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21/01/2016 12:41 CET | Aktualisiert 01/03/2017 06:12 CET

Die Welt ist verrückt!

Ababsolutum via Getty Images

Millionäre mit Magengeschwüren, erfolgreiche Geschäftsmänner mit permanenten Verlustängsten und neidvolle Damen aus der High Society - immer wieder treffe ich Menschen, die eigentlich alles haben. Eigentlich! Statt mit ihrem tollen Leben zufrieden zu sein, leben sie permanent mit der Angst, ihr Geld und ihren Status wieder verlieren zu können.

Neulich beobachtete ich in Hamburg eine gut aussehende junge Dame, schätzungsweise Mitte dreißig. Sie stieg aus ihrem BMW-Cabrio, schmückte sich mit ihrer Gucci-Tasche und sichtbar teurem Schmuck. Doch sie wirkte unzufrieden.

Wie ich das erkannte? Sie schien sehr unruhig, schaute im Schaufenster, ob das Haar und der Lippenstift perfekt sind, betrachtete ständig neidvoll andere Frauen und präsentierte ihre teuer erstandene Tasche wie eine Trophäe. Ihr fehlte offenbar Selbstbewusstsein. In dieser Dame erkannte ich einen Bekannten von mir.

Er hat viel Geld und ist beruflich erfolgreich. Leider kann er es nicht genießen und hat durch seine permanente Unruhe mittlerweile körperliche Beschwerden. Das ist doch gruselig, dass Menschen, die keine Geldsorgen haben müssten, in ihren Köpfen arm sind, weil sie arm oder sorgenvoll denken!

Aber das geht nicht nur vermögenden Menschen so. Ein anderer Bekannter von mir ist auch sehr unzufrieden, allerdings mit deutlich weniger Geld. Beim letzten gemeinsamen Abendessen sprach er von seinem Nachbarn, der anscheinend mehr finanziellen Spielraum hat, regelmäßig auf Reisen geht, sich einen Mercedes leisten und regelmäßig abends gehoben essen gehen kann. Ich konnte den puren Neid spüren.

Warum vergleichen sich Menschen ständig mit anderen und lassen sich so vom Geld treiben? Dadurch bewerten sie ihr Leben doch immer wieder neu und werden unzufrieden mit ihrer eigenen Situation. Ich bin mir sicher, es fehlt ihnen eine klare Strategie, ein Konzept! Dann müssen sie sich auch nicht mehr „arm denken".

Stellen Sie sich vor, Sie haben heute als Ziel ein neues Auto, weil Ihr Kollege sich gerade ein neues gekauft hat, nächste Woche streben Sie doch lieber eine Kreuzfahrt an, weil ihre Freunde gerade eine machen und im nächsten Monat kommt wieder etwas Neues dazu. Dieser unentwegte Wechsel ist für die meisten Menschen nicht finanzierbar. Sie müssen sich permanent umentscheiden. Kein Wunder, dass Ruhelosigkeit entsteht.

Ich finde, dieses Hin und Her muss nicht sein! Schauen Sie in den Spiegel und leben Sie IHR Leben zufrieden. Leben Sie IHR Leben, statt das der Anderen! Erarbeiten Sie IHRE ganz persönliche Strategie. Sie werden sehen, Sie leben entspannter. Machen Sie sich immer mal wieder bewusst, wo Sie finanziell stehen und wo Sie hin wollen. Loten Sie Ihre persönlichen Handlungsalternativen aus und leben Sie danach.

Wenn Sie beispielsweise nicht wissen, ob ihr Geld bis zum Lebensende reicht, rechnen Sie nach oder konsultieren einen Finanzexperten. Die Rechnung ist simpel: Ich habe x Euro, erwarte oder wünsche mir, dass ich 90 Jahre alt werde und gebe jährlich y Euro aus Geld aus. Machen Sie einen Plan, wie es in den kommenden Jahren weiter gehen soll.

Mit allen getroffenen Annahmen wissen Sie, ob Sie sich beruhigt zurücklehnen können oder ob Sie konsequent auf Ihr finanzielles Ziel hinarbeiten sollten. Es ist nur Mathematik. Sie haben es dann schwarz auf weiß, ob Sie sich auch einen Mercedes leisten können oder erst noch an der Einnahmeseite arbeiten müssen.

Es ist nicht sinnvoll ist, sich permanent zu vergleichen. Denken Sie sich nicht ärmer als Sie sind. Das macht Sie nur unzufrieden. Arbeiten Sie vielmehr eine klare Strategie aus, was Sie wollen und wie Sie das erreichen können.

Dann müssen Sie nicht mehr vergleichen. Sie sind immer SELBST der Maßstab! Sie wissen, was Sie wollen. Sie wissen, was zu Ihnen passt. Und nur Sie wissen, was für Sie genug ist. Wenn Sie es nicht wissen, finden Sie es heraus, es ist wichtig.

Denn: Ein entspanntes Leben hat nichts mit dem Kontostand zu tun. Egal, was andere sagen! Probieren Sie es aus.

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