOCUS das Markus Evangelium, Kapitel 11 als Nachricht. Und das klang dann so: "Der gestern in Jerusalem eingerittene Jesus hat im Tempel für einen Eklat gesorgt. Um gegen die Kommerzialisierung des Tempelkults zu protestieren, vertrieb er Händler aus dem Vorhof. Er warf ihnen vor, aus dem Gotteshaus eine „Räuberhöhle" zu machen.

Einen Tag nach seinem Einzug in Jerusalem hat Jesus Christus erneut für Aufsehen gesorgt. Er vertrieb Händler aus der Säulenhalle auf der Südseite des Tempels. Wie der Evangelist Matthäus berichtet, warf Jesus dabei Tische von Geldwechslern und Stände von Taubenhändler um.

Der lizensierte Handel mit Opfergaben (Tauben, Öl) sowie die Entrichtung der Tempelsteuer kamen kurzzeitig zum Erliegen. Auch der Wechsel von heidnischen Münzen in solche mit nichtheidnischen Abbildungen konnte zunächst nicht mehr stattfinden.

Die Aktion richtete sich dem Anschein nach gegen die zunehmende Kommerzialisierung des Tempelkults. Den Angaben zufolge sagte Jesus: 'Mein Haus soll ein Haus des Gebetes sein. Ihr aber macht daraus eine Räuberhöhle.' Tempelgarde oder römische Soldaten griffen nicht ein. Die Protestaktion war offenbar darauf gerichtet, eine Diskussion unter den Hohepriestern auszulösen. Jesus selbst erörterte im Anschluss strittige Fragen mit den Schriftgelehrten.

Matthäus berichtet weiter, dass Jesus im Anschluss Lahme und Blinde heilte. Anwesende Kinder riefen ihm deshalb zu: „Hosanna dem Sohn Davids!" Als Tempelpriester Jesus auf das Spektakel ansprachen, zitierte er lediglich einen Psalm („Aus dem Mund der Kinder und Säuglinge schaffst du dir Lob.") und ließ sie stehen. Mit der Angelegenheit vertraute Personen, gehen davon aus, dass die Priester wegen seines aufrührerischen Verhaltens ein Strafverfahren gegen Jesus anstrengen werden."

Sind wir heute wirklich klüger?

Diese über 2000 Jahre alte Nachricht ist heute leider immer noch wahr. Viele, ja die meisten Menschen suchen das Glück außen in der Welt statt in sich selbst. Sei es durch Besitz, oder wie im Falle der Jesusgeschichte, in kaufbarer Glückseligkeit. Heute versuchen sich die Menschen ihr Lebensglück nicht mit Tauben und Öl zu erkaufen, sondern rennen zu irgendwelchen Esoterikern, Gurus und Coaches.

Eine riesige Selbstbeglückungsindustrie hat sich entwickelt. Unausgesprochen liegt dieser eine Ideologie der Machbarkeit von Glück und Kontrollierbarkeit von Schicksal zugrunde. Das ist nicht nur theologisch fragwürdig, sondern auch ein Stressfaktor. Denn wenn man alles erreichen kann, wenn man nur alles richtig macht, ist man logischerweise auch an seinem Unglück selbst schuld. Ganz schön heikel, diese Art zu denken.

Einfach mal schauen

Dem setzte Jesus als Messias, aber auch andere Religionsgelehrte, eine Gegenbild als Kontrast. Man soll versuchen mit Liebe im Herzen, mit Bescheidenheit und Toleranz durch sein Leben zu gehen.

Der Rest werden sich schon regeln, denn letztendlich sei das Leben eine Folge der inneren Haltung, der daraus resultierenden Folgerichtigkeiten und der Gnade Gottes. Das Leben und der Glaube sind kein Leistungssport, wo der Fleißigste belohnt wird, sondern wo die Wege des Herrn auch einmal unergründlich sind.

Der Autor dieses Beitrags ist Pastor Michael Wagner von der Christian Universal Life Church.

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