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01/09/2015 10:47 CEST | Aktualisiert 01/09/2016 07:12 CEST

Andreas Gabalier, das ZDF und die Nachrangigkeit der Homophobie

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Sonntags lange ausschlafen und dann brunchen, das ist mein Ding. Ich gestehe, dass ich da auch mal den "Fernsehgarten" gucke - da begegnet man immer wieder Stars aus seiner Jugend; Mary Roos, Joy Fleming, Katja Ebstein; und ab und zu konsumiere ich auch gern seichte Unterhaltung.

Gestern jedoch, geschlagene eineinhalb Stunden lang, wird ein Konzert von Andreas Gabalier gezeigt. Das verdirbt mir zuerst den Appetit und animiert mich, sofort wegzuschalten.

Heute - extra bis zum Wochenbeginn gewartet - aus reiner Neugierde eine Rückfrage beim "ZDF-Zuschauertelefon", - nach höflicher Begrüßung und voller Namensnennung meinerseits -, warum denn der so beliebte Fernsehgarten Andras Gabalier hätte weichen müssen. Zunächst Warteschleife, dann ein freundlicher junger Mann, der aber den Eindruck macht, als verstünde er meine Frage nicht.

Dann wird bei einer Kollegin nachgefragt und mir mitgeteilt, es läge an der Übertragung der Leichtathletik-WM. - Und für 1 1/2 Stunden Gabalier hat man Zeit, obwohl der doch homophob ist.?

Ratlosigkeit, dann meine Bitte mich an jene Kollegin zu verbinden, die er befragt hatte, der ich nach erneuter Vorstellung meiner Person im höflichen gesetzten Ton sage, dass ich mit meinen GEZ-Gebühren - und ich spräche sicher für genügend andere - Herrn Gabalier nicht unterstützen wolle.

Ich wurde schroff und mit einer apodiktischen Tonart darauf hingewiesen, dass meine Einzelmeinung keinen Belang hätte und Herr Gabalier Millionen Fans hätte. Nun, die Zuschauerquote lag bei 8,4 %, was die AfD seinerzeit leicht mal eingefahren hätten oder die Pegida an Unterstützern hat. Aber so polemisch werde ich natürlich nicht. Zu bedenken wäre auch, dass Fernsehgarten-Stammzuschauer halt bequemerweise bei der Ersatzsendung blieben.

Ich biete der Dame an, Lie links zu diesem Thema ("Müllermilch" setzt auf homophoben Werbeträger Andreas Gabalier, Werbekampagne mit homophoben Andreas Gabalier stoppen!, Ganz toll, statt #Fernsehgarten bietet #ZDF heute dem homophoben #Gabalier eine große gebührenfinanzierte Bühne ) per Mail zu senden oder mir die Mailadresse der zuständigen Redaktion zu nennen, nur um dort einen Denkanstoß zu überbringen, aber darauf wird nicht eingegangen.

Nach lautstarker Rückfrage nach meinem Namen, den ich vorher mehrfach genannt habe, wird aufgelegt.

Das sogenannte Zuschauertelefon des ZDF scheint nur zur Abschreckung da zu sein. Es liegt alleine an mir, eine Sendung fragwürdig zu finden, das ist mir natürlich klar: gegen die unerträglichen Müller-Milch-Werbespots ist man ja offenbar auch machtlos. Aber dass Kritik auch Anregung sein kann - dies zu erkennen, davon ist das ZDF offenbar weit entfernt.

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