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10/12/2016 05:02 CET | Aktualisiert 10/12/2017 06:12 CET

Rezension zu "Die Vermissten" von Caroline Eriksson

Die 31-jährige Greta, Alex und dessen kleine Tochter Smilla machen Urlaub in einem Ferienhaus am Maransee. Eines spätnachmittags rudern sie zu der mitten im See gelegenen kleinen Insel. Während Alex und Smilla abenteuerlustig losziehen, um das Gelände zu erkunden, bleibt Greta lieber allein am Ufer zurück.

Dort wartet sie vergeblich auf die Rückkehr von Vater und Tochter. Irgendwann geht sie an Land, um die beiden zu suchen, jedoch ohne Erfolg - von ihnen fehlt jede Spur.

Greta fährt zum Ferienhaus zurück und durchlebt - auch mit ihrer eigenen Geschichte konfrontiert - fortan einen wahren Albtraum.

Resümee:

Dieses im positiven Sinne sehr ungewöhnliche Buch ist in der Ich-Perspektive geschrieben, in der Greta die aktuellen und vergangenen Ereignisse erzählt.

Der Leser steigt dabei intensiv in ihre Erlebnis-, Gedanken- und Gefühlswelt ein und wird immer wieder mit ungelösten und durch die aktuellen Ereignisse neu aufgeworfenen Fragen konfrontiert. Dabei sucht er selbst nach Antworten, was wohl auf der Insel mit Alex und Smilla passiert sein mag, welche Rolle Greta dabei möglicherweise spielt, wie ihr Verhältnis zu Alex ist und welches Geheimnis ihre eigene Familiengeschichte birgt.

All dies wird im Handlungsverlauf sukzessive geklärt und lässt den Leser jedes Mal erschauern - ein wahrer Thriller!

Einige kursiv gedruckte Kapitel schildern ebenfalls Gedanken und Ereignisse in der Ich-Form, jedoch bleibt bis zum Schluss unklar, wer der Erzähler ist. Die Lösung offenbart eine schockierende Entwicklung, mit der ich überhaupt nicht gerechnet habe. Dabei passt sie absolut stimmig ins Gesamtkonzept und treibt die Spannung noch einmal auf die Spitze.

Die Atmosphäre des Thrillers passt zur Handlung und zu Gretas Erlebnis-, Gedanken- und Gefühlswelt. Sie ist düster, geheimnisvoll und manchmal auch beklemmend - aber von einer Art, die einen magisch anzieht. Man möchte möglichst dicht an die Geschehnisse herankommen, um Einzelheiten zu erkennen, die vielleicht Licht in das Dunkel um die junge Frau bringen könnten.

Fazit: ein echter Psychothriller, der einen auch nach der Lektüre noch gedanklich beschäftigt.

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