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26/01/2014 08:12 CET | Aktualisiert 28/03/2014 06:12 CET

Rezension "Spinnentanz" von Regine Kölpin

Der "Seehof" ist eine Pferdepension im Wangerland, die von Großmutter Antke, deren Tochter Monika und Enkelin Esther bewirtschaftet wird. Einziger Mann auf dem Hof ist seit dem Tod von Antkes Mann vor 14 Jahren Stallknecht Hajo. Obgleich keiner der Protagonisten mit seinem Leben so richtig zufrieden ist, versuchen alle, im Interesse des Hofes und der Gäste nach außen ein harmonisches Bild abzugeben.

Eines Tages taucht völlig unerwartet ein ungebetener Gast auf dem Grundstück auf: Elisabeth Holzer, die Antke und Monika offensichtlich aus der Vergangenheit in unangenehmer Erinnerung haben und die auffallend den Kontakt zu Esther sucht.

Als dann mitten in der Hochsaison Monika plötzlich verschwindet, ein einzelner suspekter männlicher Feriengast auftaucht und eine Tote im Hooksmeer gefunden wird, ist es Esther, die versucht, Zusammenhänge zu finden. Peu à peu kommen - auch durch die Nachforschungen von Kommissar Rothko - immer mehr dunkle, sorgsam gehütete Familiengeheimnisse ans Licht und eine jahrzehntelang aufrecht gehaltene Fassade wird demontiert, bis kein Stein mehr auf dem anderen sitzt. Am Ende ist nichts - aber auch wirklich nichts! - mehr wie es einmal war beziehungsweise zu sein schien!

Resümee:

Ich habe selten einen so spannenden und gleichzeitig menschlich interessanten "Familienroman" gelesen! Zuerst dachte ich, es würde sich bei Antke, Monika und Esther um Frauen dreier Generationen handeln, von denen jede einzelne halt ihre Probleme mit sich herumträgt, die Konflikte im Zusammenleben haben, aber im Interesse des Hofes zusammenhalten.

Aber nein, dies war von mir viel zu kurz gedacht! Denn welche Geheimnisse Monika, Antke und auch Knecht Hajo mit sich herumtragen und welche Rollen dabei Elisabeth Holzer und der suspekte männliche Gast spielen, das hätte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen können.

Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, wobei nahezu jedes Kapitel mit einem Cliffhanger endet, der ein neues Puzzle-Teilchen, die Beziehung aller Personen zueinander betreffend, in Aussicht stellt. In Anlehnung an den Titel des Buches drängte sich mir das Bild eines Spinnennetzes mit seinen vielen Verbindungsfäden auf, in dem die einzelnen Personen gefangen sind. Erst ganz zum Schluss ergibt sich ein vollständiges, in sich schlüssiges Bild, das den Leser sprachlos zurücklässt.

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