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07/12/2015 18:19 CET | Aktualisiert 07/12/2016 06:12 CET

Rezension "Solange es Schmetterlinge gibt" von Hanni Münzer

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Penelope geht in ihrem Beruf als Grundschullehrerin auf, und auch privat ist sie mit ihrem Mann und dem gemeinsamen kleinen Sohn sehr glücklich. Doch dann zerbricht die Familie durch einen furchtbaren Schicksalsschlag.

Die junge Frau verschließt sich daraufhin völlig ihrer Umwelt und allem Schönen. Sie zieht sich von Freunden zurück, will auch ihre lebensfrohe Mutter, die sich sehr um sie bemüht, möglichst nicht in ihr Leben lassen. Nur für ihre Schüler engagiert sich Penelope unvermindert.

Dann jedoch lernt sie ihre 80-jährige schwer kranke Nachbarin Trudi kennen, zu der nach und nach eine immer intensiver werdende Freundschaft entsteht.

Und eines Tages zieht ein junger Mann ins gleiche Haus ein: Jason lässt sich nicht entmutigen, eine Beziehung zu Penelope aufzubauen und sie zu animieren, das Leben wieder zu genießen.

Er weiß "Es ist einfach, in der Sonne zu tanzen, es im Regen zu tun, das ist die Kunst." (Hanni Münzer). Dennoch ist er sehr zuversichtlich, dass ihm sein Vorhaben gelingen wird, weil er weiß: "Solange es Schmetterlinge gibt, solange gibt es Hoffnung."

Resümee:

Hanni Münzer setzt sich in diesem Buch unter anderem auseinander mit

• Religion (-en),

• Zivilcourage und in dem Zusammenhang "äußerer Schein versus Realität",

• dem Mutter-Kind-Verhältnis,

• Beziehungen, Liebe und Freundschaft,

• Trauer (-arbeit),

• Neuanfängen.

Alle Themen sind genauso miteinander verwoben wie die Schicksale der Protagonisten. Trudi meint dazu, das Schicksal sei ein riesiges Netz, das alles im Leben miteinander verknüpfe.

Dabei könnten die Hauptpersonen unterschiedlicher nicht sein:

• Penelope, die sich völlig aus dem Leben zurückzieht, streng nach Plan und nur noch für ihren Beruf lebt,

• ihre lebenslustige Mutter, die gerade einen wesentlich jüngeren Italiener geheiratet hat,

• die schwer kranke, aber dennoch dem Leben zugewandte Trude und

• der hartnäckige Jason, der weiß, was er (nicht) will und nicht aufgibt.

Alle Charaktere, auch die Nebendarsteller, sind überzeugend ausgestaltet und kommen sympathisch herüber. Daher empfindet man als Leser für jeden einzelnen viel Empathie, will nur das Beste für alle - und erlebt ein Wechselbad der Gefühle, wenn man während der Entwicklung des Geschehens mitfiebert.

Allen voran stellte sich mir immer wieder die Frage, ob es Jason gelingen wird, Penelope aus ihrem Kokon zu befreien, damit sie endlich wieder frei sein und das Schöne genießen kann. Der Schmetterling als Symbol für Veränderungen respektive Entwicklungen spielt dabei eine zentrale Rolle und durchzieht wie ein roter Faden die Handlung.

Am Ende kann man das Buch gedanklich nicht einfach ad acta legen - es wirkt nach, obwohl oder gerade weil viele Fragen offen, Handlungsstränge unvollendet, Andeutungen unbeantwortet bleiben.

Dies betrifft vor allem die Beziehung Trudis zu ihrer Freundin Marlene, die der Leser bereits aus Hanni Münzers Buch "Honigtot" kennt.

Aber ihr ist ein Nachfolgeroman mit dem Titel "Marlene" gewidmet, der im September 2016 erscheinen und alle offenen Fragen beantworten soll.

Fazit: ein emotionales, einfühlsames Buch - lebensbejahend und voller Hoffnung, denn glücklicherweise gibt es noch Schmetterlinge.

250 Rezensionen von 180 Autoren findet der Leser im Bücher-Blog folgender Homepage:

http://www.annette-traks.com

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