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04/04/2016 05:51 CEST | Aktualisiert 05/04/2017 07:12 CEST

Talk to Me: Ehrliche Gespräche zwischen Eltern und Kindern

NBC NewsWire via Getty Images

Talk to Me: Ehrliche Gespräche zwischen Eltern und Kindern- Christina Huffington und Arianna Huffington

Christina:

Egal welchen Maßstab man anlegt, ich habe ein sehr enges Verhältnis zu meinen Eltern. Wir sprechen unzählige Male am Tag miteinander, und ich habe mit noch keinem Therapeuten gesprochen, der nicht subtil angedeutet hätte, dass mein Übertritt ins Erwachsenenalter vielleicht glatter verlaufen würde, hätten wir eine stärkere Eltern-Kind-Abgrenzung aufgebaut (ein Wort, dass im Griechischen, der Muttersprache meiner Mutter, „Gotteslästerung" bedeuten könnte).

Aber trotz der Häufigkeit und der Intimität unserer Gespräche stellte ich kürzlich fest, wie viel doch noch unausgesprochen bleibt. Ich merkte, dass viele Telefongespräche, in denen ich von einem Problem berichtete oder großartige Neuigkeiten mitteilte, mit einem übereilten „Und bei Dir so? Alles in Ordnung?" von mir endeten, bevor wir uns verabschiedeten und auflegten. Normalerweise bin ich eine sehr neugierige und nachbohrende Person, stelle lieber Fragen, als dass ich Antworten gebe. Mit meinen Eltern aber gingen die Gespräche immer in die andere Richtung.

Als Kind wird erwartet, dass sich das Gespräch um dich dreht. Als Teenager interessiert dich die Meinung deiner Eltern herzlich wenig. Als Erwachsener aber gewinnt man so viel, wenn man einfach mal die Dynamik verändert und seine Eltern um ein Gespräch bittet. Wir rufen jetzt Talk To Me ins Leben in der Hoffnung, dass Kinder überall auf der Welt beginnen, die Initiative für diese Gespräche mit ihren Eltern zu ergreifen, und die Fragen stellen, für die bisher die Zeit fehlte.

Ich habe oft gehört, dass unsere Gesellschaft heute nicht mehr so viel Wert auf die Weisheit der Älteren legt, wie früher. Ich aber glaube, dass es einen Grund dafür gibt, dass Artikel wie „25 Dinge von denen ich wünschte, ich hätte sie mit 25 gewusst" und „Was ich jetzt mit 50 weiß" so oft geteilt werden. Wir alle wollen aus den Erfahrungen und Fehlern derer, die vor uns gegangen sind, lernen. Mit dem Launch von Talk To Me hoffen wir, dass die Menschen sich wieder in ihrer nächsten Umgebung auf die Suche nach diesem Wissen und dieser Weisheit begeben.

Arianna:

Als Christina mir von ihrer Idee erzählte, war ich sofort begeistert. Was mir besonders an Talk To Me gefiel, und der Grund, weshalb ich es zu einer HuffPost-Reihe machen wollte, war die Tatsache, dass es ein HuffPost-Klassiker ist: Engagement, Gespräche und Menschen, die über Grenzen hinweg zusammen gebracht werden, in diesem Fall die Generationen-Grenze.

Die Reihe wird Original Content enthalten, produziert von Christina. Und, wie es die HuffPost von Beginn an getan hat, wird sie eine offene Plattform für jeden bieten, der sich einbringen will. In diesem Fall also unzählige Eltern, die überall auf der Welt von ihren Kindern interviewt werden.

Wir starten mit drei Episoden: Richard Branson, der in seinem Haus auf den British Virgin Islands von seinem Sohn Sam interviewt wird; Oprah Winfrey, die in ihrem Haus in Santa Barbara von einer ihrer „Töchter" interviewt wird, einer ehemaligen Schülerin ihrer Schule in Südafrika, und Christina, die mich zuhause in New York interviewt. Melinda Gates, interviewt von ihrer Tochter Jenn während eines gemeinsamen Essens, soll bald schon folgen.

Wir haben bereits hunderte Videos erhalten, die wir in einer speziellen Rubrik der HuffPost posten wollen. Eine weitere Tatsche, die mir an Talk To Me besonders gut gefällt, ist, dass auch all unsere internationalen Ausgaben miteinbezogen werden, da die Videos aus aller Welt kommen. So werden nicht nur einzelne Familien einander näher gebracht, sondern auch unsere globale HuffPost-Familie.

Wir freuen uns auch, dass wir Unilever als Partner gewinnen konnten. Wir werden mit Unilever zusammenarbeiten, um Inspiration für Gesprächsthemen zu liefern, die uns wichtig sind, da wir alle eine strahlende Zukunft für unsere Kinder schaffen wollen: von Gender Equality über Nachhaltigkeit bis hin zur Bekämpfung von Kinderarmut.

Ich hoffe, dass andere Eltern diese Erfahrung ebenso erfüllend finden werden, wie ich. Wie alle Eltern würde auch ich gerne öfter tiefgehende Gespräche mit meinen Töchtern führen. Aber wie so oft wenn Kinder erwachsen werden, sind Eltern wie auch Kinder zu sehr in ihrem täglichen Leben eingebunden, so dass es schwierig wird, Zeit zu finden, sich zu setzen, den Lärm der Welt auszublenden und zu reden. Wir hoffen also, dass durch diese Struktur und durch den Aufbau einer Community von Eltern und Kindern aus aller Welt, diese Erfahrung zugänglicher wird.

Ich hoffe, dass du dich Talk To Me anschließt. Und dass deine Tochter, dein Sohn, dein Vater, deine Mutter oder ein anderer lieber Mensch in deinem Leben deinem Beispiel folgen wird. Wir arbeiten auch mit Facebook zusammen, um eine echte globale sozial-vernetzte Unterhaltung aufzubauen und möchten dich einladen, dein Talk To Me-Interview mit Facebook Live zu führen, einem neuen Produkt, das dich direkt von deinem Smartphone übertragen lässt.

Wenn du dein Video lieber nicht direkt übertragen möchtest, dann kannst du es aufnehmen wie jedes andere Video und es bei Facebook hochladen. Benutze einfach den Hashtag #TalkToMe und tagge deine Freunde in der Beschreibung. Vergiss nicht, das Video öffentlich zu machen, wenn es bei der HuffPost gefeatured werden soll. Wenn du noch Fragen hast, dann mail sie unserem Team: TalkToMe@huffingtonpost.com .

Dieser Artikel erschien zuerst bei der Huffington Post USA und wurde von Cornelia Lüttmann aus dem Englischen übersetzt.

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Ihr habt auch ein Talk to Me Video?

Die Huffington Post ist eine Plattform für alle Perspektiven. Wenn ihr auch ein Interview mit einem Familienmitglied geführt habt, schickt eure Videos an unser Videoteam unter video@huffingtonpost.de.

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