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01/06/2014 05:37 CEST | Aktualisiert 01/08/2014 07:12 CEST

Rezension "Küstenmorde" von Nina Ohlandt

Ambros Klabunde und seine Frau Irmgard leben seit 30 Jahren zurückgezogen auf der Nordsee-Insel Amrum. Obwohl sie so gut wie keinen Kontakt zu den Insulanern haben, sind sie alles andere als beliebt. Und so wundert es letztlich niemanden wirklich, als die Eheleute eines Tages ermordet aufgefunden werden: Ambros hat jemand kopfüber am kleinen Inselleuchtturm aufgehängt, seine Frau in ihrem Haus regelrecht hingerichtet.

Die Ermittlungen gestalten sich für Kommissar John Benthien und sein Team schwierig, denn die Zahl derer, die ein Tatmotiv hätten, ist groß. Hinzukommt, dass keiner der Verdächtigen ein belastbares Alibi hat - im Gegenteil: Sie verstricken sich immer mehr in Widersprüche, Lügen und Ungereimtheiten.

Zeitgleich stirbt in Dänemark eine pensionierte deutsche Lehrerin - als man sie findet, versucht gerade eine hochgradig giftige Spinne, sich aus ihrer Nase zu befreien.

Die dänischen Ermittler stellen rasch eine Verbindung der Toten zu Amrum fest und nehmen Kontakt zu der dortigen Polizei auf. Und tatsächlich: Ein Bezug zu dem Doppelmord an Ambros und Irmgard Klabunde wird immer wahrscheinlicher.

Resümee:

Anfangs schien mir die Handlung überaus komplex angelegt: Ständig kamen neue Personen hinzu und „verschwanden" dann erst einmal wieder für längere Zeit, sodass ich mich nach dem Sinn dieses so breit arrangierten Plots fragte. Dieser erschloss sich mir dann jedoch mit fortschreitender Ermittlungsarbeit, denn die Geschichte um die Eheleute Klabunde ist sehr raffiniert aufgebaut: Ständig kommen neue Erkenntnisse ins „Spiel", die dem Leser den Atem stocken lassen, und ein erschütterndes Bild vom Leben der Familie zeichnen.

Faszinierend ist dabei auch, dass es immer mehr Verdächtige gibt, je weiter die Nachforschungen im Umfeld der Verstorbenen vorankommen. Und jeder einzelne hätte - menschlich gesehen - ein hervorragendes Motiv gehabt, die Klabundes für immer und ewig aus seinem Leben zu verbannen!

Dennoch ahnt der Leser bis zum Schluss nicht, wer tatsächlich der Täter war; die „Favoriten" wechseln ständig - und letztlich war ich dann doch überrascht.

Also: Spannung bis zum Ende. Schade nur, dass das Buch streckenweise durch Beschreibungen und Erläuterungen ein wenig zu langatmig war.

Aber dennoch werden nicht nur die Fans von Nordsee-Krimis und Amrum-Liebhaber voll auf ihre Kosten kommen!

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