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16/12/2015 06:17 CET | Aktualisiert 16/12/2016 06:12 CET

Muslimin sagt: „Der IS ist der Super-Gau!"

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So wie vermutlich viele andere Muslime, gehe auch ich besonders achtsam auf die Straße, allzeit bereit mich von Verdächtigungen und Beschuldigungen für die Aktionen manch fehlgeleiteter Glaubensgenossen zu distanzieren. Aber seit eineinhalb Jahren "Bereitschaft" wurde ich diesbezüglich nie angesprochen, was zwar einerseits auch gut ist, aber andrerseits auch befremdlich.

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Wobei mir gerade einfällt, dass vor einem Edeka-Supermarkt eine Dame an mich heran trat - das war im Sommer - die sich über mein Äußeres (ich trage einen Mantel und ein großes Kopftuch) verstört zeigte. Sie sah mich schon so merkwürdig an, dass ich mit meinen Kindern, die ich gerade aus der Kita abgeholt hatte, einen großen Bogen um sie machen wollte. Ich hatte es auch eilig.

Sie fragte mich, ob sie etwas fragen dürfte und ich antwortete "ungern". Sie hatte daraufhin ihre Furcht zum Ausdruck gebracht, woraufhin ich ihr genervt und hilflos erwiderte, dass sie sich bei den Medien bedanken könne.

Neuerdings werde ich als Flüchtling betrachtet


Ein andres Mal hatte ich Lust den ganzen Nachhauseweg mit meinem Kind im Buggy zu Fuß zu gehen. Obwohl ich schon mein ganzes Leben hier verbracht habe, bin ich es gewöhnt neuerdings als Flüchtling betrachtet zu werden. Plötzlich schrie mir ein Autofahrer von der Gegenfahrbahn bei voller Fahrt etwas Unfreundliches zu. Daraufhin kaufte ich mir entspannt ein Schokoladeneis.

Da fällt mir noch was ein: Wir waren gerade im Alsterpark spazieren, da rief ein vorbeifahrender mittelalter Biker: „Herzlich willkommen!" Darauf ich: „Ich lebe doch schon immer hier!" Und er aus der Ferne: „Umso besser!"

Ich war wirklich erstaunt. Wird man erst jetzt vor dem Hintergrund der Flüchtlingswelle wahrgenommen? Andrerseits kenne ich auch andere Erfahrungsberichte aus weniger gut situierten Stadtteilen.

Ich denke, man muss jetzt wirklich offen miteinander in Kommunikation treten, jetzt wo die Rechten überall im Westen auf dem Vormarsch sind. Auch wenn es viel Leid in den muslimischen Ländern gibt, Kinder und Babys durch westliche Angriffe getötet und verletzt werden, darf man trotz übermannenden Emotionen seinerseits nicht ebenfalls Zivilisten im andren Lager angreifen.

Das ist das Ziel der Hintergrundmänner! Nämlich, dass überall Chaos ausbricht und man endlich ein neues System einführen kann.

Und zum IS: Es gibt nichts Schädlicheres für den Islam und die Muslime als diesen Horror des unsäglichen IS, welcher hunderte Gelehrte auf dem Gewissen hat. Genauso wie ihr selbsternannter Khalif, welcher bis vor kurzem noch ein Autohändler war. Seinen Anblick kann ich nicht ertragen.

IS hat mit dem Islam nichts zu tun


Der IS hat mit dem Islam überhaupt nichts zu tun. Viel mehr sind es Ketzer und Rattenfänger, die viele Menschen - und auch Kinder - auf dem Gewissen haben. Der IS ist DER Super-Gau! Es ist ein grausames und blutrünstiges System, das kein Stück besser als Assad ist. Es ist überhaupt im Islam absolut verboten jemanden zu töten. Das ist ein grausames Novum!

Und nun werden Schritt für Schritt die Rechte der Muslime beschnitten, da man quasi eine Rechtfertigung hat. In Frankreich werden nach dem Kopftuchverbot an Schulen 160 Moscheen wegen der Anschläge geschlossen, womit 99 Prozent der Muslime nichts zu tun haben. Hier wird auf einmal ein Burkaverbot in Betracht gezogen.

Mal sehen, was als nächstes kommt. Damals war es die Reichskristallnacht, welche zum Anlass für die Sanktionen gegen die Juden genommen wurde als ein junger Jude einen Botschafter erschoss.

Wie hätte man die Judenverfolgung verhindern können? Indem sich die Juden im Anfangsstadium gewehrt hätten? Wie kann man ein Wiederholen der Geschichte verhindern? Was denkt ihr?

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