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16/04/2016 07:23 CEST | Aktualisiert 19/04/2017 07:12 CEST

Warum wir unsere Arbeit dem Schlafrhythmus anpassen sollten

Henrik Sorensen via Getty Images

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Wir sollten unsere Arbeit nach unserem Schlafrhythmus richten.

  • Wir alle müssen unser Verständnis von Schlaf und Erholung überdenken
  • Schlaf ist ganz besonders bei der Arbeit der ultimative Leistungsförderer
  • Ich erwarte, dass Räume für Nickerchen in Firmen bald selbstverständlich werden

Unsere kulturell bedingte Annahme, dass Überarbeitung und Burn-out der Preis sind, den wir für unseren Erfolg zu zahlen bereit sein müssen, ist eine Hauptursache für Schlafstörungen. Sie führt zu einem Verhaltensmuster, das wir alle kennen: Wir merken, dass der Tag nicht genügend Stunden hat, und suchen nach Einsparmöglichkeiten. Und Schlaf bietet sich dafür geradezu an.

Angesichts der erbarmungslosen Definition von Erfolg hat Schlaf gar keine Chance. In vielen Bereichen unserer Kultur, insbesondere im Arbeitsumfeld, gilt es sogar als ehrenwert, ohne Schlaf durchzuhalten.

Die Revolution des Schlafes erreicht den Arbeitsplatz

Zum Glück erreicht die Revolution des Schlafes nun auch den Arbeitsplatz. Sie ist noch nicht in vollem Gange, doch die Hinweise darauf sind überall zu beobachten. Die Geschäftswelt ist erwacht und hat die negativen Folgen erkannt, die Schlafentzug auf die Produktivität, die Gesundheitskosten und letztendlich auch auf den Umsatz haben kann.

Wir leben nicht mehr in Zeiten der US-Serie „Seinfeld", in der George Costanza sich einen eigenen „Bett-Schreibtisch" anfertigen ließ, um zwischendurch heimlich ein Nickerchen machen zu können. Und dennoch identifizieren wir uns oft über unsere Arbeit. Deshalb stellen wir unser Privatleben so um, dass es zu unserem Arbeitsleben passt.

Das führt dazu, dass es uns viel leichter fällt, unsere Schlafgewohnheiten zu ändern, solange die Regeln des Arbeitsplatzes dies erlauben und die Geschäftswelt den Wert von Schlaf anerkennt. Ich erwarte, dass Räume für ein Nickerchen in Unternehmen bald so selbstverständlich sein werden wie Konferenzräume.

Deutschland übernimmt Führungsrolle

Deutschland hat in vielen Bereichen eine Führungsrolle übernommen. Man hat hier insbesondere verstanden, dass im Smartphone-Zeitalter lange Arbeitszeiten nicht an der Präsenzzeit im Büro gemessen werden können - ein Umstand, der allzu oft zulasten unseres Schlafes geht. Um Unternehmen in Deutschland als gutes Beispiel voranzugehen, implementierte Ursula von der Leyen als Arbeitsministerin für ihre Mitarbeiter „glasklare Regeln" zum Gebrauch von Arbeitshandys nach Dienstschluss.

„Es liegt im Interesse der Arbeitgeber, dass ihre Leute verlässlich vom Job abschalten, weil sie sonst auf Dauer ausbrennen", so von der Leyen. „Die Technik ist kein Problem für die Gesundheit, wir müssen nur lernen, vernünftig damit umzugehen!" Andrea Nahles, von der Leyens Nachfolgerin im Arbeitsministerium, nahm den Staffelstab auf und beauftragte eine Studie zur Untersuchung der wirtschaftlichen und psychologischen Folgen von berufsbedingtem Stress.

Nahles signalisierte zudem ihre Unterstützung für gesetzliche Regelungen, die es Arbeitgebern untersagen, Mitarbeiter nach Dienstschluss zu kontaktieren. Bei Volkswagen werden inzwischen die eigenen E-Mail-Server jeweils dreißig Minuten nach Dienstschluss ausgeschaltet, andere Unternehmen, darunter BMW und die Deutsche Telekom, haben ähnliche Regelungen implementiert.

Wir leben im Goldenen Zeitalter der Schlafforschung - es wird immer deutlicher, wie facettenreich der Einfluss von Schlaf und Träumen für unsere Entscheidungsfindung, emotionale Intelligenz, kognitive Leistung und Kreativität ist. In allen Lebensbereichen, auch und ganz besonders bei der Arbeit, ist Schlaf der ultimative Leistungsförderer.

Erschien auch auf Xing Klartext.

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