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28/01/2015 10:52 CET | Aktualisiert 30/03/2015 07:12 CEST

Die Geschichte der Mascara: Wunderwaffe und Evergreen

Wimperntusche und ihre Verwendung kann bis zurück ins alte Ägypten dokumentiert werden. Kohl, so hieß Mascara damals, wurde gegen böse Geister und für den Schutz der Seele von Männern und von Frauen regelmäßig verwendet.

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Wimperntusche und ihre Verwendung kann bis zurück ins alte Ägypten dokumentiert werden. Kohl, so hieß Mascara damals, wurde gegen böse Geister und für den Schutz der Seele von Männern und von Frauen regelmäßig verwendet.

Als Inhaltsstoffe wurden meistens Holzkohle oder Ruß, Malachit, Bleiglanz, Honig und Wasser verwendet. Die Kohl-Anwendung ist bis in die Zeit des Römischen Reichs nachgewiesenen. Nach dessen Fall wurde Kohl auf dem europäischen Kontinent schnell vergessen, im Nahen Osten jedoch fand es weiterhin seine beliebte Verwendung, besonders bei religiösen Zeremonien.

Vielseitige Rezepturen für verführerische Augen

In der westlichen Kultur wurde bis zum Beginn der viktorianische Zeit das markante Augen Make-up als unangemessen angesehen. Erst während der viktorianischen Ära verschob sich die öffentliche Meinung und dekorative Kosmetik wurde immer mehr salonfähig.

Frauen wollten nun ihre natürliche Schönheit zunehmend ausgiebig pflegen und betonen. Zu der Zeit wurden vielfältige Anstrengungen unternommen, um die Illusion der verführerisch langen, dunklen und dichten Wimpern zu schaffen. Viktorianische Frauen mischten damals Asche oder Ruß mit Holundersaft. Sie stellten so zu Hause eine Mixtur her, die aufgetragen ihre Wimpern länger und dicker erscheinen ließ.

Erst spät, im neunzehnen Jahrhundert, entwickelte Euegene Rimmel mit Verbindung von Vaseline eine beliebte Wimperntusche-Rezeptur, die seitdem auch Rimmel genannt wurde. Fast gleichzeitig, im Jahr 1913, schuf TL Williams eine ähnliche Substanz. Er wollte etwas schaffen für mehr schwarze Wimpern, speziell für seine Schwester Maybel. Die Beliebtheit der Wimperntusche sprach sich sehr schnell rum. Williams gründete daraufhin einen Versandhandel, aus dem später das Unternehmen Maybelline entstand.

Die von Rimmel und Williams entwickelte Mascara-Formulierung bestand aus Vaseline und Kohle. Die richtige Konsistenz des Produktes war jedoch recht schwierig herzustellen. So suchte man lange nach alternativen Rezepturen. Es gab anschließend die auf Seife basierende Mascara-Version. Man nahm einen angefeuchteten Pinsel und strich ihn gegen eine Mixtur aus Seife und aus schwarzem Farbstoff. Diese seltsam anmutende Mischung wurde anschließend als Mascara auf die Wimpern aufgetragen.

Helena Rubinstein revolutioniert die Mascara

Im Jahr 1957 stellte die gebürtige Polin Helena Rubinstein endlich ihre Innovation vor. Sie schuf eine neue Formel, die die Mascara zu einer geschmeidigen Creme werden ließ. Sie verpackte die neue Mascara in einem kleinen runden Behälter der mit einem dazugehörigen kleinen Pinsel verkauft wurde. Die Anwendung des Produktes wurde deutlich leichter und das Ergebnis auf den Wimpern war sichtbar besser.

Bald wurde auch eine Art kleine geriffelte Stange von Helena Rubinstein zusätzlich patentiert. Das kleine Hilfsgerät hob die gleiche Menge Mascara-Masse für jeden Gebrauch aus dem runden Behältnis. Die genaue Dosierung und leichtere Anwendung wurden nun für die anspruchsvollen Kundinnen gewährleistet. Diese Veränderung zu der neuen Anwendungsweise führte dazu, dass da Produkt Mascara für die Damen noch populärer wurde.

Procter & Gamble entwickelte im Jahr 2005 Mascara-Bürstchen mit Borsten, statt wie damals üblich aus Nylon aus Thermoplastik. Sogleich wurde diese Innovation von der Firma Max Factor aufgegriffen und die neuen Mascaras wurden sehr beliebt und erzielten Rekord-Umsätze.

Bis heute gibt es jedes Jahr zahlreiche neue Entwicklungen und Überarbeitungen der bestehenden Bürstchen. Ob aus Nylon, Latex, Silikon oder neuen Kunststoff-Verbindungen, die neuen Bürstchen sollen möglichst gleichmäßig und präzise die cremige Mascara-Masse auf die Wimpern auftragen.

Inhaltsstoffe im Mascara früher und heute

Die konstant steigende Nachfrage nach Mascara führte zur Entwicklung zahlreicher Formulierungen, die auf dem Markt zu finden sind. Trotz der extrem vielen Variationen enthalten fast alle Formeln die gleichen Grundelemente: Pigmente, Öle und Wachse.

Für die Entwickler gibt es immer noch sehr viel Spielraum und Vielfalt bei der Verwendung von Ölen. Verschiedene Mineralöle, Leinöl, Rizinusöl, Eukalyptusöl, Lanolin, Sesamöl und Terpentinöl können heute unter den Rezepturen gefunden werden. Wachse, die in eine Mascara eingearbeitet werden sind häufig Paraffinwachse, hochwertiges Carnaubawachs oder Bienenwachs.

Anzumerken ist, dass Wasserfeste Mascaras auf wasserabweisenden Stoffen wie z.B. Dodecan basieren. Nicht wasserfeste Mascaras haben meistens wasserlösliche Inhaltstoffe. Mascara-Formulierungen zum Verlängern oder Curlen der Wimpern enthalten sehr oft Nylon- oder Rayon-Mikrofasern. Ceresin, Tragant, und Methylcellulose sind auch häufig hinzugefügte Inhaltsstoffe, sie dienen als Versteifer der Wimpern.

Richtige Wahl und richtige Anwendung

Immer wieder hört man, Mascara sei nicht gut für die Wimpern, denn sie würden davon abbrechen. Das stimmt nicht, im Gegenteil: natürliche Wachse, vielseitige Öle und hochwertige Proteine, die in guten Mascaras enthalten sind, pflegen die Wimpern.

Daher lautet eine der obersten Regeln beim Verwenden von Mascara: Niemals günstige Wimperntusche verwenden. Die meisten Produkte, die weniger als 3 Euro kosten, enthalten meistens kaum pflegende Öle oder geschmeidig machende Wachse. Auf Dauer können bei der Anwendung die Wimpern spröde und brüchig werden.

Wenn die Wimperntusche bereits älter als sechs Monate ist, klumpig wird oder beginnt, schlecht zu riechen, sollte sie unbedingt entsorgt werden. Auch das Teilen von Mascara mit der besten Freundin ist eine absolute Todsünde. Beim Ausleihen können Bakterien übertragen werden und zu langwierigen Augenentzündungen führen. Auch aus diesem Grund hat die alte Mascara nach einer Bindehautentzündung nichts mehr im eigenen Schminktäschchen zu suchen.

Beim Tuschen ist es wichtig, die Bürste nicht am Rand des Behälters abzustreifen. Auf diese Weise verklumpt die Mascara nur. "No" heißt es auch in Bezug auf das beliebte "Pumpen" der Mascara im Flakon. Mehr Mascara -Masse wird dabei nämlich nicht aufgenommen, das Ganze führt lediglich dazu, dass mehr Luft in den Behälter gelangt und die Wimperntusche innen austrocknet.

Es ist sehr wichtig, sich jeden Abend gründlich abzuschminken. Im Handel gibt es vielfältige Produkte, die speziell zum sanften Entfernen von Wimperntusche entwickelt worden sind. Wer häufig mit geschminkten Wimpern schlafen geht, läuft Gefahr diese auf Dauer tatsächlich sichtbar zu schädigen.

Eine gute Mascara lässt sich leicht und gleichmäßig auftragen. Die Masse klumpt, klebt und bröselt nicht und das Bürstchen ist in der Lage, jede feine Wimper zu greifen. Somit wird gewährleistet, dass nach dem Tuschen, die Wimpern verführerischen Schwung haben, sie deutlich länger und auch viel dichter erscheinen.

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