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07/02/2017 11:27 CET | Aktualisiert 11/02/2018 06:12 CET

Wenn man jeden Präsidenten so an den Pranger stellen würde wie Donald Trump, wäre unsere Erde ein besserer Ort

Aktuell vergeht kein Tag, ohne eine neue Meldung über Donald Trump. Was Fleisch für Veganer ist, ist Trump für Demokraten. Nah zu täglich berichten viele Medien empört, über seinem politischen Vorhaben. Da wäre der Mauerbau vor Mexiko oder  das Einreiseverbot für die sieben muslimischen Länder: Irak, Syrien, Libyen, Somalia, Jemen, Sudan und Iran. Falls es mal nicht um Donald oder die USA geht, greift man seine Frau und seine Familie an.

Trump ist kein Politiker. Und ja, er ist engstirnig, konservativ, nationalistisch und nicht zuletzt auch rassistisch. Es herrscht allgemein eine unanfechtbare Meinung zu Donald Trump. Doch was wäre die Demokratie, wenn wir uns nur mit gleichgesinnten austauschen würden. Es ist höchste Zeit, diese ganze Trump-Hysterie mal ein Gang runter zu schalten und das Ganze mal neutraler zu beobachten.

Europas „moralische Überlegenheit"

Europa strotz grade vor moralisch Überlegenheit. Seit Trumps Amtseintritt überschlagen sich die europäischen Minister und Ministerinen mit Kritik an ihren amerikanischen Kollegen. Obwohl es hier und da mal auch in Europa einige politische Entscheidungen gab, die man eher dem amtierenden US Präsidenten zutrauen würde. Als im Sommer 2015 die große Flüchtlingswelle auf Europa zukam, hat lediglich Deutschland es als ihre Pflicht angesehen, diese Menschen aufzunehmen.

Alle anderen europäischen Länder, haben sich da größtenteils rausgehalten. Flüchtlinge, die aus den Balkanländern kamen, bekamen natürlich überhaupt kein Asyl. Das sind ja Wirtschaftsflüchtlinge! Da ist es in Ordnung, wenn man da Unterschiede macht.  

"Fake News"

Diese Bezeichnung benutzt Donald Trump wahllos, da er nie gelernt hat, souverän zu reagieren. Aber wie viel Wahrheit steckt eigentlich hinter den Medien, die wir tätlich beobachten? Während Obama noch regiert hat, hatte er immer eine smarte Art zu antworten. Vom Friedensnobelpreisträger würde kaum jemand glauben, dass er sich an Kriegen beteiligt. Doch genau das hat er getan. 

"Während der Präsidentschaft von Barack Obama wurden Tötungen per Drohne zur Staatsdoktrin, jede Woche unterschrieb er die sogenannte "Kill List". Und in Zukunft wird ein Donald Trump das tun - dank seines Vorgängers, den Friedensnobelpreisträger Obama." Berichtete Deutschlandradio Kultur. Nur sehr wenig Medien haben darüber überhaupt berichtet. 

Was den Bau der Mauer vor der mexikanischen Grenze angeht, gibt es diverse Fakten, die bewusst unter den Teppich gekehrt werden. Matthias Heitmann hat bei „Cicero - Magazin für politische Kultur", ein sehr interessanter Artikel zu dem Thema geschrieben. Darin heißt es unter anderem: 'Denn tatsächlich haben seit 1993 unter Bill Clinton alle Präsidenten an eben dieser mittlerweile bereits etwa 1000 Kilometer langen Grenzsicherung gebaut - freilich ohne dies permanent zum Thema zu machen. Die 7000 Toten, die es seit 1998 an der Grenze gab, hat nicht Trump auf dem Gewissen, sondern unter anderem Friedensnobelpreisträger Barack Obama."

Die diplomatische Sprache ist nun mal das A und O, wenn man ein Präsident. Obama wusste genau, wie er die Medien für sich gewinnen kann. Das hat ihn auch sehr viel Sympathie eingebracht. Diese Eigenschaft hat Donald Trump nicht. Statt wie es für einen Präsidenten üblich ist diplomatisch zu reagieren, reagiert er herrisch auf negative Presse und schlägt mit Worten wie "Fake News" um sich.

Reaktionen der Bevölkerung auf das Einreiseverbot

Es ist schon erstaunlich, wie viel Menschen seit Tag in der USA gegen das Einreiseverbot demonstrieren. Die Solidarität ist überwältigend und alle sind sich einig, dass das Donald Trump ein Riesen Rassist ist. Komisch, dass dieses Gefühl, der Solidarität, für diese Länder, erst jetzt geweckt worden ist. Wo war diese Solidarität, als diese Länder angegriffen und bombardiert wurden? 

Der syrische Diktator bspw. hat tausende Menschen, vor den Augen der Weltbevölkerung umgebracht. Wo war und ist Empörung? Wenn jemand tatsächlich sich solidarisieren möchte, mit diesen Ländern, sollte er erst mal das verurteilen, was in deren Ländern Vorort passiert. Vielleicht muss man sich darüber eher Gedanken machen, statt ein schönes Schildchen auf dem "Today i am Muslim too" herumzutragen und sich damit repräsentativ fotografieren zu lassen. Rassismus muss überall und immer verurteilt werden! 

Nicht nur, wenn grade mal eine Kamera dabei ist, oder es zum Hype passt. Es stellt sich auch die Frage: Warum die anderen rund 40 muslimischen Länder, die davon dem Einreiseverbot ausgenommen sind, nicht genauso für ihre Glaubensbrüder und Schwestern einsetzten, wie es die Amerikaner tun?

Wenn man jeden Präsidenten so an den Pranger stellen würde, wie Donald Trump, wäre unsere Erde vermutlich ein besserer Ort. Doch das tun viele von uns nicht. Es ist einfacher mit zu schwimmen einfach mit, statt selbst mal nachzudenken. Es ist Zeit die Scheuklappen ablegen und alles etwas neutraler zu beobachten. 

Auch wenn das zugegeben schwer ist. Schließlich sorgt die Presse tagtäglich dafür, wie wir zudenken haben, wen wir verurteilen sollten und für was wir demonstrieren müssten. Das ist eben das Ergebnis einer Gesellschaft, die heutzutage so viel Medien zur Verfügung hat und nicht mehr in der Lage ist Informationen zu filtern.