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19/04/2016 12:07 CEST | Aktualisiert 20/04/2017 07:12 CEST

Die einen gehen, die anderen kommen...

Hill Street Studios via Getty Images

Pfarrer, Pastoren und Priester der etablierten Kirchen müssen oft sehr duldungsfähig sein. Es ist schließlich nicht gerade motivierend, sonntags um zehn Uhr früh vor leeren Kirchenbänken zu predigen.

Das Christentum ist ja bekanntlich die Religion der Liebe, wenn es nicht gerade wieder einmal von jemandem pervertiert wird. Auch interpretieren gerade die Jüngeren das mit der Liebe etwas um, bleiben im Bett und praktizieren diese mit ihrer Freundin. Das ist natürlich nicht im Sinne des Erfinders, aber nun gut. Besser als andere Dummheiten ist es allemal.

Gottesdienst per Livestream


Doch wir lebten nicht im 21. Jahrhundert, wenn nicht auch der Glaube online praktizierbar wäre. Den Gottesdienst kann man inzwischen bequem per Livestream verfolgen, beichten kann man auch online und wenn einem nach Spiritualität ist, klickt man eben eine Online-Kirche an. Die Auswahl ist inzwischen relativ groß.

Denn bei aller Entfremdung der Menschen von den etablierten Kirchen: der Bedarf nach geistlicher Nahrung ist da. Das spüren wir und es nimmt zu, gerade in Krisenzeiten. Je unruhiger die Welt wird, desto größer wird dieser Bedarf. Die Menschen suchen nach Halt, Orientierung und menschlicher Wärme. Umso wichtiger, dass dies nicht zur Stunde der Gurus wird, sondern dass solider Glaube ein attraktives Angebot macht.

"Viele erinnern sich erst in der Not an Gott"


So sind inzwischen viele Kirchen im Netz. Wir von der Christian Universal Life Church ebenso wie die Kollegen der Evangelischen Kirche Deutschlands, die katholische Kirche und viele kleine Freikirchen. Es ist schade aber allzu menschlich, dass viele Menschen sich erst in der Not an Gott erinnern.

Sehr viele Menschen wenden sich dem Glauben erst in Not und Bedrängnis zu. Selbst Atheisten sollen bei Turbulenzen im Flugzeug schon unfreiwillige Rufe nach Gott entfahren sein. Deshalb ist es so wichtig, dass die Menschen den transzendenten Hintergrund ihrer Existenz niemals vergessen, aber die Intensität in der man das tut und die Art wie, das ist eher zweitrangig. Glaube ist eine Frage des Herzens und nicht der Stunden, die man damit verbringt, er ist vor allem kein Leistungssport.

Interessanterweise berichten derzeit viele Gemeindepfarrer, dass christliche Flüchtlinge aus dem Nahen Osten immer häufiger an ihre Türen klopfen, weil sie Christen werden wollen. Auch wir erleben eine stark zunehmende Zustimmung aus dem Orient und eine immer größere Abkehr von Westeuropäern. Ein wahrhaft erstaunlicher Trend. Assoziieren viele von uns Westlern mit "Kirche" nur Enge und Mief, sehen viele Nichtchristen in unserem Glauben eine attraktive Alternative. Wir leben wirklich in spannenden Zeiten.

Der Autor ist geistliches Oberhaupt der liberalen Christian Universal Life Church.

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