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06/12/2015 06:57 CET | Aktualisiert 06/12/2016 06:12 CET

Und was nun mit diesen interessanten Zeiten tun ...?

Karan Kapoor via Getty Images

„Es gibt einen chinesischen Fluch, der da lautet: 'Möge er in interessanten Zeiten leben!' Ob wir es wollen oder nicht - wir leben in interessanten Zeiten..."
- dieser Gedanke aus der Affirmation Day Rede des amerikanischen Präsident John F. Kennedy mag viele von uns in diesen bewegten Zeiten begleiten.

Hier sind ein paar Möglichkeiten und Impulse, was man aus den interessanten Zeiten der Veränderung machen kann. Es beginnt immer beim Einzelnen, der eine Vielzahl an Gestaltungsmöglichkeiten hat. Es ist alles eine Frage von Bewusstsein, ob und wie diese Fülle an Optionen genutzt wird.

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Ordnung mit der Vergangenheit machen

Je unrhythmischer Zeiten erscheinen und empfunden werden, umso wesentlicher ist ein Blick auf die Ordnung im eigenen Leben. Ordnung mit der Vergangenheit machen kann man immer. Es gibt keine gute und schlechte Zeit dafür.

Es geht dabei darum, friedlich mit dem Bisherigen abzuschließen, die Verantwortung dafür übernehmen und sich damit versöhnen. Schafft man es nicht, dann holt einen das Thema immer wieder ein, solange, bis man die Ordnung macht. Man erhält dann noch weitere Chancen.

Bewusst entscheiden und wählen

Eine ganz bewusste Entscheidung und das Treffen einer Wahl sind erforderlich, sodass sich etwas im Leben ändert. Es ist unmöglich, nicht „nicht entscheiden". Eine bewusste Entscheidung und Wahl erfolgen zuerst über die Herzensebene und deren Stimmigkeit.

Dann folgt der Verstand nach. Sehr vereinfacht: erst im Innen, dann im Außen agieren. Umgekehrt ist es eine kurzfristige, jedoch substanzlose Schaumschlägerei.

Der Anfang liegt immer in einem selbst

Anstatt die Du-Sucht und das Außen zu leben, ist es hilfreich, selbstzentriert zu bleiben. Das entschlackt und bringt das Leben auf Punkt. Die meisten Menschen sind fast ständig bei anderen Menschen - nur kaum bei sich selbst.

Damit beschneiden sie die anderen und auch sich selbst in der Energie. Die Energie schwappt hin und her und kann nie dort sein, wo sie tatsächlich wesentlich ist, nämlich bei einem selbst. So fühlt man sich auf Dauer immer mehr erschöpft.

Damit erschafft man sich und auch für die anderen viel Leiden, dauerhafte Abhängigkeiten und Bedürftigkeiten. Ziel dabei ist die Ablenkung von mir selbst. Das Kümmern wird zum Missbrauch, um sich selbst nicht begegnen zu müssen.

Wie halten Sie's mit der Freude?

Fragen Sie sich: Wie viel Freude ist bisher in meinem Leben? Es geht zu allererst darum, sich über Kleinigkeiten und scheinbare Selbstverständlichkeiten freuen. Niemand raubt einem die Freude, sondern es geht um die bewusste Entscheidung für viel Freude.

Dazu muss man sich bewusst sein, was Freude macht. Das zu ergründen, ist effizienter als zu warten, dass aus dem Außen jemand kommt und einem die Wünsche von den Augen abliest. Ein Geheimtipp: beim Kleinen im Alltag anfangen.

Dankbarkeit ist mehr als nur ein Wort

Dankbarkeit ist mit der Freude untrennbar verbunden. Wesentlich ist dabei Herzensdankbarkeit, gefühlte, lebendige Dankbarkeit. Dies kann mit Worten nicht umschrieben werden, weil es dann kein Gefühl mehr ist - also ausprobieren.

Mentale, das heißt gedachte Dankbarkeit ist ebenso nicht ausreichend wie bedingte Dankbarkeit (wenn Du dankbar bist, dann bin ich es auch). Dankbarkeit muss gefühlt werden. Dann wirkt sie.

Wie frei sind Sie wirklich?

Freiheit heißt, mit den schönen Seiten des Lebens in gleicher Weise umgehen zu können wie mit den Schattenseiten. Wie sieht es mit unserer Freiheit im Innen aus? Es geht hierbei um ein Gefühl von Freiheit und nicht um mentale Freiheit.

Freiheit verlangt eine bewusste Entscheidung, sich aus unpassenden, zu eng gewordenen kollektiven Mustern zu befreien. Dies können Gewohnheiten sein, von denen man oft nicht mehr weiß, warum man sie lebt. Es können Ansichten, Meinungen, Glaubenssätze und Muster aus der Familie und der sozialen Gruppe sein, der man angehört.

Die Freiheit ist etwas, das leicht durch Unbewusstes eingeschränkt wird. Und es dauert einige Zeit, bis man begreift, woher diese Einschränkungen kommen. Das Ablegen ist ein eigener Prozess, der auch nicht immer angenehm ist. Das bedeutet auch, dass man Phasen des Alleinseins ganz natürlich „mit einkauft".

Fähig zum Alleinsein oder ein Gesellschaftsjunkie?

Alleinsein bedeutet, sich aus dem Dauerrauschen herauszunehmen. Wir sind Überinformierte und letztlich ‚Unterwissende' und Unbewusste. Die uns umgebende Reizüberflutung erschwert eine ganzheitliche Wahrnehmung.

Sie erschwert es auch, das Herz und den Verstand in ein harmonisches Fließen und in ein Gleichgewicht zu bringen. Es gibt einen Zusammenhang zwischen den sich ständig ausweitenden Katastrophenmeldungen, der Reizüberflutung durch Lärm, dem Gestank, durch die Enge in Großstädten, durch Werbung, Musik, Bildschirme, soziale Medien, Handies etc. und dem Potenzial für Inspiration.

Dabei geht es darum, ein bewusstes und vernünftiges Maß für sich selbst zu finden. Es geht jedenfalls nicht darum, sich völlig und für immer abzuschotten. Nein - es geht um eine Balance.

Denn: Ruhe und Stille, d. h. weniger Reize an die sowieso schon überstrapazierten Sinne ermöglicht Inspiration. Ruhe und Stille bieten die Möglichkeit zur Aktion anstatt ständig in der Re-Aktion zu sein. So gelangt man aus dem marionettenhaften Funktionieren zu einem selbst-bewussten Handeln - im Hier und Jetzt, d.h. außerhalb der klassischen Raum-Zeit-Vorstellung.

Die Stunden des Alleinseins ermöglichen ein nach Innen gehen. Dort liegen die wesentlichen Fragen mit den dazu passenden Antworten. Dies verlangt, aus der Verstandespersönlichkeit auszusteigen und in eine neue Verbundenheit einzusteigen. Auch das ist ein Prozess, der dynamisch ist.

Was zeigt sich dann?

Wenn man kompromisslos zu sich selbst ist, dann ist jeder Tag ein Erfolg. Alles, was sich im Außen als Erfolg zeigt, ist das Ergebnis von Bewusstsein und Bewusstheit. Wahrer Erfolg erfolgt dann, wenn man dem Herzen und dem Verstand gleichberechtigt und harmonisch folgt.

Dabei gilt: Immer das, was dominiert, setzt sich unterm Strich durch. Und dann, dann hat man aus den Möglichkeiten dieser so interessanten Zeiten etwas geschaffen, und zwar für sich selbst und auch für die Gemeinschaft.

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