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24/02/2016 06:45 CET | Aktualisiert 24/02/2017 06:12 CET

Rezension zu "Fünf Tage ... bis Du stirbst" von Stefan Heidenreich

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Krankenpfleger Rene liebt seinen Beruf über alles. Fürsorglich und einfühlsam betreut er auf seiner Station Patienten, bei denen kürzlich Krebs diagnostiziert wurde und die nur noch kurze Zeit zu leben haben. Eines Tages fällt ihm auf, dass zwischen dem Befund und Tod der Kranken immer exakt fünf Tage liegen.

Rene kommt diese Gesetzmäßigkeit eigenartig vor. Er will ihr auf den Grund gehen und beginnt zusammen mit seinem Freund Thomas, der im gleichen Krankenhaus arbeitet, nach einem Muster zu suchen.

Bei seinen Nachforschungen gerät er immer tiefer in eine schier unglaubliche Geschichte und schreckt einige Leute auf. Schließlich kommt er einer Organisation auf die Schliche, die ein beklemmendes Ziel verfolgt, und muss um sein eigenes Leben fürchten.

Resümee:

Die Thematik dieses Thrillers ist hochinteressant und lässt erschreckende Zukunftsvisionen aufkommen.

Dramatik entsteht durch neue Informationen und Entwicklungen sowie überraschende Wendungen. Ständig begleitet einen dabei die Frage, wem Rene in seinem beruflichen und privaten Umfeld trauen kann. Wer verfolgt welche Interessen und Ziele? Wer arbeitet mit wem zusammen?

Der Leser fiebert mit dem sympathischen, engagierten Krankenpfleger mit, ist neugierig, wie sich die Handlung entwickelt. Wird Rene schließlich die Frage beantworten können, warum allen seinen Patienten zwischen Diagnose-Stellung und Tod nur noch exakt fünf Tage blieben?

Aufregend gestaltet sich auch Renes und Thomas' Privatleben:

Letzterer lässt zunächst lediglich als Mittel zum Zweck eine alte Beziehung wieder aufleben, Rene freundet sich mit Heidi an. Beide Frauen arbeiten im gleichen Krankenhaus wie die beiden Freunde, was für zusätzliche Brisanz sorgt.

Leider sind viele Szenen sehr, sehr langatmig geschrieben, vor allem durch die Ausgestaltung mit weitschweifigen Erklärungen. Das nimmt ihnen einen Großteil an Dramatik und wirkt ermüdend.

Andererseits wird oft ein hervorragender Spannungsbogen aufgebaut, aber kurz vorm Höhepunkt gekappt, ohne dass etwas Entscheidendes passiert. Der Leser bleibt dann mit einer enttäuschten Erwartungshaltung zurück.

Ob der Titel in seiner Gesamtheit unbedingt passend ist, darüber kann man streiten:

Auf den Schluss des Buches trifft er mit Wohlwollen zu, auf die Patienten, die auf Renes Station sterben, sicher nicht. Denn anders als der zweite Teil suggeriert, werden sie nicht darüber informiert, dass ihre Zeit nach fünf Tagen abgelaufen sein wird.

Beurteile ich den Inhalt insgesamt positiv, so ist der Stil jedoch negativ zu bewerten:

Die Sprache ist insgesamt viel zu sachlich, wirkt zum Teil sehr gestelzt. Vielleicht ist dies dem Bemühen geschuldet, sich gehoben auszudrücken, jedoch klingt es oft angestrengt bemüht.

Das betrifft in erster Linie die Dialoge, die zudem meist (unrealistisch) lang sind. Dass ein Gesprächspartner einen ununterbrochenen Redeanteil von ein bis zwei E-Book-Seiten und mehr hat, ist keine Seltenheit. Diese Langatmigkeit nimmt der Unterhaltung jede Lebendigkeit und Spannung.

Schwer zu ertragen ist dies, wenn so ein Monolog auch noch mit vielen Zahlen gespickt ist. Den diesbezüglichen "Hit" bildeten fünf E-Book-Seiten nahezu am Stück (Pos. 4514 - 4564).

Die Regeln der Zeichensetzung scheint der Autor nur rudimentär zu beherrschen, was die Lesbarkeit bei einem generell sehr verschachtelten Satzbau oft ziemlich erschwert.

Hinzukommen noch etliche Rechtschreib- und Grammatikfehler.

Fazit:

Bei diesem Buch besteht eine deutliche Diskrepanz zwischen einem im Großen und Ganzen spannenden Inhalt und seiner stilistisch katastrophalen Umsetzung.

260 Rezensionen von 184 Autoren findet der Leser im Bücher-Blog folgender Homepage:

http://www.annette-traks.com

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