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07/08/2015 14:58 CEST | Aktualisiert 07/08/2016 07:12 CEST

Herausragende Führung heißt: Führung nach den Prinzipien der Wesentlichkeit

PhotoAlto/Sigrid Olsson via Getty Images

Sind Sie es auch leid, mit ständigem Jammern und Meckern um Ihre unternehmerische Motivation gebracht zu werden? Dann ändern wir mal die Blickrichtung und fragen nicht: Welchen Schaden können die unleugbaren Auswirkungen von starkem Wettbewerb, vom Wandel der Märkte oder einer Krise auf mein Unternehmen, auf mich haben. Sondern:

- Was können wir jetzt tun, um besser durchzukommen?

- Was werden wir aus jeder Krise lernen?

- Was werden wir besser machen, um bessere Ergebnisse zu erzielen?

Machen statt Meckern heißt daher die Devise! Das bedeutet nicht, einfach wirtschaftliche Schwierigkeiten zu leugnen oder faktischen Herausforderungen naiv mit übertriebenem „positivem Denken" zu begegnen. Sprücheklopfen oder „Pfeifen im Walde" löst auch keine Probleme. Meckern aber schafft neue Probleme, denn es baut Barrieren im Kopf auf.

Barrieren, die Entscheidungsräume verschließen. Die den Blick für Optionen verstellen. Die Hemmschwellen vor Taten auftürmen. Erfolg aber ist, was erfolgt auf das, was wir tun. Und wie wir es tun. Handel kommt von handeln - und wer jetzt erfolgreich (H)handeln will, muss ein Macher sein. Oder werden.

Machen statt Meckern - sind SIE ein Macher?

Macher verstehen den Handlungsbedarf - und handeln. Sie sehen die Herausforderungen, aber sie lamentieren nicht lange darüber. Sie holen sich so viele bedeutungsvolle Informationen, wie sie erhalten können und wie sie wirklich brauchen, um Entscheidungen zu treffen. Bedeutungsvolle Informationen heißt: Informationen, die Sie brauchen, um begründete Zukunftsszenarien zu entwickeln.

Zwischen diesen abzuwägen, Gewinnmöglichkeiten und Risiken abzuschätzen - und eines der Szenarien als die machbare, die mit dem aktuellen Wissen beste Option auszuwählen. Bedeutungsleere Informationen hingegen sind Krisenbotschaften, die zu Panikmache führen oder interessensgefärbte Lösungsmodelle anbieten; Spekulationen, die das Papier nicht wert sind, auf dem sie veröffentlicht sind.

Macher wissen: Es gibt keine sicheren Entscheidungen - denn bis tausend Mal Für und Wider abgewogen, Argumente geprüft, Zahlen wieder und wieder gegengerechnet und Mehrheiten zwischen allen möglichen Beteiligten gebildet wurden, hat schon ein anderer für sie entschieden. Entweder eine bessere Führungskraft oder das wirtschaftliche Ergebnis.

Eine Entscheidung ist immer nur aus der Retrospektive eine sichere Option. Der entscheidende Moment kann immer nur die Wahl zwischen verschieden wahrscheinlichen Eintrittsszenarien mit unterschiedlich erwünschten Ergebnissen sein. Macher sind aber keine Hasardeure. Sie setzen nicht wie Glücksspieler auf das höchste Risiko, das gleichzeitig den höchsten Gewinn verspricht! Vielmehr treffen sie aufgrund folgender fünf Faktoren begründete Entscheidungen:

1. Kenntnis

2. Erfahrung

3. Intuition

4. Verantwortung

5. Pragmatismus

Diese Beobachtung stammt aus vielen Jahren, in denen ich als Unternehmer, Berater und Trainer Menschen begleitet habe, die außergewöhnlich stabil, langfristig und mit ruhiger Hand wirtschaftliche Erfolge erzielten. Macher finden sich besonders oft in mittelständischen Unternehmen, und zwar auf allen Ebenen. Vom Chef über den Vertriebsleiter bis zum Arbeiter, Verkäufer, Sachbearbeiter, Trainee.

Macher finden sich auch im privaten Leben - aber die meisten werden sich als Gründer, Selbstständige, Führungskräfte beweisen wollen. Macher packen an, wo andere einpacken. Sind SIE ein Macher? Ich glaube ja!!

Richtiges (wirtschaftliches) Handeln beweist sich immer, nicht nur in der Krise. Ich sage: Es gibt eine Reihe von wesentlichen Prinzipien für ergebnisorientiertes Handeln. Für Handeln, das nach vorne

führt. Kurz: Für Führungs-Handeln. Und diese Prinzipien ruhen auf drei Säulen: Nachhaltigkeit, Gewinnorientierung, Werte-Basis.

Nachhaltigkeit - die erste Säule wichtiger Führungsprinzipien

Nachhaltigkeit bedeutet, dass die Ziele und Maßnahmen unseres wirtschaftlichen Handelns langfristig funktionierend angelegt sein müssen. Das heißt nicht, dass sie auf die lange Bank geschoben werden, sondern dass sie darauf zielen, die Zukunftstrends zu antizipieren und ihnen strategisch gerecht zu werden. Dafür braucht es eine tragfähige Vision der (Unternehmens-)Zukunft. Nachhaltig bedeutet zudem, dass wir etwas von Wert schaffen.

Etwas, das Kunden nachweislich und langfristig nutzt. Etwas Echtes. Etwas Zuverlässiges, das künftigen Ressourcen, Ansprüchen, Märkten gerecht wird. So definiert auch der Rat für Nachhaltige Entwicklung, der die Bundesregierung berät, drei gleichberechtigte Aspekte der Nachhaltigkeit: ökologische, soziale, ökonomische. Hier bringt uns nur eine langfristige Betrachtungsweise weiter. Dabei lautet

Aufgabe 1: Zukunftstrends und Zukunftsmärkte erkennen und auf das eigene Unternehmen beziehen.

Aufgabe 2: Mit dieser Kompetenz eine Vision entwickeln, welche Werte, welche Leistungen, welchen SINN das eigene Unternehmen in diese Märkte einbringen wird.

Aufgabe 3: Risiken absichern.

Aufgabe 4: Ressourcenschonende Entwicklungen und Prozesse anleiten.

Aufgabe 5: Die Gegenwart managen in Hinsicht auf Kundennutzen und eben langfristige Gewinnorientierung.

Wie Gewinne kurzfristig zu steigern sind, ist kein Geheimnis und gerade in den letzten Jahren des Shareholder-Value-„Wahns" Vieltausendfach vorgeführt worden: Mitarbeiter entlassen, Investitionen streichen, Marketingmaßnahmen eindampfen, Aus- und Weiterbildungskosten drastisch reduzieren, Forschung und Entwicklung (nahezu) einstellen, echte Innovationen vermeiden. Natürlich steigt so der Gewinn kurzfristig - langfristig sind diese Unternehmen tot. Die Leistungsfähigkeit nimmt ab, letztlich

verlieren auch die Anteilseigner, Aktionäre und Besitzer des Unternehmens.

Gewinnorientierung - die zweite Säule wichtiger Führungsprinzipien

Der gesellschaftspolitische Auftrag von Unternehmen ist es, dem Markt und den Kunden Produkte und Dienstleistungen zu einem fairen Preis-Leistungs-Verhältnis zur Verfügung zu stellen, Kunden das Leben zu verschönern, nachhaltig zu produzieren und damit Umsatz zu machen. Erfüllen sie diesen Auftrag gut, werden Unternehmen zu Umsatz-Maschinen, werden Arbeitsplätze und sozialer Wohlstand geschaffen. Das ist, verkürzt zusammengefasst, ein Ergebnis erfolgreichen und nachhaltigen unternehmerischen Handelns. Gewinnorientierung ist schlicht notwendig, um diesen Auftrag auch morgen noch ausführen zu können.

Dann macht Gewinn Sinn. Dafür brauchen Unternehmer und Manager einen ausgeprägten Sinn für Verantwortung. Verantwortung nach innen für Prozesse und Qualität und nach außen für die Wirkung des eigenen Verhaltens auf die Öffentlichkeit. Die wachsende Globalisierung der Märkte erfordert grenzüberschreitende Verantwortungsübernahme. Im Wort „Verantwortung" steckt die „Antwort" - meines Erachtens nach müssen Unternehmer, Manager, Macher auch Antworten geben auf die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Fragen unserer Zeit.

Die Verantwortung der Unternehmer geht soweit, sich in die Gestaltung der politischen

Rahmenbedingungen einzubringen, die Regularien mitzugestalten und mitzutragen.

Gewinnorientierung ist entscheidend - aber Gewinn heißt nicht, auf dem Rücken anderer Ressourcenraubbau zu betreiben. Das genaue Gegenteil ist der Fall, halten einige Studien, so die zum „Wettbewerbsfaktor Energie" von McKinsey, beispielhaft fest: Sie prognostiziert 2,1 Billionen Euro Marktpotenzial weltweit 2020, Wachstumsraten von 13 Prozent - was in Deutschland 850.000 neue Arbeitsplätze in energierelevanten Segmenten bedeuten könnte -, Energieeinsparvolumen für deutsche Haushalte und Unternehmen von 53 Milliarden Euro durch sinnvolle Sparmaßnahmen.

Konkret: Unternehmen, die ihre Fertigungsstraßen auf eine möglichst energiearme Produktionsweise umstellten würden, könnten ihre Ebit-Marge auf diese Weise um mehr als zehn Prozent steigern. Energie-Einsparung statt Ressourcenraubbau wird so zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor

der Zukunft. Hier schließt sich der Kreis zur Nachhaltigkeit! Sinnhaftigkeit, Ethik, ökologisches und ökonomisches Verhalten gehören auch zur Gewinnorientierung!

Werte-Basis - die dritte Säule wichtiger Führungsprinzipien

In jeder Finanz- und Wirtschaftskrise wird vor allem auch eines offenbar: eine unübersehbare Führungskrise! Topmanager zeigen mit dem Finger aufeinander, weisen Schuld von sich, verweisen auf die Gier der Anleger und Share Holder, zeigen sich erstaunt ob desaströser unternehmerischer Kennzahlen, die plötzlich „hochzukommen scheinen".

Und an vielen Stellen offenbart sich eine Datensammelwut in Unternehmen, Ausspähungen von Daten, die sich gegen Kunden und Mitarbeiter richten - nichts weiter als Beweise für Misstrauensvoten gegen die eigene Mannschaft. Und damit im eigentlichen Sinne auch Misstrauensvoten gegen das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten,

Kunden und Mitarbeiter richtig zu führen. Worin sollte dieses Vertrauen auch begründet sein, scheinen doch alle wichtigen Werte, die guter Führung zugrunde liegen, wenig gezählt zu haben - oder noch zu zählen!

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem Buch "Machen statt meckern! Die 10 Prinzipien der ©clean leadership: Erfolgreich auf dem Weg zur Spitze".

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erschienen im go! LiveVerlag

ISBN: 978-3-9812161-9-6

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