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08/10/2015 07:00 CEST | Aktualisiert 08/10/2016 07:12 CEST

Familienpolitik - Politikfamilien

dpa

Familienchaos im politischen Berlin: Roms Familiensynode soll es jetzt richten. Vor allem die schwule CSU hofft auf den Sieg der Liebe.

Das politische Berlin erstickt in Verstrickungen, Rosenkriegen, gescheiterten Allianzen und geheimen Liebeleien. Politologen haben vor diesem Gefühlsdickicht kapituliert. Jetzt soll es der Heilige Vater richten. Dazu trommelt Papst Franziskus fast 300 Familienspezialisten aus aller Welt zur Synode zusammen.

Der Auftrag: Ordnung in das Berliner Chaos bringen. Der Ausgang: Völlig unabsehbar.

Dabei sind die Hoffnungen in Berlin riesengroß. Das scheidungsfreudige linke Spektrum setzt auf päpstliche Erleichterungen für Geschiedene. Grüne und Linke, beide in Scheidung von der SPD lebend, leiden seit der Trennung unter dem Image der Schmuddelkinder. Das Abendmahl im Borchardt wird ihnen verwehrt. Wird die Synode daran etwas ändern?

Die ersten Signale sind ermutigend: Rom ließ vorab schon mal wissen, es wolle die verletzten Paare „mit dem Öl der Aufnahme und Barmherzigkeit pflegen". Die Interpretationen dieser Ankündigung gehen auseinander. Aber wenigstens die Linke setzt große Hoffnungen auf besagtes Öl - und auf eine irgendwie zu deichselnde Transsubstantiation in Wählerstimmen.

Die offenbar wenig wählerische SPD befindet sich erneut in einer Beziehung, diesmal mit der Union. Jetzt bangt sie, ob die Synode die Unauflöslichkeit ihrer Koalition bestätigen werde. Denn auch wenn es ständig scheppert beim ungleichen Paar: Alleinsein, das ist nichts für die SPD. Die Union indes könnte ihr Glück ganz woanders finden.

Vor allem in München spekuliert man auf eine römische Revolution: Die Synode könnte endlich gleichgeschlechtlichen Verbindungen ihren Segen geben. Der deutsche Gesetzgeber würde dann rasch folgen; CSU-Minister Söder träumt schon öffentlich von einer Grundgesetzänderung. Unter der Hand ist nämlich längst bekannt, dass sich die schwule CSU nicht länger nur als Schwesterpartei der angehimmelten CDU ausgeben will. Zu zweit allein wäre ihr Glück perfekt.

Disclaimer: Falls Sie das Gefühl haben, dass dieser Text Satire sein könnte, liegen Sie unter Umständen richtig.

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