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14/12/2016 06:49 CET | Aktualisiert 15/12/2017 06:12 CET

Ein ganzes Land liegt in Trümmern und die Welt sieht tatenlos zu

GEORGE OURFALIAN via Getty Images

"Wir sollten uns nicht in den Syrien Krieg einmischen". Dieser Satz wurde von sehr vielen Politikern in den letzten Jahren geäußert, als es um den Syrien-Konflikt ging. Diese Aussage ist mittlerweile mehrere Jahre her und von einigen Städten in Syrien ist kaum mehr etwas übrig geblieben.

Wer jetzt wirklich glaubt, dass nach Assads baldigen Sieg über Aleppo alles wieder so wird, wie vor dem Krieg, der wird sich gewaltig täuschen. Genau so, wie die Bürger aus Aleppo, die inständig darauf gehofft haben, dass nach dieses schrecklichen Bildern ihnen jemand zur Hilfe eilen wird.

Aktuell reden viele empört über die Masseninhaftierungen von regierungskritischen Politikern, Journalisten und Bürgern in der Türkei. Doch das was Assad mit diesen Menschen macht, ist weitaus grausamer. Von Folter und Vergewaltigungen, bis hin zu Enthauptungen.

Lesen sie unter dem Video weiter.

"Ich warte nur darauf, dass die Bombe explodiert" - eine 9-Jährige berichtet von ihrem Alltag in Syrien

Laut angaben der Süddeutschen Zeitung, sind seit Anbeginn des Krieges 470.000 Menschen ums Leben gekommen. Die Zahlen des UN-Menschenrechtskommissars (UNHCR) besagen, dass mehr als elf Millionen Menschen zu Flüchtlingen geworden sind. Mehr als vier Millionen flüchteten demnach außer Landes, hinzu kommen 7,6 Millionen Binnenflüchtlinge.

Dies sind lediglich die offiziellen Zahlen. Wie hoch die Dunkelziffer wirklich ist, kann bisher niemand sagen. Das ist die verehrende Bilanz eines Krieges, der jahrelang ignoriert wurde. All diese Menschen, wurden Ihrem Schicksal überlassen.

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Aus dem politischen und wirtschaftlichen Blickwinkel hatte niemand Interesse daran eine Lösung zu finden, da Syrien im Vergleicht zu anderen Ländern nicht so viele Bodenschätze besitzt und generell uninteressant war für den Westen.

Dieser Krieg hat es so weit gebracht, dass Europa gespalten, erpressbar und nationalistischer geworden ist. Niemand sieht sich in der Verantwortung diese Flüchtlinge aufzunehmen, geschweige denn ein Lösung vor Ort zu finden. Stattdessen debattiert die Politik darüber, wie sie die Grenzen noch besser sichern können.

Während des Irak Krieges vor 13 Jahren sind tausende Menschen weltweit auf die Straße gegangen und haben gegen die Kriegspläne der US Regierung demonstriert. Für Syrien geht kaum jemand mehr auf die Straße.

Da fragt man sich doch, wo sind all diese Pazifisten geblieben? Dieser Krieg dreht sich mittlerweile um alles, außer um die Syrer. Die Amerikaner gegen die Russen, Sunniten gegen Shiiten, Westen gegen Osten. Es geht um alles und alle, außer um die Syrer selbst.

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Die ganze Welt kann zusehen, wie ein gesamtes Land vor den Trümmern steht. Bei all diesen Ereignissen wundern sich so viele, warum der Nahe Osten es nicht schafft demokratischer zu werden.

Niemand, der diese Zeit mit erlebt hat, wird sich je wieder trauen im Nahen Osten gegen das System zu widersprechen. Ein System, dass lieber tötet, als verhandelt. Ein System, dass ein Art Disneyland für Terroristen im eigenen Land eröffnet hat. Ein System, dessen Volk scheinbar keinen Wert hat!

Monatelang haben sich einige Deutsche über den Satz "Wir schaffen das" aufgeregt. Doch wie verheerend der Satz "Wir sollten uns nicht in den Syrien Krieg einmischen" nun war, merken viele erst jetzt.

Platon sagte mal: "Nur die Toten haben das Ende des Krieges gesehen." Vielleicht wird dieser Krieg erst enden, wenn wirklich alles was in Syrien lebt, gestorben ist. Was die Hoffnung der Syrer angeht, sie ist schon lange gestorben!

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Oft schauen wir auf gesellschaftliche Entwicklungen nur aus einer abstrakten Perspektive: Experten sprechen über Probleme anhand von Studien. Politiker loben, was gut läuft, anhand von grauen Statistiken - all das hat mit dem Alltag der Menschen, die von diesen Entwicklungen betroffen sind oder sie prägen, oft wenig zu tun.

Diese Menschen kommen jetzt in der Huffington Post zu Wort. Denn wie fühlt sich Armut in einem reichen Land jenseits der Statistiken an? Wie sieht Deutschland aus der Perspektive eines Obdachlosen aus? Vor welchen Problemen steht ein gerade angekommener Flüchtling? Wer hat mit seiner Initiative ein gravierendes Problem gelöst? All das ist Thema in HuffPost-Voices.

Diskutiert mit und schickt uns eure Erlebnisse an Blog@huffingtonpost.de.