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17/12/2016 07:00 CET | Aktualisiert 18/12/2017 06:12 CET

Ungeimpften Kinder sollte der Zugang zu Krippen und Spielgruppen verboten werden

Anatoliy Samara via Getty Images

Meine Eltern haben mich und meine beiden Schwestern nicht geimpft. Die Ärzte sagten ihnen damals, Impfen sei schädlich und Kinder könnten behindert werden. Das haben sie leider geglaubt.

Mit 19 Jahren habe ich die Masern bekommen. Das hat mein ganzes Leben verändert. Erst begann es ganz harmlos - mit Husten und Ausschlag hinter dem Ohr. Dann kam das Fieber. Und es wurde richtig schlimm.

Vier Wochen lang kämpfte ich mit der Krankheit. Das Fieber wurde sehr hoch und ich musste dauernd erbrechen. Auch Durchfall kam dazu. Am ganzen Körper hatte ich den Masern-Ausschlag. Meine Haut brannte wie Feuer. Meine Augen waren rot unterlaufen - ich konnte nichts mehr sehen. Ich sah aus wie ein Zombie.

Meine Schwester wäre fast gestorben

Was noch schlimmer war: Ich steckte auch meine Schwestern an. Einer von ihnen ging es richtig schlecht. Ich kann mich noch genau an diese Nacht erinnern, als wir dachten, dass sie es nicht schafft. Wir hatten Angst, dass sie stirbt. Gott sei Dank hat sie diese Nacht überlebt.

Doch nachdem die Krankheit bei mir wieder abgeklungen war, ging der Horror erst richtig los. Denn seitdem habe ich regelmäßig Probleme mit der Bauchspeicheldrüse. Oft kämpfe ich mit Darmerkrankungen. Ich leide unter Lebensmittelallergien, Histaminintoleranz und Juckreiz.

Mehr zum Thema: Warum die Angst vor dem Impfen unbegründet ist

All diese Krankheiten habe ich, weil meine Eltern mich nicht geimpft haben. Ich fühle mich in meinem Leben sehr beeinträchtigt. Den Impfgegnern ist nicht bewusst, dass ihre Kinder die Krankheiten auch im Erwachsenenalter bekommen können. Dann sind sie meistens viel schlimmer und können in einigen Fällen sogar zum Tod führen.

Impfgegner sind sehr naiv und verantwortungslos. Sie sprechen immer von Impfschäden, aber ehrlich gesagt habe ich noch nie ein Kind gesehen, das einen Schaden vom Impfen davongetragen hat. Aber was ich weiß: Wenn wir nicht impfen, können die Krankheiten ausbrechen und das ganze Leben des Betroffenen beeinträchtigen.

Kinderkrankheiten härten Kinder nicht ab

Kinder sollten die Qualen dieser Krankheiten nicht erleiden müssen. Es gibt doch genügend andere Krankheiten, die sie abhärten. Ich finde es verantwortungslos, dass Impfgegner denken, ihre Kinder sollten mit lebensgefährlichen Krankheiten abgehärtet werden. Sie denken einfach nicht daran, dass ihre Kinder daran sterben könnten.

Meine Eltern hatten mich gegen gar nichts geimpft. Ich habe das erst viel später herausgefunden. Nach und nach habe ich mich dann impfen lassen. Als ich ungeplant schwanger wurde, sagte mir mein Arzt, dass ich nicht gegen Röteln geimpft bin. Die ganze Schwangerschaft musste ich mit der Sorge leben, dass ich mich mit Röteln anstecken und eine Fehlgeburt erleiden könnte. Warum tut man so etwas seinem Kind an?

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Impfgegner ruhen sich auf der Annahme aus, dass andere Eltern impfen und die Krankheiten nicht weit verbreitet sind. Aber dieses Verhalten ist der Grund dafür, dass Krankheiten wie Masern wieder ausbrechen.

Vor kurzem war ich in der Apotheke und vor mir stand eine Mutter, die der Apothekerin ganz stolz erzählte, ihr Kind habe Windpocken und brauche etwas gegen Juckreiz. Danach spazierte sie mit dem Kind gemütlich durch das Einkaufszentrum. Ich habe mich so geärgert. Das ist einfach dumm.

Ich bin für eine Impfpflicht in ganz Europa

In dieser Situation habe ich mir wieder einmal gedacht, dass wir eine Impfpflicht einführen sollten. Und zwar in ganz Europa. Kinder, die nicht geimpft sind, muss man den Zugang zu Spielgruppen, Krippen und Kindergärten verbieten. In Schulen müssen Impfungen, wenn nötig, nachgeholt und die Eltern zur Kasse gebeten werden.

Impfgegner müssen erzogen werden. Erst stellen sie sich stur und dann heulen sie rum. Von mir bekommt ihr kein Verständnis. Begreift doch endlich: Impfschäden kommen deutlich seltener vor als die Folgeschäden der Krankheiten.

Liebe Impfgegner, übernehmt endlich die Verantwortung!

Der Text wurde von Katharina Pichler verfasst.

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