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13/10/2015 13:10 CEST | Aktualisiert 13/10/2016 07:12 CEST

Erbhomophobie: Für viele Flüchtlinge ist Homosexualität nicht alltäglich

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Flüchtlinge bestimmen die Nachrichten rund Um die Uhr; Seehofer verspricht populistische Märchen wie einen Gang zum BVG, den er nie wagen wird. Sogar ein neuer Soli für Zuwanderer ist im Gespräch.

Menschen wie Grönemeyer, der einem Londoner Nobelviertel seine luxuriöse Heimstatt hat, und Ranga Yogeshwar, dem wir durch Zwangsgebühren sicher auch ein erkleckliches Leben ermöglichen, verlangen in Talk-Shows von gewöhnlichen Bürgern sich in puncto Flüchtlingsfrage mehr anzustrengen und zu engagieren.

Andere wie Frau Klöckner versprechen uns, viele der Flüchtlinge seien kreativ sowie hochqualifiziert, so als ob sie mit hohen Ansprüchen verbundene Ämter und Posten gleich besetzen könnten.

Flüchtlingsströme und Homosexualität

Es ist nicht mehr unrealistisch, dass bald Millionen von Flüchtlingen zu uns hereinströmen. Krass wenn sie, wie zuletzt in Markersdorf, verweigern, eine Turnhalle zu beziehen, weil sie ein „richtiges Heim" wollen, wohin dann? Doch hat eigentlich schon jemand mal gedacht, diesen Menschenzustrom aus Afrika und dem nahen Osten mit dem Thema Homosexualität in Verbindung zu bringen?

In Syrien sind homosexuelle Handlungen als „widernatürlich" verboten und werden mit einer Haftstrafe von bis zu drei Jahren belegt. Irak, Afghanistan, Eritrea, Nigeria und Pakistan sind noch problematischer. Zum Teil unter Bezug auf die Scharia gibt es dort drakonische Strafen für Homosexuelle bis zur Todesstrafe.

Diese Erbhomophoben werden irgendwann mal auf das erste schwule oder lesbische Pärchen händchenhaltend und küssend treffen, vielleicht noch zusammen mit ihren Kindern, was ist dann los? Es kursieren angeblich schon Benimmregeln in allen möglichen Sprachen, auch arabisch, die einigen Flüchtlingen nahegelegt wurden.

Doch das Homosexualität in der westlichen Hemisphäre gang und gäbe ist und liberal gehandhabt wird, das muss man den zuströmenden Massen erst noch vermitteln. Wie schwer das ist zeigte nicht zuletzt dieser Samstag, als in Baden-Württemberg erneut gegen die begrüßenswerte Aufklärung in der Schule, dass es auch gleichgeschlechtliche Familienkonstellationen gibt, Protestaktionen laufen.

Unter Beteiligung - wenn auch nicht hochrangiger - rechter CDU/CSU-Politiker, selbstverständlich der AfD und nicht zu unterschätzende Zahlen von Russlanddeutschen und türkischen Einwohnern. Fazit: Man hat nichts gelernt.

Harte Fakten

Im Gegenzug haben wir harte Fakten zu vertragen: Auch unter den syrischen Flüchtlingen steigt die Zahl der Minderjährigen, die verheiratet sind. Am 31. August verschwand in der Erstaufnahmeeinrichtung in Ter Apel, im Norden der Niederlande, ein Kind. Fatema Alkasem, 14 Jahre alt, Syrerin.

Ihr Foto wurde landesweit verbreitet, auch die deutsche Polizei half bei der Suche. Doch alle Anstrengungen waren vergebens. Das Kind blieb verschwunden. Fatema ist hochschwanger. Wie geht man hier damit um, immerhin sind Kindsbräute nach der hiesigen Gesetzeslage einfach nicht vorstellbar.

All das wird zu klären sein, doch wer von unseren Politikern hat den Mumm, Erbhomophobie anzuprangern und Mittel und Wege zur Beseitigung dieses mehr als nur Unbehagen verursachenden Problems aufzuzeigen.

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