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25/12/2015 08:43 CET | Aktualisiert 25/12/2016 06:12 CET

Gut gelaunt durch die Weihnachtszeit mit der richtigen Job-Run-Balance

Dirima via Getty Images

Herrlich! Der Wintersommer ist da. Auf den Wintermantel und das Michelinmännchen-Gefühl können wir verzichten. Auf dem Adventsmarkt frieren Ihnen die Füße nicht ab und auch das lästige Schneeschippen bleibt Ihnen erspart.

Aber genießen Sie die Jahres- und die herannahende Weihnachtszeit? Oder sind Sie vielmehr genervt vom Trubel in den Einkaufshäusern und dem alljährlichen Gedudel, das Sie einlullt, um in die „richtige Stimmung" zu kommen, während Sie von Kaufhaus zu Kaufhaus sprinten? Sie haben keine Zeit für irgendwas? Mein Tipp: Beginnen Sie zu laufen! Wie das bei all dem Stress und der ohnehin schon knapp bemessenen Zeit zwischen Job, Familie und Vorbereitungen fürs Fest noch gehen soll? Ganz einfach - mit der richtigen Job-Run-Balance.

Laufen - der natürliche Stimmungsaufheller

„Job-Run-Balance? - Ich schaffe es ja kaum, mein Leben und meinen Beruf in Einklang zu bringen. Da passt Laufen nun wirklich nicht mehr rein." Und ob! Der Sport ist nämlich eine echte Wunderwaffe.

Während Sie joggen und vor allem danach, fühlen Sie sich blendend. Sie tun etwas für sich. Und genau darum geht es ja, wenn Sie Ihre Work-Life-Balance gestalten. Außerdem werden Sie von Glückshormonen durchströmt.

Diese Dosis Glückseligkeit ist genau das Richtige, was Sie nach einem stressigen Tag brauchen. Auch Ihre Familie wird sich über die gute Laune freuen. Und das Sahnehäubchen: Sie haben mehr Zeit. Wie das geht? Wenn ich eine Stunde laufe, habe ich doch nicht zwei Stunden mehr auf meinem Stunden-Tages-Konto.

Da sind immer nur 24 Stunden drauf und wenn ich eine mit Laufen verbringe, ist sie weg. Ja und nein. Wenn Sie nämlich körperlich fitter sind, brauchen Sie für alltägliche Dinge weniger Zeit. Sobald die Beine schneller werden, läuft's auch im Kopf zügiger.

Sie merken sich mehr, lästigen Papierkram erledigen Sie plötzlich im Handumdrehen. Wenn Sie konzentrierter im Büro arbeiten, können Sie manchmal früher Feierabend machen. Das Resultat: Mehr Zeit für andere Dinge.

Ohne Zeitmanagement geht's nicht

Zugegeben, Sie brauchen weiterhin ein effizientes Alltagsmanagement. Das Laufen muss ebenfalls gut geplant werden, sonst wird es zur zusätzlichen Last, die die Work-Life-Balance ins Trudeln geraten lassen könnte.

Laufen Sie daher clever! Dem Training müssen Sie keineswegs alles unterordnen. Es muss definitiv auch nicht der Marathon sein. Laufen soll schließlich Spaß machen, Ihnen guttun - und das wird es nicht, wenn Ihnen beispielsweise der Partner aufs Dach steigt, weil Sie ständig joggen. Der Schlüssel ist eine funktionierende Job-Run-Balance.

Klingt kompliziert, ist aber ganz einfach. Es geht darum, das Training in den dichten Arbeitsalltag zu integrieren. Wie Sie das am besten organisieren, müssen Sie für sich herausfinden, weil nur Sie Ihren Alltag kennen.

Finden Sie also heraus, wann Sie am besten laufen. Ohne Ausreden, denn: Wann immer Sie Zeit haben, ist die beste Zeit zum Laufen. Die Tageszeit ist nicht entscheidend. Jede Uhrzeit hat ihre Vorteile und bietet Chancen fürs Training.

Viele überlegen bevor sie mit dem Laufhobby beginnen: Wie ist mein Biorhythmus? Wann setze ich welchen Trainingsreiz? Mit welchen Umfängen erziele ich den größten Effekt? Ich rate Ihnen von solchen Fragen ab. Sie schrauben damit nur die Ansprüche an sich selbst hoch und machen sich das Leben schwer. Laufen Sie, wenn es passt.

Denn egal, wann Sie die Schuhe schnüren: Jeder Tagesabschnitt bringt Vorteile mit sich. Selbstverständlich schadet es aber nicht, wenn Sie Ihren Tag so organisieren, dass Sie Ihrem eigenen Lauftyp Rechnung tragen.

Der Guten-Morgen-Läufer

Frühes Aufstehen ist für Sie eine Freude? Ausgezeichnet! Dann steigen Sie noch vor der Arbeit in die Laufschuhe, während ihre Lieben noch schlafen. Eine Stunde inklusive Duschen ist locker drin. Sie tanken Sauerstoff und sortieren gedanklich bereits den Tag, während andere noch im Bett liegen. Diese Energie nehmen Sie direkt mit ins Büro.

Der Familie nehmen Sie mit dem Morgenlauf keine weitvolle gemeinsame Zeit weg. Vielleicht überraschen Sie sie sogar schon mit dem gedeckten Frühstückstisch. Zu wenig Schlaf müssen Sie nicht befürchten: Wenn Sie die durchschnittlichen sieben Stunden schlummern wollen und um 5.15 Uhr aufstehen müssen, gehen Sie um 22.15 Uhr ins Bett.

So haben Sie eine Menge vom Abend und ausreichend Schlaf. Eines sollten Sie aber beachten: Da Ihre Energiespeicher morgens noch leer sind, lassen Sie es ruhig angehen. Gemächliche Dauerläufe bis maximal 90 Minuten sind trotzdem kein Problem für den Energiestoffwechsel. Und das Frühstück schmeckt danach einfach nur göttlich.

Der Mittags-Läufer

Der Vormittag ist für die meisten die produktivste Zeit des Tages. Wer mittags läuft, hat gleich zwei „Vormittage". Das Tagestief nach dem Essen kennen Mittagsläufer nicht. Während die Kollegen sich in der Kantine den Bauch vollschlagen, drehen Sie eine Runde im nahegelegenen Park oder entlang des Flussufers.

Für Großstadtarbeiter und „Schlechtwetter-Vermeider" ist womöglich das Laufband im nahegelegenen Fitnessstudio eine geeignete Alternative. Fünf Minuten brauchen Sie zum Umziehen, eine Viertelstunde im Anschluss für die Körperpflege. Waschlappen und Handtuch, die Sie im Büro deponieren, reichen vollkommen aus.

Wenn Sie ein zweites Paar Laufschuhe haben, verstauen Sie auch diese in einer Plastiktüte im Schrank. So haben Sie Ihre Sportgeräte immer direkt am Platz. Im Fitnessstudio können Sie gleich duschen. Die bewegungsreiche Pause mitten am Tag ist reinste Wellness; Sie kommen erfrischt zurück an den Arbeitsplatz.

Für den kleinen oder großen Hunger zwischendurch empfiehlt sich ein nährstoffreicher, gesunder Snack in der Fünf-Minuten-Pause am späten „ersten" Vormittag. So beugen Sie dem Hungerast beim Training vor.

Der Abend-Läufer

Vereinstrainings oder Lauftreffs starten oft erst zwischen 18 oder 19 Uhr. Eine perfekte Gelegenheit, sich gleichzeitig um Freunde oder das berufliche Netzwerk zu bemühen. Wenn Sie allein laufen, machen Sie das am besten sofort nach der Arbeit.

Einmal auf die Couch gesunken fällt es schwerer, sich wieder aufzurappeln. Verlängern Sie den Pflichtteil des Tages einfach um eine Stunde. Die Geschehnisse des Arbeitstages können Sie noch einmal Revue passieren lassen.

Stress ade! Mein Tipp: Laufen Sie nicht zu spät. Schlafforscher Professor Jürgen Zulley von der Universität Regensburg empfiehlt, maximal bis zu zwei Stunden vor dem Zubettgehen sportlich aktiv zu sein.

Der Wochenend-Läufer

Ich persönlich sehe im Samstag und Sonntag die beiden perfekten Lauftage. Hier lässt sich die Zeit vergleichsweise flexibel einteilen. Das Wochenende eignet sich so auch mal für die langen, langsamen Läufe von zwei bis drei Stunden Umfang oder mehr - je nach Lust, Laune und Trainingszustand.

Zudem haben an den freien Tagen mehr Freunde Zeit, mit denen ich mich zum Laufen verabreden kann. Beim Training im Quasseltempo plaudern wir dann über Gott und die Welt.

Vielleicht ist das ja auch für andere Läufer eine Lösung: Wenn Sie am späten Vormittag einen langen Lauf einplanen, bleibt noch genügend Zeit für andere Aktivitäten, sei es der Ausflug mit der Familie, das Autowaschen oder die lästige Steuererklärung.

Welcher Lauftyp sind Sie? Probieren Sie es aus und planen Sie Ihren Lauf fürs persönliche Stressmanagement.

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