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15/09/2015 09:26 CEST | Aktualisiert 15/09/2016 07:12 CEST

Stress: Symptome, Ursachen, Hilfe

DEA / ARCHIVIO J. LANGE

Fühlen Sie sich oft gestresst? Wird Ihnen manchmal alles zu viel? Keine Sorge, die folgenden Anti-Stress Tipps können Ihnen dabei helfen Ihr Leben wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Andauernder Stress führt unweigerlich zu Krankheit. Schon der Neandertaler, der sich plötzlich mit dem Säbelzahntiger konfrontiert sah, bekam dabei Stress. Das ließ ein biologisches Programm anlaufen: das Hormon Adrenalin wurde ausgeschüttet, welches ihm die Power gab, schnell anzugreifen bzw. wegzulaufen.

Sein Herz pumpte dabei mehr Sauerstoff ins Blut, die Konzentration beschränkte sich auf das Wesentliche, und alles, was Energie kostete und der Körper für die eigene Verteidigung gerade nicht brauchte, wie Verdauung oder Sexualtrieb, wurde heruntergefahren (es wäre ja auch kontraproduktiv, wenn der Neandertalmann, statt wegzurennen, plötzlich anfangen würde mit einer Neandertalfrau von nebenan zu flirten. Er wäre dann leicht zu erbeutendes Säbelzahntigerfutter!).

Wenn Sie heute Stress haben, läuft bei Ihnen genau das gleiche biologische Programm ab. Und wenn Sie andauernd und ohne Unterbrechung Stress erleben, gleichzeitig aber nicht die Stresshormone abbauen, bleiben diese im Körper und richten großen Schaden an - die Funktionen, die heruntergefahren wurden, bleiben unten, was hochgefahren wurde bleibt oben - und Sie werden krank. Lesen Sie hier typische Stresssymptome.

So erkennen Sie Stress

Wenn Sie Ihre Stresshormone nicht abbauen, bekommen Sie typische Stress-Symptome. Und die Ursache Ihres häufig selbstgemachten Stresses finden Sie in manch einem deutschen Sprichwort:

  • Magen-Darm-Probleme, zum Beispiel Magenschleimhautentzündung, Magengeschwür, Verstopfung, Bauchkrämpfe, Durchfall. Manche Vorfälle „schlagen einem auf den Magen". Man sagt auch, wer „seine Sorgen herunterschluckt, bekommt Magenprobleme".
  • Herzprobleme wie Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt, Bluthochdruck. Vielleicht „nehmen Sie sich Probleme zu sehr zu Herzen". Oder Sie treffen Entscheidungen nicht von Herzen, sondern aus Pflicht oder Zwang.
  • Häufige Erkältungen, niedrige Abwehrkräfte. Möglicherweise haben Sie „ die Nase voll".
  • Verspannungen, Nackenverspannungen. Vielleicht „sitzt Ihnen die Angst im Nacken", zum Beispiel die Angst vor Arbeitsplatzverlust.
  • Chronischer Husten: Es kann sein, dass Sie jemandem „etwas Husten" wollen.
  • Hörsturz, Tinnitus. „Von dem möchte ich nie wieder was hören" - ein Seufzer der Verzweiflung. Oder Sie möchten nicht mehr immer nur zuhören und als seelischer Mülleimer missbraucht werden.
  • Schwindelanfälle: Eventuell heißt das, dass Sie aus dem (inneren) Gleichgewicht geraten sind.
  • Schlafstörungen: Entweder die Probleme „rauben Ihnen den Schlaf" und Sie grübeln nach einer Lösung. Oder es fällt Ihnen schwer, loszulassen und einzuschlafen, denn dann könnten Sie ja vielleicht die Kontrolle verlieren.
  • Zähneknirschen: Wollen Sie „jemandem die Zähne zeigen"? Oder lautet Ihr Motto „Zähne zusammenbeißen und durch"?
  • Sucht (Alkohol-, Fernseh- Kaufsucht): Möglicherweise „suchen" Sie nach etwas, was Sie nicht ausreichend bekommen: Anerkennung, Halt, Sicherheit, oder ähnliches und nutzen den Alkohol als Ersatzbefriedigung.
  • Rückenschmerzen - werden einerseits durch Fehlhaltungen oder ständiges Sitzen am Arbeitsplatz verursacht, andererseits kann es auch sein, dass Sie sich „für andere verbiegen" oder „die Last auf Ihren Schultern zu groß ist". Manch ein schlimmes Ereignis „hat einem das Rückgrat gebrochen"
  • Burnout, Depression: Ihr Arbeitseifer kann dazu führen, dass Sie erst „heißlaufen" und dann „ausgebrannt" sind.
  • Hautprobleme, wie Neurodermitis oder einfach schlechte, fahle Gesichtshaut. Sind Sie vielleicht „dünnhäutig" und nehmen Dinge zu persönlich? Oder kann es sein, dass Ihre Haut als natürliche Grenze zwischen Ihnen und anderen Menschen ausbaden muss, dass Sie andere zu sehr an sich ran lassen, zu spät Grenzen setzen und nicht nein sagen können?

Das „Work Life Energy"-Modell

Das „Work Life Energy"- Modell besteht aus 5 Säulen: Bewegung, Entspannung, soziales Umfeld, Ernährung und Beruf/Studium sowie einer stabilen Basis (die stabile Persönlichkeit). So können Sie die nötige Energie schöpfen, um stressige Situationen gut zu meistern und langfristig leistungsfähig zu bleiben.

Werden manche Säulen vernachlässigt - oder sind andere zu stark ausgeprägt - gerät Ihr Leben in Schieflage. und Sie sind stressanfälliger und nicht in Balance/im Gleichgewicht.

Die Säulen, auf die Sie achten müssen

1. Säule: Sport und Bewegung...

... reduzieren die im Körper befindlichen Stresshormone. Durch Bewegung können Sie am allerschnellsten Stress abbauen und Kraft tanken.

Doch oft hat man, wenn man zu viel arbeitet, keine Zeit oder keine Kraft mehr für Bewegung. Wie oft sagt man den Sport ab, weil man nach der Arbeit einfach ausgelaugt ist? Das gefährliche ist aber: bei mangelnder Bewegung bleiben die Stresshormone im Körper und richten Schaden in Form von Krankheiten an: Es können Herz-Kreislauf-Schäden, Magengeschwüre, Verspannungen, Konzentrationsprobleme oder Migräne und Gereiztheit entstehen.

2. Säule: Entspannung

Sich zu entspannen und ausreichend zu schlafen ist wichtig, um Stress abzubauen und Energie aufzutanken. Denn im Schlaf regeneriert Ihr Körper am allerbesten.

Doch die Sorge um den Arbeitsplatz, die Gedanken, die ständig um das neue Projekt kreisen oder zu hochgesteckte Ziele können dies verhindern. Und Schlafmangel macht nicht nur anfällig für Krankheiten, er macht Sie auch anfälliger für Stress.

3. Säule: Ein gesundes soziales Umfeld

Familie, Freunde oder der Partner geben Halt, sorgen für Spaß und Ablenkung, dienen als Kummerkasten, geben Liebe und Anerkennung. Oft genug sagen wir aber Freunden ab, weil wir müde sind oder den Kopf nicht frei haben.

Wird das soziale Netz aber vernachlässigt, so kann Stress durch Einsamkeit, fehlende Anerkennung oder mangelnde Unterstützung in schweren Zeiten entstehen oder verstärkt werden. Auch Ärger oder Streit mit anderen kostet Sie viel Energie.

4. Säule: Ernährung

Aus Zeitgründen wird häufig schnell und unausgewogen gegessen, der Schokoriegel als Mittagessen, der Kaffee als Tagesgetränk und die schnelle Pizza abends bestimmen den Ernährungsplan. Das macht zwar an sich keinen Stress, doch eine gute Ernährung könnte dabei helfen Ihre Symptome zu lindern.

5. Säule: Berufliche Zufriedenheit

Ein unsicheres Arbeitsverhältnis, nicht erreichbare Zielgrößen, ein Job, der keinen Spaß macht, Missverständnisse und Konflikte am Arbeitsplatz, mangelhafte Strukturiertheit im Studium/Job oder Angst vor Arbeitsplatzverlust oder der nächsten Prüfung lassen Ihren Stresspegel ansteigen.

Sind außerdem die anderen vier Säulen nicht ausreichend entwickelt, erhöht jedes zusätzliche Problem in der Firma oder an der Uni, jeder berufliche Ärger und jeder Druck den Stresspegel.

Wenn Sie sich aber auf solide gebaute andere Säulen wie zum Beispiel einen guten Freundeskreis stützen könnten, dann hätten Sie das sprichwörtliche „dickere Fell", den „längeren Atem" und sind stressresistenter.

Stabile Basis: Ihre Persönlichkeit

Ihr Charakter, Ihre Erziehung und Erlebnisse tragen dazu bei, wie gestresst oder entspannt Sie in gewissen Situationen sind. Denn oftmals liegt es an Ihnen selbst, dass Sie sich stressen.

Vielleicht weil Sie einen alten Glaubenssatz in sich tragen wie „Ich muss alles alleine machen" oder „Schneller! Schneller! Schneller!". Oder weil Sie an sich zweifeln und jetzt schon Sorgen über etwas machen, das vielleicht eintreten wird.

Manche Menschen haben ein dickeres Fell, ertragen schwierige Situationen besser und sind stabiler. Doch auch hieran können Sie arbeiten und Ihre inneren, selbstgemachten Stressfaktoren in den Griff kriegen.

Wenn Sie diese fünf Säulen im Gleichgewicht halten, werden Sie weniger anfällig für Stress und können Ihr Leben besser in Balance halten.

Lesen Sie mehr zum Thema Stressabbau mit dem „Work Life Energy"- Modell im eBook „Stress Management" von Anabel Schröder. Downloaden Sie das eBook auf bookboon.com.

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