BLOG
30/01/2016 05:41 CET | Aktualisiert 30/01/2017 06:12 CET

Rezension "Krähenflüstern" von Regine Kölpin

Morsa Images via Getty Images

Ein Mal - ein einziges Mal! - kann Hubert Lambacher seine in einem Wilhelmshavener Pflegeheim lebende geliebte Mutter nachmittags nicht besuchen, und genau dann stirbt die beinamputierte, zuckerkranke Frau.

Damit nicht genug: Wenig später wird eine junge Pflegerin des Heims in den Salzwiesen bestialisch ermordet.

Für Thiemo Hanken, den Leiter der Einrichtung, ist es auch aus anderen Gründen eine harte Zeit:

Erst vor Kurzem hat er die alleinerziehende Linda geheiratet. Diese hofft, dass ihr Mann dem kleinen Sohn ein guter Vater sein wird. Aber das Verhältnis gestaltet sich problematisch, es kommt häufig zu Reibereien und Linda fürchtet immer mehr, dass die Eheschließung viel zu früh erfolgte.

Außerdem hat das Paar gerade im friesischen Neustadtgödens ein Haus gebaut - der Einzug steht unmittelbar bevor. Doch die sensible Frau fühlt sich nicht wohl im neuen Heim und spürt ständig eine Bedrohung. Zudem vernachlässigt Thiemo sie immer mehr, kümmert sich kaum um seine Familie und die anfallenden Arbeiten.

Nur die Nachbarn Sinje und Hanno werden immer mehr zu echten Freunden, die sie unterstützen und ein offenes Ohr für ihre Sorgen haben. Aber auch sie können Linda nicht die Angst und Sorge um ihre Ehe und den kleinen Sohn nehmen.

Zu spät jedoch erkennt sie das gesamte Ausmaß der Gefahr, in der sie schwebt.

Resümee:

Das Buch hat mich von der ersten Seite an gefesselt und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen, denn die Spannung wird auf einem konstant hohen Niveau gehalten, erfährt am Ende sogar noch eine dramatische Steigerung.

Dabei zieht einen nicht nur die Entwicklung des Geschehens in ihren Bann, sondern auch die vielschichtigen, zum Teil schwer durchschaubaren Charaktere.

Man kombiniert laufend mit, wie die beiden Handlungsstränge - der eine in der Vergangenheit, der andere in der Gegenwart spielend - wohl zusammenhängen. Dabei wird erst ganz am Schluss ein gut gehütetes Familiengeheimnis aufgedeckt, das den Leser betroffen macht.

Auch die Fragen nach den Todesumständen der alten Frau Lambacher und nach dem Motiv für den Mord an der jungen Pflegerin bleiben bis dahin unbeantwortet. Es bleibt daher viel Raum für Spekulationen und zum Kombinieren.

Hat z. B. Sohn Hubert Lambacher etwas damit zu tun? Welche Rolle spielt Heimleiter Thiemo Hanken? Versucht er etwas zu verbergen? Wer ist es, von dem Linda und ihr Sohn sich bedroht fühlen? Und vor allem: warum?

Fazit: wieder ein ausgesprochen spannender und menschlich höchst interessanter Krimi von Regine Kölpin.

255 Rezensionen von 181 Autoren findet der Leser im Bücher-Blog folgender Homepage:

http://www.annette-traks.com

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.