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18/04/2016 17:46 CEST | Aktualisiert 19/04/2017 07:12 CEST

Rezension zu "Und am Morgen waren sie tot" von Linus Geschke

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1997 im deutsch-belgischen Grenzgebiet der Ardennen:

Zwei junge Paare campen dort. Sie haben ihre Zelte nicht weit voneinander aufgestellt und begeben sich zur Ruhe. Doch ein Paar überlebt die Nacht nicht - es wird brutal ermordet; das andere verschwindet spurlos. Es kann nie ausfindig gemacht werden, nie geklärt werden, was ihm widerfahren ist.

Der Kölner Journalist Jan Römer greift nach ca. 20 Jahren das Geschehen in seiner Rubrik über ungelöste Kriminalfälle noch einmal auf. Er will herausbekommen, was sich in jener Nacht wirklich ereignete, vor allem auch, welche Rolle die beiden verschwundenen jungen Leute spielten und was mit ihnen geschah.

Zusammen mit seiner befreundeten Kollegin Stefanie Schreiber, genannt Mütze, betreibt er Nachforschungen - zu intensiv, wie einige meinen.

Resümee:

Ein herausragendes Merkmal dieses spannenden Kriminalromans sind die vielen überraschenden Wendungen im Handlungsverlauf, verbunden mit unerwarteten Ergebnissen, die aus Jan Römers und Mützes Recherchen resultieren.

Einziger Wermutstropfen: Die Rolle einer Person war relativ früh offensichtlich - die Auflösung in der Form habe ich dann allerdings doch nicht geahnt.

Verschiedene Erzählstränge und -perspektiven fügen das Geschehen zu einem abgerundeten, kompletten und in sich absolut schlüssigen Bild zusammen.

Zur Dramatik trägt auch bei, dass die unterschiedlichen Stimmungen situationskonform hervorragend eingefangen und transportiert werden.

Jeder einzelne Charakter - sei es Spieler oder Gegenspieler - ist klar konturiert herausgearbeitet und agiert glaubwürdig.

Linus Geschke thematisiert in diesem Buch auch einen Teilaspekt deutscher Geschichte, der vielen Lesern bislang sicher nicht bekannt gewesen ist. Allerdings gestalten sich einige Szenen, in denen es um entsprechende - und notwendige - Erklärungen geht, ein wenig zäh; aber das liegt wohl in der Natur der Sache.

Demgegenüber gibt es inmitten dramatischer Handlungsabschnitte oft Dialoge von herzerfrischender Schlagfertigkeit, die den Leser schmunzeln lassen.

Fazit: So macht "Geschichtsunterricht" Spaß, und dies ist mit Sicherheit nicht das letzte Buch von Linus Geschke, das ich gelesen habe.

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